Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 15 › Seite 240
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. Juli 1908, Seite 240
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geben 7 · Das 5. Gebot 23 · Kirchengemeinſchaften
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8 Ner TutheranesSs
werden, wenn ihnen dieselbe Bildungsmöglichkeit eröffnet werden
sollte wie den Weißen. Trotzdem gebe es unter den nordamerika⸗
nischen Negern nur noch 44 Prozent Analphabeten (Menschen, die
nicht lesen und schreiben können), während manche europäische
Länder noch einen weit höheren Prozentsatz Analphabeten besäßen.
— Die Leipziger Missionsgesellschaft arbeitet außer in Indien
unter den Kamba⸗ und Dschagganegern in Afrika. Die Dschagga⸗
mission zählt 1030 Christen, die Kambamission 22, die Tamulen⸗
mission in Indien 21,883. Für das letztgenannte Missionsfeld
wurde wieder ein Missionskandidat abgeordnet. Die Gesamtein⸗
nahmen an milden Gaben für die drei Missionen während des
Rechnungsjahres beliefen sich auf rund 8156,000. — Auf der
Synode der Leipziger Missionare in Trankebar in Indien tat der
älteste der dortigen Missionare, D. Sandegren, der Vorsteher des
schwedischen Missionsgebietes in dieser Mission, folgenden Aus⸗
spruch: Es sei am 11. Juni 1907 gerade vierzig Jahre gewesen,
daß er nach vollendetem Universitätsstudium in Upsala nach Leip⸗
zig gekommen sei, um sich zum Dienste in der Mission zu melden.
Wenn er jetzt daran denke, wie Gott ihn in die Mission geführt
und alle diese Jahre so gnädig erhalten habe, müsse er mit dem
Patriarchen sprechen: „Ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit
und aller Treue.“ Denn den Schritt, den er damals getan, habe
er nie zu bereuen gehabt. Er werde Gott bis an sein Ende danken,
daß er ihn gerade so und nicht anders geführt habe. L. F.
Aus Welt und Zeit.
über das „nationale Verbrechen“ schrieb ein römisch⸗katho⸗
lisches Blatt, der „Katholische Glaubensbote“, neulich, wie folgt:
„Vor kurzem hat ein angesehener Chicagoer Arzt erklärt, daß in
jener Stadt jährlich rund 50,000 verbrecherische Operationen aus⸗
geführt, rund 50,000 Menschenleben im Keime erstickt würden,
und es hat sich nicht eine Stimme erhoben, welche gewagt hätte,
ihn Lügen zu strafen. Die meisten Verbrechen dieser Art, sagte
er, würden in Hospitälern verübt, die sich gar nicht die Mühe näh⸗
men, ein Hehl daraus zu machen. Im Gegenteil, sie lockten durch
Anzeigen, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen, ihre
Kundinnen an. Fünfundzwanzig solcher Hospitäler sollen an⸗
geblich in Chicago bestehen; weitere fünfundzwanzig zeigen zwar
nicht direkt in den Zeitungen an, dienen aber demselben Zwecke,
und eine ganze Legion von Arzten der niederen Klasse, regelrecht
organisiert, lebt fast ausschließlich vom Kindermord und wird von
einer ebenso sorgfältig organisierten Rotte von Advokaten der
niederen Klasse in ihrem verbrecherischen Treiben beraten und be⸗
schützt. Die Enthüllungen des betreffenden Arztes haben natürlich
ungeheures Aufsehen gemacht und in allen Blättern den Schrei
nach Abhilfe laut werden lassen. Aber was wird's helfen? Was
heute das Tagesgespräch bildet, ist morgen veraltet und übermor⸗
gen vergessen. Laßt eine Woche vorübergehen, und man wird
auch über der ernsten Mahnung des Chicagoer Arztes zur Tages⸗
ordnung übergehen. Und doch sind Zustände, wie sie der Chicagoer
Arzt enthüllt, ein Beweis eines grauenhaften sittlichen Verfalls.
