Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 56, Nummer 26 › Seite 406
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 25. Dezember 1900, Seite 406
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8 „Tuthsranet
Staunton, Ill., berufen. Er bediente hernach noch mehrere Ge⸗
meinden, von welchen die Zions⸗Gemeinde in Town Jackson,
Wis., die letzte war.
Schon Anfangs der achtziger Jahre legte Rennecke wegen eines
zunehmenden Leber⸗ und Kopfleidens sein Amt zeitweilig nieder.
Er begab sich zunächst zu seinen Söhnen nach Milwaukee. Im
Sommer 1882 zog er jedoch zur Erholung nach West Prairie,
Poinsett Co., Ark., zu seinem Sohne. Aber auch hier diente
er den wenigen Familien, die daselbst wohnten, mit Wort und
Sacrament und nahm auch zuweilen die Kinder vor. Diese Leute
hätten ihn gerne berufen, aber sie waren zu arm, so daß sie keinen
Pastor erhalten konnten. Rennecke wurde in Arkansas besser,
kehrte nach Milwaukee zurück und wurde dann 1883 an die Ge⸗
meinde in Town Jackson berufen. Jedoch schon 1889 wurde er
wieder krank und legte dann sein Amt für immer nieder. Er lebte
zunächst bei seinem Schwiegersohn, Lehrer Janz in Milwaukee,
und von 1892 an bei seinem Schwiegersohn, Phil. Schatz in
Wayfside, Wis. Auf der Reise dahin im Januar erkältete er sich
so sehr, daß er Ende März desselben Jahres einen Nervenschlag
erhielt, der ihm die ganze linke Körperseite lähmte.
Von nun an war er ganz unfähig zu gehen, zu stehen oder
Arbeit zu thun. Sein Pfeifchen stopfte er sich aber immer selber
mit der gesunden Hand, mit welcher er auch aß. Er meinte, wenn
auch körperliche und geistige Ueberanstrengung, sowie Krank⸗
heiten seinen Körper geschwächt und dem Nervenschlag vorgear⸗
beitet hätten, so sei doch jene Reise im Winter die unmittelbare
Ursache dieses Nervenschlags gewesen. „Doch“, schreibt er, „des
HErrn Wille geschehe! Er hat es nach seinem weisen und doch
guten Willen zugelassen, daß ich diese Reise unternommen habe.
Muß ich gleich darunter viel leiden, so will ich mich doch in seinen
Willen ergeben und es geduldig lragen. Er kann ja auch noch
Gutes daraus kommen lassen für mich selbst und auch für andere,
zu seinem Lob und Ehre. Das thue er denn, der gnädige und
barmherzige Vater im Himmel, um JEsu Christi, seines lieben
Sohnes, willen. Amen.“ Ein erneuter Schlaganfall machte sei⸗
nem Leben in wenigen Tagen ein Ende, nachdem er noch mit
lallender Zunge seinen Wunsch geäußert hatte, das heilige Abend⸗
mahl zu empfangen, welches er dann auch erhielt. Er starb am
12. Juli Nachts, nachdem er 39 Jahre das heilige Predigtamt
bekleidet und 74 Jahre, 5 Monate und 18 Tage alt geworden
war. Sein Andenken bleibe unter uns im Segen!
E. Dürr.
Unsere Zeitschriften.
Mit dem zu Ende gehenden Jahr schließt auch wieder ein
Jahrgang der von unserer Synode für unser Christenvolk heraus⸗
gegebenen Blätter und Zeitschriften. Wir möchten darum diese
Gelegenheit wahrnehmen und ein Wort für deren Verbreitung
sagen. Vor allem sollte das älteste und Hauptorgan unserer
Synode, der „Lutheraner“, in jeder Familie unsers Syno⸗
dalkreises gehalten und gelesen werden. Es wird kaum ein Haus
geben, in das nicht ein weltliches Blatt regelmäßig einkehrt.
