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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 29. Februar 1916, Seite 81

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gessen werden.

4
und ich sahe einen Engel U

Saliegen mitten durch den
Himmel, der hatte ein ewig
Cuangtlium, zu verkündigen
denen, die auf Erden sihen
und wolmen, und allen Hei⸗
den, und Geschlechtern, und

Sprachen, und Völkern, und

sprach mit groher Stimme:
Fürchiti Golt, und gebet

imm die Chre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen,

und betet an den der gemachi

hat Himmel, und Erde, und

Meer, und die Wasser⸗
brunnen. Offb. Joh. 14. 6. 7.

HBerausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonuis.

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2 ——

72. Jahrgang.

St. Louis,

Mo., den 29. Februar 1916.

Nr. 5.

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Einiges vom heiligen Ehestande.

1. Von der gottseligen Ordnung desselben.

Als Gott den Adam geschaffen hatte, da fand sich's bald,
daß demselben etwas fehlte. Und Gott sprach: „Es ist nicht
gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin
machen, die um ihn sei.“ Da schuf Gott das Weib, die Eva,
und brachte sie zu Adam und segnete sie. Adam sagte dann:
„Das ist doch Bein von meinen Beinen und Fleisch von meinem
Fleisch. Man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom
Manne genommen ist. Darum wird ein Mann seinen Vater
und seine Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen;
und sie werden sein ein Fleisch.“ In diesen Worten Adams
ist der Wille Gottes ausgesprochen, wie uns der HErr Christus
Matth. 19, 5 sagt.

Es ist demnach Gottes Ordnung, daß die Men⸗
schen in der Ehe leben. Gott hat sie dazu geschaffen. Der
HErr JEsus beruft sich auf diese Ordnung Gottes Matth. 19
und bestätigt sie damit. Er folgt auch der Einladung zu einer
Hochzeit und gibt dadurch sein herzliches Wohlgefallen an dieser
Ordnung Gottes kund. Es ist also Gottes Wille, daß die Leute
in die Ehe treten. Es ist vor ihm recht und gefällt ihm wohl.

Und er verheißt den Eheleuten seinen göttlichen Segen. Er
sagt im 128. Psalm von einem gottseligen Ehemann: „Du wirst
dich nähren deiner Hände Arbeit. Wohl dir, du hast's gut!“

Gott hat auch gesagt, welche Regeln dabei gelten sollen,
wenn Leute in die Ehe treten. Es sollen ein Mann und
ein Weib sich zusammentun. Und sie dürfen nicht zu nahe
verwandt sein. Auch darf das vierte Gebot dabei nicht ver⸗
Die Verlobung oder Verbindung zur Ehe muß
die Zustimmung der Eltern haben. Die also nach Gottes Ord⸗
nung in die Ehe gekommen sind, sollen einander treu bleiben
und sich nicht scheiden, bis Gott sie durch den Tod voneinander
scheidet. Die Ehebrecher aber wird Gott richten.

Wenn man das alles bedenkt, so muß man sagen, der
Ehestand ist eine heilige Ordnung Gottes und ein glückseliger
Stand.

—

Aber wer glaubt das in unserer Zeit? Kein Stand ist
jetzt bei der Welt so in Verachtung geraten wie der Ehestand.
Wie leichtfertig viele die Ehe schließen und sie nach kurzer Zeit
auch wieder auflösen, ist allbekannt. Man lacht und spottet
über das Heiraten, macht es zum Gegenstand lustiger Unter⸗
haltung und zotenhafter Scherze. Gott sagt, es sei für den
Mann nicht gut, allein, unverheiratet, zu sein. Die Welt be⸗
hauptet, es sei besser, ledig zu bleiben; man könne das Leben
besser genießen. Zum Beweis dafür weist sie auf die unglück⸗
lichen Ehen hin. Derweilen lebt man heimlich oder auch öffent⸗
lich in Hurerei und allerlei Unreinigkeit des Fleisches; man
läßt sich einreden, das sei natürlich, sei zuträglich und könne
deshalb keine Sünde sein.

Wie spottet und lacht man über die Lehre, daß die Ehe
unauflöslich sei! Freie Liebe gilt jetzt bei vielen als Grundsatz.
Wenn die fleischliche Zuneigung erloschen sei, so sei es ganz
recht, daß man auseinandergehe und eine andere Verbindung
suche. Grober Unglaube allenthalben! Freche Auflehnung
gegen Gottes Wort! Keine Spur der Erkenntnis mehr, daß
die Ehe eine heilige und unverletzliche Ordnung Gottes ist. —

Wir Christen müssen aber diese Erkenntnis immer wieder
in uns auffrischen, damit wir nicht auch irregeführt werden.
Ihr christlichen Eheleute, freut euch, daß ihr wißt, ihr lebt
in einem Stande, den Gott gestiftet, für euch und euch zugute
gestiftet hat, an dem er Wohlgefallen hat. Ihr jungen Leute,
glaͤubt doch den Reden und Ansichten der ungläubigen Welt
nicht und laßt euch nicht verführen! Es ist recht und euch gut,
daß ihr heiratet. Es gibt ja wohl da und dort besondere
Hindernisse. Es gibt Fälle, da es als ein Opfer der Liebe
gelten muß, wenn einer nicht heiratet. Aber die Regel ist,
daß die, welche zur Ehe tüchtig sind, auch ehelich werden sollten.
Bleibt nur in der Gottesfurcht, daß ihr in gottgefälliger Weise
in die Ehe tretet. Bleibt eurem Verlobten treu und lauft nicht
bald wieder auseinander, wenn nicht alles nach Wunsch geht.
Denke niemand, das Eheglück hänge von äußeren Dingen ab.
Das kommt aus Gottes Hand, und er gibt es den Seinen,
die ihn fürchten. C. C. Schmidt.

English translation

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