Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 14 › Seite 263
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. Juli 1916, Seite 263
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Kindern den Religionsunterricht erteilen soll.
S Ver V„LurberanesSs.
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Am Synodalsonntag wurde bei unserm Gymnasium in
Bronxville unter Beteiligung der Synodalen und vieler Glie⸗
der der New Yorker Gemeinden das jährliche „Collegefest“
gefeiert, wobei Herr Vizepräses P. Brand die deutsche und
P. F. P. Wilhelm die englische Rede hielt.
Die Gesamteinnahmen des Kassierers im verflossenen Fis⸗
kaljahr betrugen 541,476.17; dazu kommen noch etwa §50,000,
die für den Bau des neuen Bethlehem⸗Waisenhauses auf Staten
Island kollektiert wurden. K. K.
Not in der Fremdsprachigen Mission.
Schon vor dem Weltkrieg fehlte es an echt lutheri⸗
scher Literatur für die Mission unter Esten, Letten, Litauern,
Polen, Persern, Finnen, Slowaken, Italienern, die in ganz
Nordamerika zerstreut wohnen.
Deshalb ist die Fakultät unserer theologischen Anstalt in
Springfield beauftragt worden, für geeignete Schriften zu
sorgen. (Siehe Ber. d. Del.⸗Syn. 1914.) Der Ausführung
dieses Beschlusses haben sich begreiflicherweise manche Hinder⸗
nisse in den Weg gestellt.
Nun aber ist infolge des Weltkriegs auch das Material
nicht mehr zu beziehen, das noch einigermaßen brauchbar war
für unsere fremdsprachigen Gemeinden. Länger im Amt
stehende Pastoren samt ihren Gemeinden behelfen sich mit dem
Vorrat, den sie noch vor dem Krieg aus Europa bezogen hatten.
Die jüngeren Pastoren aber können nicht einmal für sich selbst,
geschweige für ihre Gemeindeglieder, auch nur das Notwendigste
an Katechismen, Gesangbüchern usw. erlangen. Einer dieser
Pastoren teilt mit, daß er keinen lutherischen Katechismus und
keine Biblische Geschichte in der Sprache besitzt, mittels deren er
Auch die Kinder
müssen also ohne solche Unterrichtsbücher fertig werden. In
einem Gemeindlein, dessen Gotteshaus gewöhnlich von 50 bis
80, an Festtagen aber von etwa 150 Personen besucht wird,
finden sich im ganzen nur 30 Gesangbücher.
Jeder Leser wird sagen: Hier muß rasch und
gründlich geholfen werden!
So ist es. Darum wollen wir allseitig Hand ans Werk
legen. ö
Zunächst ist klar, daß Bücherdrucken Geld kostet. Es
wollen darum recht viele Gemeinden neben ihren üblichen
Kollekten für die Fremdsprachige Mission eine Extragabe
darbieten für „lutherische fremdsprachige Literatur“. Eine Ge—
meinde hat schon für diesen Zweck eine besondere Bewilligung
gemacht, und eine Konferenz hat schon unter sich gesammelt.
Ein einzelner Christ — der ein „Herr Unbekannt für Fremd—
sprachige Mission“ bleiben will — hat Mittel dargeboten für
den Druck einer übersetzung des Lutherschen Katechismus in
die polnische Sprache.
Richtige übersetzungen des Lutherschen Katechismus in
diese fremden Sprachen sind vor allen Dingen nötig. Dann
sollte folgen eine Biblische Geschichte, hierauf eine Übersetzung
unserer Auslegung des Kleinen Katechismus, sodann etwa ein
Singbüchlein mit einer kurzen Auswahl der besten Lieder für
Kirche und Schule.
Zugleich bitten wir nun alle Pastoren, die in solchen frem—
den Sprachen arbeiten, daß sie uns sofort den Mann aus ihrer
„
Mitte bezeichnen, den wir veranlassen sollten, die gewünschte
übersetzung anzufertigen. Man halte auch nicht zurück mit
sonstigen Wünschen und Ratschlägen.
