Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 57, Nummer 6 › Seite 90

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 19. März 1901, Seite 90

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Aergernis 4 · Miſſion 32

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auch ein Gleichniß von einem Bettler, der voll Wunden war, und
saßen viel Fliegen drinnen, die ihn sogen und stachen. Da kam ein
barmherziger Mensch, wollte ihm helfen und jagte die Fliegen alle von
ihm; er schrie aber und sprach: Ach! was machst du da? Diese Fliegen
waren schier voll und satt, daß sie mir nicht mehr so angst thaten, nun
kommen die hungrigen Fliegen an ihrer Statt und werden mich viel
übler plagen. Verstehst du diese Fabeln? Obrigkeit ändern und Obrig⸗
keit bessern sind zwei Dinge, so weit von einander als Himmel und
Erde. Aendern mag leichtlich geschehen; bessern ist mißlich und ge⸗
fährlich. Warum? Es steht nicht in unserm Willen oder Vermögen,
sondern allein in Gottes Hand und Willen. Der tolle Pöbel aber
fragt nicht viel, wie es besser werde, sondern, daß es nur anders werde.
Wenn es dann anders wird, so will er abermals ein anderes haben.“
(St. L. Ausg., X, 506 f.)

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Todesanzeige.

Am 3. März entschlief selig im Glauben an seinen Heiland, dem
er 35 Jahre im Schulamt gedient hatte, unser Lehrer IJ. Grotheer
im Alter von 60 Jahren und 5 Monaten. Am 5. März wurde sein
entseelter Leichnam unter großer Betheiligung der Gemeinde und seiner
Collegen zur Ruhe gebettet. Er hinterläßt eine Gattin und fünf Kinder.

F. C. Leeb.

NUeue Drucksachen.

Gelegenheitsreden von W. Kistemannn, ev.⸗luth. Pastor. 256 Sei⸗
ten 84 5, in Leinwand gebunden mit Goldtitel. Zu beziehen
vom Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Preis:
51.00.

Der Verfasser, Pastor unserer Synode, bietet hiermit einen Band Trau⸗
reden dar, die nicht nur von Pastoren, sondern gewiß auch von christlichen
Braut⸗ und Eheleuten mit Nutzen und Segen werden gelesen werden. Es
sind im Ganzen 40 Traureden, durchschnittlich je etwa sechs Seiten umfassend.
Jeder Rede ist ein Bibelspruch, 29 Stellen aus dem Alten und 11 aus dem
Neuen Testamente, zu Grunde gelegt, und in lehrreicher Weise werden die
betreffenden Schristworte ausgelegt und auf das eheliche Leben angewandt.
Wir haben eine Anzahl der Reden gelesen und greifen beliebig einige Themata
heraus. Auf Grund von Luc. 2, 1. ff. wird gezeigt, „was fromme Eheleute
sich aus der Weihnachtsgeschichte zu Nutze machen sollen“. Aus Ruth 1,
16.17. wird dargethan, „mit welcher Gefinnung und mit welchen Entschlüssen
ein christliches Brautpaar den heiligen Ehestand antreten soll“. Nach Eph.
5, 22. ff. wird ausgeführt: „Christliche Eheleute sollen sich stets erinnern, daß
ihr Stand ein Bild der hohen Vereinigung Christi mit seiner Kirche ist.“ Der
128. Psalni lehrt, „welches die Glückwünsche sind, die der Heilige Geist Braut
und Bräutigam an ihrem Hochzeitstage darbringt“. Die Vorrede schließt mit
dem Wunsche, in den wir einstimmen: „Möge der HErr der Kirche auf die
hier in einfacher und anspruchsloser Form dargebotenen Hochzeitsreden seinen
göttlichen Segen legen.“ Bei einer etwaigen zweiten Auflage dürfte sich
empfehlen, den zu allgemeinen Titel „Gelegenheitsreden“ in „Hochzeitspredig⸗
ten“ oder „Traureden“ umzuändern, da auf keine anderen Gelegenheiten als
auf kirchliche Trauungen Bezug genommen wird. L. F.

Verhandlungen der vierundzwanzigsten Jahresversammlung der Sy⸗
node der ev.⸗luth. Freikirche in Sachsen u. a. Staaten. 1900.
Zwickau i. S. Verlag des Schriftenvereins der sep. ev.⸗luth.
Gemeinden in Sachsen. 112 Seiten. Zu beziehen vom Con-
cordia Publishing House, St. Louis, Mo. Preis: 30 Cts.

