Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 5 › Seite 85

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 29. Februar 1916, Seite 85

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ö Christentum zu bekehren.

8 „TutheraneEsS —

85

Außerdem haben wir ja gegenwärtig
im Bezirk Vaniyambadi nur eine anständige Schule (die in

Velliampattu), so daß wir schon deswegen in dieser Beziehung

mehr tun sollten. Schularbeit in so einem Pariadorf ist über—

Raus wichtig. Hie und da eine Heidenpredigt kann ja gar nicht

„ hat, verspricht sich viel von der Arbeit in Konamedu.

eine solche Wirkung haben wie die fortlaufende Tätigkeit durch

und in der Schule. Vethamamani, der schon oft dort gepredigt
Unter

seiner Aufsicht kann die Arbeit in Velliampattu sehr wohl von

seiner Frau getan werden und dem neuangestellten Murukésan,
so daß er in Konamedu der Schule vorstehen kann.

Das ist
der vierte Lehrer — sagen wir lieber Gehilfe des Lehrers; denn
Lehrer soll er erst werden. Dieser Jüngling ist halb Waise,

hat in Kolar den sechsten oder siebten standard absolviert und

jetzt bloß noch 6 Kinder kommen.
Heidenkinder kommen überhaupt nicht.

wünscht.

Heiden mancherlei zu leiden.
den besserten sich, wenigstens äußerlich.

halten im innern Hof des Hauses des Lehrers John.
dort das letzte Mal über den Gichtbrüchigen predigte, mußte ich
unwillkürlich denken an das Haus Petri in Kapernaum, wo
K das Ereignis stattfand.

will's kurz machen.
daß der Grundbesitzer seine Einwilligung gegeben hat zum
Bau eines festeren Gebäudes zu etwa 300 bis 500 Rupien
(5100 bis §165).
zugeknöpft, doch beim zweiten sehr freundlich.

ist dann durch Vethamamanis Vermittlung zu uns gekommen.
Er ist noch Heide, will aber getauft werden und wird nun von
Vethamamani unterrichtet.

Die Schule in Turayeri ist ein Gegenstand allge—

—

meinen Bedauerns. Trotzdem der eifrige John dort der Schule

vorsteht, ist doch der Besuch beständig zurückgegangen, so daß
Das sind Christenkinder;
Es ist ein Jammer
in Turayeri: die Heiden sind so verstockt, und die Christen mit
einigen Ausnahmen sind nicht solche Lichter, wie der SErr sie
Nun, wir können nur ermahnen, öffentlich und pri—
vatim, und für sie beten. Die Christen haben dort von den
Doch sagt mir Jovan, die Hei—
Möchten sie doch die
Gnadenzeit ausnutzen! Turayeri befehle ich besonders Ihrer
Fürbitte.

„In Tirumanjoli wird Freitagabends Gottesdienst ge—

In einem ebenso gebauten Hause
konnte ich den Leuten — es war auch eine große Schar — die

1 Geschichte anschaulich machen.

„Vor meiner Rückkehr nach Ambur besuchte ich den Grund—

Tbesitzer, von dem das Land für unsere neue Kirche in Velliam—

pattu gekauft wurde. Bruder Freche wird Ihnen schon ge—
schrieben haben, was für eine Bewandtnis es hat mit diesem
Lande, und weswegen der Bau nicht vor sich ging. Nun, ich
Mit Dank gegen Gott schreibe ich Ihnen,

Bei meinem ersten Besuch war er ziemlich
Er ist Nord⸗

indier, und seine Vorfahren haben dies Land (2000 Acker)

von der Regierung bekommen als Belohnung für wertvolle
Dienste während des Krieges gegen Tippu Sultan vor etwa

hundert Jahren unter Cornwallis, demselben, der die Waffen

streckte zu orktown. Als Nordindier verehrt er besonders
Ranea, der gekommen sei „‚den Bösen zur Vernichtung, den
Guten zum Heil'. Im Anschluß hieran konnte ich ihm eine
Predigt halten über JEsus, der gekommen sei, das Verlorne,

gerade die Bösen, nicht zu verderben, sondern zu erretten, und

führte das dann aus am Gichtbrüchigen. Ohne Widerrede

hörten er und die Umstehenden zu.