Dem SeErrn der Kirche, der sein Wort verkündigt haben
will in vielen Sprachen, sei auch diese seine Reichssache be⸗
fohlen! R. D. Biedermann.
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Die St. Lukasschule in Chicago.
Es war am 8. Januar 1882, als die St. Jakobigemeinde
eine Zweigschule, etwa drei Meilen nordwestlich von ihrer Kirche,
einweihte. Der am Vormittag desselben Tages ordinierte und
eingeführte Hilfspastor sollte dort Schule halten und predigen.
Mit 16 Kindern wurde der Anfang gemacht. Nach zwei Jah—
ren besuchten 120 Kinder die Schule. Es mußte Raum ge⸗
schafft werden für Gottesdienste und Schule. Und wie fast
alle 39 deutsch⸗lutherischen Gemeinden unserer Synode in der
Stadt Chicago durch eine Schule gegründet wurden, so auch die
am 20. Januar 1884 gegründete St. Lukasgemeinde. Sie
wurde mit 34 Gliedern von der Muttergemeinde abgezweigt,
die dann in dem ihr zugewiesenen Gebiet Kirche und Schul⸗
gebäude errichtete.
Die Gemeindeschule wuchs so rasch, daß fast alle Jahre eine
neue Klasse eingerichtet werden mußte. Schon im Jahre 1893—
gab die Gemeinde ihre nördlichste Missionsschule an ihre Tochter⸗
gemeinde ab. Dennoch hatte sie im Jahre 1906 550 Schul⸗
kinder mit 8 Lehrern und einer Lehrerin. Man hatte nach
alter, hergebrachter Weise an verschiedenen Plätzen in der
Parochie Schulgebäude errichtet, wodurch die Einrichtung einer
achtgradigen Schule sehr erschwert wurde. Doch durch Be—
lehrung kam die Gemeinde zu der Überzeugung, daß es nur
zum Vorteil ihrer Schule sein würde, wenn diese als Klassen⸗
schule mit acht Graden eingerichtet würde, also nicht nur die
reine Lehre des Wortes Gottes als Hauptsache habe, sondern
auch gut deutsch, sodann aber auch in den englischen Fächern
irgendeiner öffentlichen Stadtschule ebenbürtig sei. Darauf be⸗
hielt die Gemeinde nur die erste, nach einer günstiger ge—
legenen Lokalität verlegte Schule — für die kleinen Kinder —,
riß ein aus Backsteinen errichtetes, vier Klassenzimmer ent⸗
haltendes Schulgebäude nieder und erbaute die im Bilde ge—
zeigte dreistöckige Schule auf demselben Grund und Boden
neben der St. Lukaskirche, die mit der inneren Einrichtung
auf 840,000 zu stehen kam.
Im Erdgeschoß befinden sich zwei große Spielsäle für die
Kinder, die nötigen Trinkzimmer nebst Toilettenräumen für
Knaben und Mädchen wie auch, abgesondert von diesen, für
die Kirchenbesucher. (Dampfheizungseinrichtung für Schule
und Kirche ist in einem besonderen Gebäude.) Im ersten wie
im zweiten Stock befinden sich vier geräumige Klassenzimmer,
die je Licht von zwei Seiten haben und Wandtafeln an drei
Wänden. Eine Office ist zwischen dem ersten und zweiten
Stockwerk eingerichtet. Eins der Klassenzimmer dient als Kon⸗
firmanden⸗ und Konferenzzimmer sowie als übungszimmer für
Chöre und Vereine. Hier ist auch das Museum für die Schule
untergebracht. Der dritte Stock bildet eine große Turn⸗ und
Konzerthalle mit Bühne — ein freier Saal ohne irgendwelche
Säulen. Er enthält Raum für 800 Stühle. Er ist verbunden
mit einer Bibliothek und einem Lesezimmer. Das Gebäude ist
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