Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 60, Nummer 14 › Seite 215

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 5. Juli 1904, Seite 215

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Lehranſtalt 7

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Ver „Dutherane

215

Ein Bericht über die Negermission wurde verlesen, welcher
igte, wie der HErr auch auf diesem Felde mit uns ist mit seinem
Geist und Gaben. Es wurde dabei der Wunsch geäußert, daß
doch die beiden Blätter, die im Interesse dieser Mission heraus⸗
gegeben werden, die „Missions-Taube“ und der Lulheran
eer in größerer Anzahl als bisher gelesen werden möchten
und daß man insonderheit auch des Negercollege in North Caro⸗
lina gedenken wolle. Liebe Christen, laßt uns auch in diesem
Werke nicht müde werden, sondern uns ermuntern, es auch ferner⸗
hin auf betendem Herzen zu tragen und mit gebenden Händen
zu unterstützen.
. Die Sache der Taubstummenanstalt zu North Detroit wurde
von P. Otte mit warmen Worten allen Anwesenden ans Herz
gelegt. Der herzlichste Dank wurde ausgesprochen für alle Liebe,
die diese Anstalt von Seiten der Gemeinden des Districts bereits
erfahren hat, und die Bitte angefügt, auch in Zukunft dieser
Anstalt in Liebe gedenken und besonders darauf hinwirken zu
wollen, daß unsere lieben Gemeinden taubstumme Kinder aus
ihrer Mitte nicht in Staatsanstalten, sondern in diese unsere
Anstalt schicken, wo sie nicht nur leiblich versorgt, sondern auch
dem zugeführt werden, ohne den auch sie nicht selig werden
können. — Ueber das segensreiche Wirken der Kinderfreundgesell⸗
schaft berichtete P. Germann von Bay City, und die Synode be⸗
schloß, den lieben Gemeinden zu empfehlen, auch dieses Werk
fernerhin in Liebe zu bedenken. — Aus unserer Mission in Ost⸗
indien Interessantes und Erfreuliches zu hören, hatten die An⸗
wesenden schöne Gelegenheit, da P. Freche, einer unserer dortigen
Missionare, anwesend war und zwei verschiedene Vorträge hielt,
den einen in der Kirche zum heiligen Kreuz, den andern in der
Kirche P. Partenfelders auf der Ostseite. — Aus Murtoa, Austra⸗
lien, hatte unser theurer Prof. C. F. Gräbner ein Schreiben ge⸗
sandt mit Segenswunsch zu den Verhandlungen.
Ueber das Altenheim in Monroe berichtete P. H. Frincke.
Er dankte den Gemeinden des Districts für die Liebesgaben, die
sie dem Altenheim im Laufe des vergangenen Jahres hatten zu⸗
fließen lassen, und bat, doch auch in Zukunft dieser unserer Anstalt
freundlich gedenken zu wollen. Auch fügte er eine herzliche Ein⸗
ladung zu reger Theilnahme an dem am 14. August dieses Jahres
abzuhaltenden Altenheimfest hinzu.
x Ueber den Stand der Kassen wurden im Ganzen erfreuliche
Berichte vorgelegt. Nur das wurde bedauert und beklagt, daß
für die Baukasse noch nicht das Nöthige eingegangen sei. So
hätten manche durchaus nothwendige Bauten nicht in Angriff
genommen werden können. Namentlich in Fort Wayne sei die
Noth groß. Würde da der beschlossene Neubau nicht bald aus⸗
geführt, so müßten sich meldende Schüler wegen Mangels an
Raum abgewiesen werden. Das wäre tief zu beklagen. Denn
noch immer ist ja die Prediger⸗ und Lehrernoth so groß; noch
immer ertönt daher der Ruf: „Schickt uns gottesfürchtige und
begabte Knaben!“ O so laßt uns doch auch, ihr lieben Christen,
alles thun, damit wenigstens allen, die sich melden, Raum und
Aufnahme werden kann. Der treue Gott aber erfülle je mehr
und mehr unsere Herzen mit brünstiger und aufopfernder Liebe
zu dem, der sich selbst für uns geopfert hat, und mache uns stets
willig und bereit, die so große Ernte seiner blutigen Aussaat
einsammeln zu helfen. Und er selbst sei mit uns und segne uns!
Amen. J. F. Müller.

Sur kirchlichen Chronik.

Amerieca.