„Wir können nun also bald beginnen mit der Fortsetzung

Als ich'

des Baus. Der Bau ist
sehr nötig.

„Soll ich nun meinen Gesamteindruck vom Stand der
Arbeit in Vaniyambadi zusammenfassen, so würde ich sagen,
daß neben manchem Betrübenden doch Wachstum innerlich und
äußerlich zu verzeichnen ist. Die Arbeit leidet, soweit ich sehen
kann, noch nicht aus Mangel an näherer Aufsicht eines Missio⸗
nars an Ort und Stelle. Aber wie nötig ist nicht doch die
ständige Besetzung einer Station! Ach, daß doch unsere
Kandidaten aufwachten, Indien liebgewönnen und für Indien
auch etwas opferten! ö

„Noch ein erfreuliches Vorkommnis will ich mitteilen, um
zu zeigen, wie auch gerade ein Laie sich die Ausbreitung des
Evangeliums angelegen sein läßt. Der in Velliampattu wohn—
hafte Paul Christian (getauft Pfingsten 1914) mußte seinen
Wohnsitz verlegen nach einem sechs Meilen entfernten Dorf, wo
sein Bruder ein Feld besitzt, das er aber in voller Saat verließ
und nach Penang ging (ein nettes Beispiel von tamulischer
Kopflosigkeit). Damit nun die Saat nicht verschüttet werde,
ging Paul Christian hin, um die Ernte einzuheimsen. Er
wohnt also in der „Zerstreuung“, läßt aber sein Licht leuchten.
Er sammelt die Jugend und die Alteren um sich und sagt ihnen,
so gut er kann, vom „Weg'. Neulich holte er sich eine Wand—
tafel, um seine Arbeit besser tun zu können. Vethamamani
geht wöchentlich hin, um dort nachzusehen und dem Paul Chri—
stian auf dessen eigene Bitte hin geistliche Speise zu geben.
Das ist mir eine große Freude. Erst wenn das Christentunt
so durch die Laien und nicht von besoldeten Missionsdienern
verbreitet wird, wird das Evangelium seinen Siegesgang an—
treten in diesem dunklen Land. Möge Gott die Zeit bald ein—
treten lassen!

„Ich empfehle Ihnen und allen Heimatschristen das Feld
in und um Vaniyambadi mit dem Weizen, dem Unkraut, der
dünnen und der vollen Saat der herzlichsten Fürbitte.“

So weit der Bericht Missionar Küchles. L.

Das Fundament ist schon gelegt.

—

v.

Schule der Zionsgemeinde zu Staunton, Ill.

Woimmer es christliche Eltern gibt, da gibt es auch Leute,
die sich mit der Frage beschäftigen: Wie können wir unsere
Kinder am besten erziehen in der Zucht und Vermahnung zum
SErrn? Da gibt es nun ein Erziehungsinstitut, das sich be—
währt hat, das unsere Väter gepflegt, wofür sie willig ihre

Opfer dargebracht haben, das auch wir uns nicht nehmen lassen

wollen, das ist die christliche Gemeindeschule. Auch die
ev.-luth. Zionsgemeinde zu Staunton, Ill., hat, Gott sei Dank,
eine solche Gemeindeschule, und ich bin gebeten worden, etwas
darüber zu berichten.

Es war im Jahre 1847, als der selige P. F. Lochner den
wenigen deutschen Lutheranern in dieser Gegend das Evan—
gelium predigte. In den folgenden Jahren, 1848 bis 1850,
wurde das kleine Häuflein von den Pastoren J. G. Birkmann
und K. Schliepsiek mit Wort und Sakrament bedient. Es
folgte eine bewegte Zeit; denn von Sekten und falschen Brü—
dern wurde das Bestehen der neugegründeten Gemeinde be—
droht. Doch ehe die Gemeinde ihre erste Kirche, ein Block—
gebäude, errichtete, war schon für eine christliche Gemeindeschule

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