Der Bericht unserer Schwestersynode in Deutschland zeichnet sich wieder
durch trefflichen Inhalt aus. Zuerst kommt eine feine Synodalrede über das

Wort: „Grr, ich warte auf dein Heil.“ Daran schließt sich der Jahres⸗

bericht, der mit den am Schlusse des Berichts stehenden Geschäftsverhand⸗

lungen einen Blick in das Synodalhaus thun läßt. Vor allem aber empfehlen

wir das ausführliche Referat über kirchliche Union dem Studium unserer
Leser. Da wird zuerst vom Referenten, P. W. Hübener, gezeigt, daß die
wahre Union oder Einigkeit in der unsichtbaren Kirche allezeit vorhanden ist,
in der rechtgläubigen, sichtbaren Kirche zur Erscheinung kommt und in der
triumphirenden Kirche sich vollendet. Hierauf wird dargelegt, was falsche.
von Gott verbotene Union ist, nämlich jedwede kirchliche Vereinigung von
Glauben und Unglauben, von rechter und falscher Lehre, von Bekennern und
Verleugnern der Wahrheit. Alle falsche Union, auf der Fluch ruht, muß be⸗
kämpft, die rechte, gottgefällige Union, auf der Gottes Segen und Verheißung
ruhen, muß mit allen Kräften erhalten und ausgebreitet werden. Neigung zu
falscher Union ist ja einer der Grundschäden des heutigen kirchlichen Lebens.
In diesem Bericht wird aus Gottes Wort gezeigt, wie sich ein bekenntnißtreuer
Lutheraner dazu zu stellen hat. L. F.

Luthers Schwert und Kelle. Vierter Jahrgang. 1900. Heraus⸗

gegeben von P. M. Willkomm in Niederplanitz. Zwickau i. S.

Druck und Verlag von Johannes Herrmann. Erscheint monat⸗

lich zweimal, je 4 Seiten (946) stark. Preis des Jahrgangs

bei monatlicher Zusendung: 30 Cts. Bestellungen nimmt ent⸗

gegen das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo.

Das ist ein treffliches kleines Blättchen, das nichts Eigenes, sondern lauter

sorgfältig ausgewählte längere und kurze Aussprüche Dr. Martin Luthers ent⸗

hält, die gerade die in unserer Zeit aufsteigenden Fragen der christlichen Lehre

und des christlichen Lebens beleuchten, dadurch in Luthers Schriften hinein

führen und diese dem Christenvolk unserer Tage köstlich machen wollen. Jedes

Blättchen eignet sich auch sehr wohl zum Vertheilen. Wir wünschen ihm auch

in America aufmerksame Leser, die auf diese Weise um einen geringen Preis
herrliche Auszüge aus Luthers Schriften bekommen. L. F.

Die evangelische Kirche auf dem Wege nach Rom. Zwickau i. S.
Druck und Verlag von Johannes Herrmann. 1900. 40 Sei⸗
ten 94 6. Zu beziehen vom Concordia Publishing House,
St. Louis, Mo. Preis: 20 Cts.

Der Verfasser wird nicht genannt; doch irren wir wohl nicht, wenn wir
in ihm ein bekanntes Glied der sächsischen Freikirche vermuthen, von dem schon
mehrere Schriften an dieser Stelle angezeigt worden sind. Die vorliegende
Schrift ist zunächst für die evangelische Kirche Deutschlands bestimmt, deren
hervorragenden Lehrern der Verfasser mit Recht Abfall vom lutherischen Be⸗
kenntniß und Festhalten schwerer Irrthümer nachweist. Und er zeigt nun
im Einzelnen, daß die moderne evangelische Kirche in gar vielen Stücken
im Grunde römischen Irrthum hegt, so merkwürdig das auch klingt (falsche
Stellung zur heiligen Schrift, falsche Lehre von der Kirche, von der Erbsünde,
von Rechtfertigung und Heiligung, von Christi Person und Amt). Ein ern⸗
stes, lesenswerthes Schriftchen. L. F.

Taufnamen⸗Schatz. Eine vollständige Sammlung von Taufnamen
aus vielen Sprachen, nebst Angabe der Abstammung und der
Bedeutung derselben. Mit drei wichtigen Anhängen: 1. Das
christliche Kirchenjahr. 2. Der Gottesacker. 3. Erklärungen
fremder Ausdrücke und Gebräuche im Leben. Dargeboten von
Johann Balthasar Bernthal, ev.⸗luth. Pastor zu Oakwood,
Wis. Druck des Northwestern Publishing House. 1900.
91 Seiten 83 6 in Leinwand gebunden mit Goldtitel. Preis:
81.00. Zu beziehen vom Concordia Publishing House,
St. Louis, Mo.

Der Inhalt dieses Buches ist im Titel genügend angegeben. Das 60 Sei⸗
ten umfassende Taufnamenregister, auf jeder Seite 80 bis 100 Namen bietend,
ist gewiß auch für den Liebhaber der allerunbekanntesten Namen ausreichend.
Der Anhang über das Kirchenjahr umfaßt nur vier Seiten, bringt aber die
Hauptsachen in einfacher Sprache. Der zweite Anhang gibt insonderheit pas⸗
sende Inschriften für Grabsteine, und eine solche Sammlung ist nicht über⸗
flüssig, da man öfters nicht nur unpassende, sondern sogar unchristliche In⸗
schriften auf christlichen Grabstätten findet. Hinsichtlich des dritten Anhanges
werden die Meinungen getheilt sein. Man wird da einerseits manches ver⸗
geblich suchen und andererseits manches finden, was man nicht dort suchen
würde. L. F.

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