Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 3 › Seite 46

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. Februar 1916, Seite 46

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46 8 Der .„Vuthieraned S

Präsidium die nötigen Mitteilungen über unsere Finanzen ge⸗ „Das Komitee für die letzte in New YVork abgehaltene
macht werden, damit sie dieselben an ihre betreffenden Gemiein— gemeinsame Feier des Reformationsfestes hat bekanntlich bes
den weitergeben. schlossen, alle Gemeinden in Greater New Nork und Umgegend

Der SErr hat unserer Synode ein großes und reifes zu ersuchen, sofort Delegaten zu erwählen, die baldmöglichst als
Erntefeld angewiesen und ruft uns allen beim Beginn des Festkomitee für das vierhundertjährige Jubiläum der Refor—
neuen Jahres zu: „Hebet eure Augen auf und sehet in das mation im Jahre 1917 zusammentreten sollen. Jede Ge—
Feld, denn es ist schon weiß zur Ernte; und wer da schneidet, meinde sollte durch den Pastor und zwei Delegaten in diesem
der empfähet Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, Komitee vertreten sein. Die erste Versammlung dieses großen
auf daß sich miteinander freuen, der da säet, und der da Komitees soll am 20. Januar in der St. Lukaskirche statt⸗
schneidet.“ F. Pfotenhauer. finden. In dieser Versammlung sollen die verschiedenen kleine—

ren Ausschüsse erwählt, der Umfang und Plan der Feier im
allgemeinen bestimmt, und die nötige und wichtige Vorarbeit
Unsere Jubelkollekte für 1917. getan werden. Es ist darum von der größten Wichtigkeit, daß
insonderheit diese erste Versammlung eine wirklich repräsen⸗
Herr Kassierer Seuel berichtet, daß er bereits tative Versammlung werde.“ ö
52014.34 für den Jubiläumsfonds erhalten hat. Das erste Zirkular an alle unsere Pastoren, in dem

Ein Bruder in Jowa fragt: „Wenn man jetzt schon Gaben sie gebeten werden, die Jubelkollekte ihren Gemeinden vorzu—
für die Jubelkollekte einschicken will, muß man das besonders legen usw., ist ohne Schuld des Zentralkomitees fast zwei
angeben, oder soll man das Geld an die Allgemeine Kirchbau- Wochen zu spät zum Versand gekommen. Doch haben wir
kasse senden?“ Man sende die Gaben auf dem gewöhnlichen heute schon (am 24. Januar) die erste Bestellung auf Traktate
Weg, so daß sie schließlich an den Allgemeinen Kassierer, erhalten von einem Visitator in Wisconsin.

———

Herrn E. Seuel, gelangen. Alle Gelder, die bis Ende des Vor seiner Abreise nach Brasilien schrieb unser Ehrwür—
Jahres 1917 für die Allgemeine Kirchbaukasse eingesandt wer- diger Präses Pfotenhauer: „Gott segne Ihre Arbeit für 19171“
den, fließen in den Jubiläumsfonds. Christoph F. Drewes,

Die Frage: „Wird die Summe, die nun in der All— Vorsitzer des Zentralkomitees.

gemeinen Kirchbaukasse ist, mitgezählt?“ muß wohl mit Nein
beantwortet werden.

In nächster Zeit soll ein Rundschreiben an alle Pastoren Reiseerlebnisse aus der Missionsarbeit in Brasilien.
zum Versand kommen, in dem Mittel und Wege zur Erhebung
von Kollekten in unsern Schulen und Sonntagsschulen ö (Schluß.)
einpfohlen werden. Es wird gewünscht, daß die Gaben, welche Sobald nach dem Gottesdienst ein dürftiges Mittagessen
von unsern lutherischen Kindern kommen, besonders verzeichnet »verzehrt war, galt es, wieder zu satteln und denselben Weg,
werden. Man wolle daher bei der Einsendung solcher Gelder den wir gekonnnen waren, zurückzukehren, da ich für den fol—
immer besonders angeben, daß sie von Kindern kommen. genden Morgen drei Reitstunden Wegs in der entgegengesetzten

Es wird dem Zentralkomitee empfohlen, ein Thermo- Richtung von der Bahnstation Barro Gottesdienst angesagt
meter oder eine Uhr in unsern Zeitschriften zwecks Anzeige und die? Verabredung getroffen hatte, daß man mich in Barro
der eingelaufenen Gelder zu gebrauchen. Was halten die lieben empfangen solle. Diesmal begleitete mich ein anderer Mann,

Leser davon? da der erste Begleiter sehr von der Reise mitgenommen war.

Dem Zentralkomitee wird ein dankenswerter Dienst er— Um ein Uhr waren wir im Sattel. Wieder ging es über
wiesen, wenn ihm allerlei gute Ratschläge und Pläne Stock und Stein, durch Morast und Flüsse und Bäche, über
vorgelegt werden. hohe, steile Berge und durch tiefe Schluchten und Täler. Jetzt

Ein Pastor in Ohio schreibt: „Ich habe die Sache betreffs am Tage erst hatte man ein Bild' davon, wie unbeschreiblich
der Jubelkollekte meiner Gemeinde in der Jahresversammlung schlecht, ja lebensgefährlich der Weg war. Mich dauerten die
am ersten Sonutag im Januar vorgelegt. Mit herrlicher Ein- armen, abgemagerten Tiere der Immigranten, die uns auf
mütigkeit und Begeisterung wurde beschlossen, sofort mit der solchen Wegen schleppen mußten.

Sammlung der Gaben zu beginnen. Jedes beitragende Glied Kurz nach fünf Uhr gelangten wir in Barro an, froh,
erhält so viele Kuverte, als Monate zwischen jetzt und dem diesem Wege den Rücken kehren zu können. Jedoch der Weg,
Jubiläum sind.“ der mir bevorstand, war um nichts besser. Gleich nach der An—

In „Zeuge und Anzeiger“ lesen wir: „Um ihren Teil kunft hielt ich Umschau, ob der Mann, der nrich dort in Emp⸗—
an der Jubelkollekte beitragen zu können, werden die verschie- fang zu nehmen versprochen hatte, auch da wäre, und als ich
denen Gemeinden auch verschiedene Wege einschlagen. Ein ihn nicht fand, erkundigte ich mich nach ihm bei den verschie⸗
gewiß empfehlenswerter Weg ist unter andern auch der, den denen Geschäftsleuten. Da erfuhr ich denn, daß er zwar da—
die St. Stephanusgemeinde in New York einschlägt, sie hat gewesen sei, aber sich in der Meinung, ich komme nicht mehr,
nämlich beschlossen, von jetzt ab an jedem dritten Sonntag schon auf den Heimweg begeben habe. Nun war guter Rat
eines jeden Monats eine Extrakollekte an der Kirchtür zu er⸗ teuer. Im Hotel zu übernachten oder ein fremdes Reittier

heben“. So kann bis zum 31. Oktober 1917 eine beträchtliche zu borgen, dazu reichte mein Geld nicht aus. So entschloß ich '

Summe zusammenkommen.“ mich denn, mich zu Fuß auf den etwa achtzehn Meilen weiten

Dasselbe Blatt enthält folgende Anzeige, die es verdient, Weg zu machen. Davon wollte aber mein Begleiter durchaus
auch hier veröffentlicht zu werden: nichts wissen. Mit der Erklärung: „Nein, Herr Pastor, zu

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