Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 14 › Seite 257
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. Juli 1916, Seite 257
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Hinnnel, der hatte ein ewig
Cuangelium, zu uerkündigen
denen, die aus Erden sißen
und wohnen, und allen Hei⸗
den, und Seschlechlern, und
Sprachen, und Välkern, und
sprach mil groher Stimme:
Lürchtei Golt, und gebel
ihm die Chrr; denn dit Zeit f
seines Gerichis ist ommen,
und betel an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Meer, und die Wasser-
brunnen. Ossb. Joh. 14, 6.7.
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HBerausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ghio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Lonis.
72. Jahrgang.
St. Louis, Mo., den 4. Zuli 1916.
Nr. 14.
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Die Gnade.
Gott zum Gruß und den SErrn IEsum Christum zum
Trost!
Weil ich mal wieder zu euch reden soll und will, ihr
lieben Christen, so will ich von dem Besten, das ich kenne und
habe, zu euch reden: von der Gnade Gottes in Christo JEsu.
Gnade heißt auf griechisch Charis. Und alle Stellen ohne
Ausnahme, an welchen im Neuen Testamente von dieser Gnade
(Charis) geredet wird, will ich hernehmen und euch zeigen,
was in ihnen gesagt ist.
I.
1. In den apostolischen Briefen, und zwar zu deren An⸗
fang und Schluß, wird den Christen Gnade entboten von Gott
und dem HErrn JEsu Christo.
Hier sind diese Entbietungen: Röm. 1, 7; 1 Kor. 1,
2 Kor. 1, 2; Gal. 1, 3; Eph. 1, 2; Phil. 1, 2; Kol. 1,
1 Thess. 1, 1; 2 Thess. 1, 1; 1 Tim. 1, 2, 2 Tim. 1, 2;
Tit. 1, 4; Philem. 3; 1 Petr. 1, 2; 2 Petr. 1, 2; 2 Joh. 3;
Offenb. 1, 4. 5. — Röm. 16, 20. 24; 1 Kor. 16, 23; 2 Kor.
13, 13; Gal. 6, 18; Eph. 6, 23. 24; Phil. 4, 23; Kol.
4, 18; 1 Thess. 5, 28; 2 Thess. 3, 18; 1 Tim. 6, 21; 2 Tim.
4, 22; Tit. 3, 15; Philem. 25; Hebr. 13, 25; Offenb. 22, 21.
Es ist klar, daß Gott durch solche Entbietungen den Chri—
sten die Gnade gibt, gibt und immer wieder gibt. Gott redet
keine leeren Worte. Solche Gnadenerbietung ist das Evan⸗
gelium. Denn das Evangelium ist das Wort der Gnade,
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wie ihr gleich sehen werdet.
Solche Gnadenerbietung ist den Christen, den gläubigen
Christen, gemacht. Aber sage doch, was war zuerst da: die
gläubigen Christen oder das Wort der Gnade, das Evange—
lium? Sicherlich das Evangelium. Gott sendet sein Evan⸗
gelium in alle Welt, und dadurch werden Menschen zu Christen,
welchen diese Entbietung der Gnade stets gilt. Mark. 16,
15. 16. Na, liest dies jemand, der nicht weiß, ob er diese
Gnadenerbietungen auf sich beziehen darf? Höre! Dir, dir
wird die Gnade gepredigt und gegeben. Greif nur zu! Dann
gelten dir diese Gnadenentbietungen stets; denn dann bist du
ein Christ. ö
Merke aber: die Gnade Gottes ist die Gnade, welche in
Christo IEsu ist, unserm HErrn und Heiland. Eine
andere Gnade gibt es nicht.
2. Ja, das Evangelium ist „das Wort der Gnade“, die
frohe Botschaft von der Gnade Gottes in Christo IEsu —
nichts anderes. Apost. 14, 3; 20, 24. 32.
3. Und nun höre ein wundersames Ding: Gott, der das
Evangelium, das Wort der Gnade, zu aller Kreatur sendet, ist
„der Gott der Gnade“. 1 Petr. 5, 10. Gottes eigentlicher
ewiger Sinn gegen uns Sünder ist Gnade, Gnade, Gnade.
Die ewige unerforschliche Herrlichkeit Gottes ist erschienen
und gesehen und geschaut und wird erkannt in dem eingebornen
Sohne des Vaters, in dem Fleisch gewordenen „Wort“. Denn
das „Wort“ ist Gott. Joh. 1, 1. Und diese Herrlichkeit Gottes
wie auch der eingeborne Sohn selbst ist „voller Gnade und
Wahrheit“, voller Gnade, die die Wahrheit, die rechte eigent⸗
liche Wahrheit, des Sinnes Gottes gegen uns Sünder ist.
Joh. 1, 14. Ist das nicht wundersam? Willst du da nicht
anbeten?
4. Und diese Gnade Gottes in Christo IEsu ist für alle
Menschen da, sie geht über alle Menschen ohne Unterschied.
Röm. 1, 5; Tit. 2, 11; 1 Petr. 3, 7; Hebr. 2, 9. Ja, lies
nur immer die angeführten Schriftstellen nach! Mir, mir
sollst du nichts glauben.
5. Und diese Gnade Gottes ist „Gabe“: sie zeigt und er⸗
weist sich in wundersam seligen Gaben, welche sie uns gibt,
wie wir das im nächsten Kapitel sehen werden. Röm. 5, 15.
6. Aber das soll gleich gesagt werden: Aus Gnade, in
Gnade, durch Gnade liebt Gott uns Sünder und gibt uns
ewigen Trost und eine gute Hoffnung. 2 Thess. 2, 16.
7. Von dieser Gnade, die wir Christen nun haben und
voll erkennen, haben die Propheten des Alten Testaments ge⸗
weissagt. 1 Petr. 1, 10.
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