Die Pflege unserer Lehranstalten.
21. Juni dieses Jahres die Districtspräsides sich in St. Louis ver⸗
sammelten, um sich für die bei ihnen eingelaufenen Berufe Candidaten
des Predigtamts vorschlagen zu lassen, stellte es sich heraus, daß 145
Candidaten des Predigtamts begehrt wurden und nur 75 vorhanden
waren. Ferner wurden 72 Candidaten des Schulamts begehrt, wäh⸗
rend unser Lehrerseminar zu Addison nur 27 Candidaten zur Verfügung
stellen konnte. Alle unsere lieben Christen sehen hieraus, daß uns
Gott immer lebendiger die Wahrheit des Wortes vor Augen
rückt: „Die Ernte ist groß, aber wenig sind der Arbeiter“, und uns
immer dringender ermahnt, täglich in dem Gehorsam des Wortes
zu wandeln: „Bittet den HErrn der Ernte, daß er Arbeiter in
seine Ernte sende.“ Wir wissen nun, daß Gott uns auf unser Gebet
mehr Arbeiter, geben will durch unsere Lehranstalten. Auf
unsere Lehranstalten muß sich unser vermehrter Fleiß richten. Wir
haben auch bereits angefangen, fleißiger zu sein. Wir haben auf der
Delegatensynode 1902 beschlossen, drei Vorbereitungsanstalten zu er⸗
weitern. Dieser Beschluß ist ausgeführt, und die Zahl der Schüler
hat sich nicht unbeträchtlich gemehrt. Wir haben auch Reparaturen,
Anschaffungen und Bauten in Fort Wayne, Milwaukee, St. Paul,
Seward, Concordia und Addison vornehmen können. Um alles
auszuführen, was die Vertreter der Gemeinden auf der letzten Dele⸗
gatensynode für nothwendig erachteten und den Gemeinden empfah⸗
len, müssen wir noch ein Lehrgebäude in Fort Wayne und ein Wirth⸗
schaftsgebäude in St. Louis bauen, sowie eine Centralheizung in
Springfield einrichten. Die hierfür erforderliche Geldsumme ist erst
zum kleineren Theil vorhanden. Wohlan! gehen wir freudig ans
Werk, um auch diesen letzten Theil der Arbeit, die wir uns auf der
letzten Deleggtensynode vorgenommen haben, auszuführen. Danken
wir Gott für die Gnade, die uns in Christo IEsu zu Theil geworden
ist, und drücken wir unsern Dank gerade auch dadurch aus, daß uns
— mit Luther zu reden — kein Werk auf Erden mehr am
Herzen liegt, als die Predigt und Ausbreitung des Evangeliums.
Es soll niemand zu Gaben für das Evangelium gezwungen werden.
Es soll auf keine Gemeinde ein ungehöriger Druck ausgeübt werden.
Aber Eins wollen wir thun: wir wollen einander vorstellen, wie über⸗
aus herrlich das Christenwerk sei, das uns unser Heiland in der Pre⸗
digt des Evangeliums befohlen hat, und daß wir vornehmlich mit
diesem Werk echristliche Barmherzigkeit an und in der Welt üben.
Als der HErr Christus das geistliche Elend des Volkes sah, daß
sie verschmachtet und zerstreuet waren, wie die Schafe, die keinen
Hirten haben, da jammerte ihn desselbigen, und da sprach er zu
seinen Jüngern: „Die Ernte ist groß, aber wenig sind der Arbeiter“,
und da befahl er seinen Jüngern: „Bittet den HErrn der Ernte, daß
er Arbeiter in seine Ernte sende“, Matth. 9, 36—38. F. P.

Die Aufgabe unserer Districtspräsides bei der Candidaten⸗
vertheilung war, wie schon aus den oben mitgetheilten Zahlen her⸗
vorgeht, keine leichte. 70 Berufe ins Predigtamt und 45 Berufe
ins Schulamt konnten nicht berücksichtigt werden. Ganze Stunden
wurden damit zugebracht, um nur die Stellen auszuscheiden, die am
ersten noch ein Jahr auf einen eigenen Prediger oder Lehrer warten
und anderweitig mit Predigt und Schulunterricht versorgt werden
können. Daß dabei gar manche Gemeinde und manches Missions⸗
gebiet Schaden leiden wird, wurde mehr als einmal ausgesprochen
und von der ganzen Commission tief bedauert. Aber was läßt sich
thun, wenn der verfügbaren Candidaten verhältnißmäßig so wenige
sind und die Nothlage der Kirche so groß ist? Die Berufe waren aus

Als am Morgen des

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