Sollte aber nicht jeder lutherische Christ auch eine Zeitschrift hal⸗
ten, die ihm von den Vorgängen auf kirchlichem Gebiet Be⸗
richt erstattet, die ihn vor allem auch gründen will in der
Erkenntniß der heilsamen Lehre, die ihm den Blick
schärfen will, kirchliche Vorkommnisse recht zu be⸗
urtheilen? Nun hat der „Lutheraner“ erfreulicherweise im
vergangenen Jahre seine Leserzahl um mehrere Tausende ver⸗
mehrt, und wir hoffen zuversichtlich, daß diese ihn immer besser
kennen und lieben lernen. Aber es sind noch viele, viele Familien
in unserm Synodalgebiet, die ihm ihre Thüre noch nicht geöffnet
haben. Wollen da nicht unsere alten und neuen Leser, wie es
Zeit und Gelegenheit mit sich bringt, ein empfehlendes Wort für
ihn einlegen? Die Erfahrung hat gelehrt, daß es der Verbreitung
eines Blattes ganz besonders dienlich ist, wenn der Freund den
Freund, der Nachbar den Nachbarn darauf aufmerksam macht.
Auch die lieben Frauen in unsern Gemeinden, von denen viele zu
den aufmerksamsten und treuesten Lesern des „Lutheraner“ ge⸗
hören, seien um solchen Liebesdienst herzlich gebeten. Und wenn
dann noch die Pastoren, Lehrer und Vorsteher der Gemeinden
die Verbreitung unsers Blattes sich öffentlich und sonderlich an⸗
gelegen sein lassen, auch diese Sache in der Gemeindeversammlung
zur Sprache bringen, so wird sich der Wirkungskreis des „Luthe⸗
raner“ im neuen Jahrhundert noch mehr erweitern und er wird
unter Gottes Segen und mit seiner Hülfe in noch weiteren Kreisen
Segen stiften. Das walte Gott!
Aber es erscheinen in unserm Verlagshause noch mehrere
andere Blätter, auf die wir einmal wieder besonders aufmerksam
machen möchten. Da sind zunächst die von der Synodalconferenz
herausgegebenen Missionsblättchen, die „Missions⸗
Taube“ in deutscher Sprache und ZNe Luthieran Pioneer“
in englischer Sprache. Die „Missions⸗Taube“ erzählt insonder⸗
heit von dem segensreichen Werk der Negermission im Süden
und Südosten unsers Landes, gibt aber zugleich auch eine Ueber⸗
sicht über die Vorkommnisse auf dem Missionsgebiet der ganzen
Welt. Der kleine Pioneer“' aber ist selbst ein rechter „Missio⸗
nar“, den du mit deinen Kindern gern lesen wirst und den du
dann deinem englisch redenden Nachbarn geben sollst, damit er auch
erfahre, was eigentlich Evangelium ist. Denn in den Secten⸗
kirchen hört er's nicht.
Aber deine großen und kleinen Kinder möchten auch etwas
zur Unterhaltung lesen? Nun, auch dafür ist gesorgt. Du
kennst wohl schon unser „Kinder⸗ und Jugendblatt“,
hast es ohne Zweifel schon einmal gesehen. Aber hast du es
auch schon einmal gehalten und dich mit den Deinen an seinem
lehrreichen und mannigfaltigen Inhalt erfreut? Laß dir einmal
einen Jahrgang kommen und du wirst es nicht bereuen. Und
sind deine Kinder noch zu klein, um das „Kinder⸗ und Jugend⸗
blatt“ zu verstehen, so können sie doch das Blättchen „Für die
Kleinen“ lesen und sich an seinem reichen Bilderschmuck er⸗
freuen. Willst du aber, weil deine Söhne und Töchter gern
englisch lesen, ein Unterhaltungsblatt in dieser Sprache haben,
so empfehlen wir dir das Concordia Magazine“, das gerade
für den nun beginnenden neuen Jahrgang einige wichtige Verän⸗
derungen ankündigt. Und damit du auch weißt, was du bestellst,
so laß dir entweder von deinem Pastor oder auch direct von unserm
Verlagshause (Concordia Publishing House, St. Louis, Mo.)
unentgeltlich eine Probenummer irgend eines der genannten Blät⸗
ter zustellen. Solche Probeexemplare werden allen Pastoren auf
Verlangen und in gewünschter Anzahl zugesandt werden.
L. F.
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