Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 3 › Seite 45

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. Februar 1916, Seite 45

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Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“

8 er „TutheranedE 45

Und damit ja
niemand diese Zeit verfehle und auf eine andere warte, machte
er seine Jünger noch besonders darauf aufmerksam und sagte:
„Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich
sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr
sehet, und haben's nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und
haben's nicht gehöret.“ So bezeichnet die Heilige Schrift selbst
das erste Konunen Christi in die Welt als den Anbruch jener
seligen Zeit, in der Buße und Vergebung der Sünden gepredigt
werden soll unter allen Völkern (welche Predigt anheben soll zu
Jerusalem), und die nach Christi Verheißung währen soll bis
ans Ende der Tage. Auf diese Zeit, die vom Kommen des
Heilandes in unser Fleisch bis an den Jüngsten Tag währt,
weissagt das zwanzigste Kapitel der Offenbarung St. Johannis.
Es ist das eine Weissagung, mit der sich alle Christen trösten
können, einerlei ob sie im zweiten oder im zwölften oder im
zwanzigsten Jahrhundert leben. Daß die „tausend Jahre“ den
Zeitraum von dem ersten bis zum zweiten Advent Christi be⸗
zeichnen, stimmt vollständig mit der Beschreibung, die Johannes
inn 20. Kapitel von den „tausend Jahren“ gibt. Darüber,
will's Gott, in der nächsten Nummer noch einige Worte.

— 2—

Der Stand unserer Kassen.

In der letzten Nummer des „Lutheraner“ finden die
Glieder unserer Synode den jährlichen Bericht unsers All—
gemeinen Kassierers. Aus demselben geht hervor, daß Gottes
Brünnlein im abgelaufenen Jahre wiederum geflossen haben,
so daß wir die verschiedenen Werke, die uns aufgetragen sind,
haben ausrichten können. Der Unterzeichnete erlaubt sich nun,
an den Kassenbericht einige Bemerkungen zu knüpfen und das
Budget für das laufende Jahr mitzuteilen.

Während unser verehrter Kassierer im Jahre 1914 rund
5524,000 eingenommen hat, beläuft sich die Summe für das
Jahr 1915 auf rund §4 16,000. Der Unterschied erklärt sich
zum Teil daher, daß im vorhergehenden Jahre besondere Kol—
lekten erhoben wurden zum Wiederaufbau des niedergebrannten
Lehrgebändes in River Forest.

Als Budget für 1915 war von mir angegeben:

Defizit in der Synodalkassoos 5 63957.61
Laufende Ausgaben für die Synodalkasse....... 175000.00
Synodalbaukasse . C C 80000.00
Missionen · .. 150000.00

5468957.00

Von unserm Publishing House wurden 585,000 und von
unsern Genteinden §385,000 erwartet.

Wie die Zahlen des Allgemeinen Kassierers zeigen, ist
die Summe für die laufenden Ausgaben der Synodalkasse
annähernd aufgebracht worden. Das Publishing House hat
585,000 abgeliefert, und unsere Gemeinden haben 587,000
eingesandt; doch hat sich leider die Schuld in der Synodal—
kasse nur um §5000 verringert. Erfreulich ist, daß sich immer
mehr Gemeinden regelmäßig an den Kollekten für diese so wich—
tige Kasse beteiligen, so daß zu hoffen ist, daß mit der Zeit die
Schuld abgetragen wird. Für die Synodalbaukasse sind statt
580,000 nur §840,000 eingelaufen. Von den von der All—
gemeinen Synode bewilligten 5205,000 sind bis jetzt §86,000

—

kollektiert worden. Es sind demnach noch §119,000 zu sam—
meln, wenn zur Zeit der nächsten Delegatensynode alle von
der Synode beschlossenen Bauten aufgeführt, und die Schulden
im Betrage von §70,000 bezahlt sein sollen.

Für unsere verschiedenen Missionen wurden im verflossenen
Jahre §133,000 gesammelt. Der Ausfall von §17,000 trifft
unsere wichtigste Mission, die Innere Mission in Nordamerika,
während alle andern Missionen einen befriedigenden Kassen⸗
stand aufweisen. Die letzte Synode hat bekanntlich beschlossen,
die Innere Mission im ersten Jahre mit §40,000, im zweiten
Jahre mit §50,000 und im dritten Jahre mit §60,000 zu
unterstützen, und zwar vornehmlich mit direkten Kollekten, wäh⸗
rend vordem in die Allgemeine Innere Missionskasse nur der
überschuß aus den Distriktskassen floß. Sobald sich die Ge⸗
meinden an diese neue Ordnung gewöhnt haben, wird sich auch
diese Kasse ohne Frage heben.

Unsere Innere Mission in Nordamerika kann nicht genug
herausgestrichen werden. Hier in unserm Lande das Evange⸗
lium zu verkünden, ist die erste und vornehmste Pflicht unserer
Synode. Diese Mission bedarf jetzt bedeutend mehr Gelder
als in früheren Jahren, da die Verhältnisse sich geändert haben.

In den Städten ist es sehr kostspielig, passende Lokale für

Kirchen und Schulen einzurichten, und unsere Reiseprediger
im Westen haben infolge der weiten Zerstreuung ihrer Glieder
zum Teil hohe Reise- und Hotelkosten.

Legate und Vermächtnisse für den Aufbau des Reiches
Gottes mehren sich in unserer Synode von Jahr zu Jahr.
Gewiß können Christen, die der liebe Gott mit irdischen Gütern
gesegnet hat, über dieselben in ihrem Testament nicht besser
verfügen, als wenn sie einen Teil derselben, zumal wenn sie
keine leiblichen Erben hinterlassen, für den Lauf des Evan—

»geliums bestimmen. Da stiftet ihr Vermögen über das Grab

hinaus ewigen Segen. Es ist auch ganz verständig, wenn be⸗
stimmt wird, daß größere Vermächtnisse bleibend angelegt wer—
den, so daß der Ertrag dieser und jener Synodalanstalt oder
Mission zugnte kommt. Formulare für Vermächtnisse an die
Synode finden sich in unserm Kalender auf Seite 42.

Für das Jahr 1916 wäre nun folgendes Budget auf—
zustellen:

Defizit in der Synodalkassssse. § 58558.60
„Laufende Ausgaben für die Synodalkasse...... 175000.00
Synodalbaukasse. j . . 100000.00
Missionernnnnn íuu 160000.00

8493558.60

Davon fallen auf das Publishing IIouse 585,000 und auf die
Gemeinden 5408,558.60.

Es ist kaum nötig zu erwähnen, daß in dem Budget nur
die Hauptkassen der Allgemeinen Synode Berücksichtigung finden.
Außerdem fließen noch durch die Hände unsers Kassierers manche
Summen für diesen und jenen Zweck, so letztes Jahr große Be—
träge für die Kriegsnot in Europa. Auch sind in diesen Zahlen
nicht einbegriffen die Kollekten für die Negermission und die
zum Teil bedeutenden Auslagen der 22 Distrikte unserer
Synode für ihre eigenen Missionen und andere Bedürfnisse.

Damit nun unsere Gemeinden auf dem laufenden bleiben
über die finanzielle Lage unserer Synode, wird nicht nur unser
Kassierer wiederum in diesem Jahre monatlich über den Stand
der Kassen in unsern Zeitschriften berichten, sondern es werden
auch den Distriktspräsides und Visitatoren vom Allgemeinen

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