Man schmeichle sich ja nicht mit der Hoffnung, daß in andern
Städten die Verbrechen gegen das keimende Leben zu den Selten⸗
heiten gehören. Es mag nicht überall so schlimm.⸗sein wie in
Chicago, aber schlimm genug ist es allerorten. Man braucht nur
die Geburts⸗ und Sterbestatistiken der Großstädte ein wenig zu
verfolgen. Geburten und Todesfälle halten sich fast überall knapp
die Wage. Die eine Woche übertrifft die Zahl der jungen Welt⸗
bürger die der Abgegangenen um eine Kleinigkeit, die nächste ist
es umgekehrt. Von einer nennenswerten naturgemäßen Zunahme
der Bebölkerung ist in den Großstädten heute schon kaum mehr die
Rede. Sie wächst fast nur noch durch Zuzug vom Lande und durch
die Einwanderung.
der Bevölkerungszahl fast sofort auch ein Stillstand bemerklich
machen. Schon jetzt sind die kinderreichen Familien fast durch⸗
weg Eingewanderte oder Neger. Wir lesen mit Grauen in der
Bibel vom bethlehemitischen Kindermord, und was man hier tut,
ist tausendmal schlimmer. Rahel beweinte ihre Kinder, jene Müt⸗
ter schlachten sie selbst mit grausamer Hand. Fürwahr, diese Zu⸗
stände bilden einen wahrhaft erschreckenden Beleg für die „höhere
Kultur und Moral unsers Landes“!“ — Wir fügen noch hinzu,
was aus Philadelphia berichtet wird. Dort wurde, wie die Tages⸗
presse mitteilte, kürzlich ein bekannter Arzt namens Wilson durch
vergiftetes Ale ums Leben gebracht. Die Polizei fand dann im
Nachlaß des Toten an 1500 Briefe, die beweisen, daß auch dieser
Arzt ein verruchtes Handwerk getrieben hat. Die Polizei geht mit
diesen Briefen sehr geheimnisvoll um, sonst würden, wie sie be⸗
hauptet, Hunderte von F an den Pranger
gestellt werden. L. F.
Vom Geben für das Reich Gottes.
Von den Gaben für das Reich Gottes sollte man eigentlich
ein besonderes Kapitel schreiben. Es sind Gaben, die einen Sieg
bedeuten.
„Almosen geben armet nicht!“ oder noch besser, das Wort unsers
Heilandes zu Herzen fassen, das er noch mit einem „Wahrlich,
ich sage euch!“ bestätigt: „Es ist niemand, so er verläßt Haus oder
Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder
Kinder oder Acker um meinetwillen und um des Evangelii willen,
der nicht hundertfältig empfahe, jetzt in dieser Zeit, Häuser und
Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Acker mit
Verfolgungen und in der zukünftigen Welt das ewige Leben“,
Mark. 10, 29 f. Fragt nur einmal die Missionare, ob der HErr
ihnen dies Wort nicht buchstäblich erfüllt habe, und alle werden mit
einem Munde bekennen: „Unser HErr ist ein treuer Zahler. Er
tut stets mehr, als er versprochen hat.“ Und es ist nicht von
ungefähr, daß Christus in diesem Worte gerade das irdische Geld
und Gut, die Acker, zweimal erwähnt. Gott segnet auch beson⸗
ders im Irdischen, die ihm ihr irdisches Gut opfern. Die ganze
Welt, auch die Handelswelt, in der es, Gott Lob, noch manche
Christen gibt, ist voll der herrlichsten Beispiele von solchem Gottes⸗
segen, welchen nur die nicht sehen, denen der Glanz des Goldes
die Sinne verblendet hat. Ein Christ in Amerika hatte einst am
Anfang seines Geschäftes des Erzvaters Jakob Gelübde beim Be⸗
ginn seines Pilgerwegs gelesen: „So Gott wird mit mir sein und
mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und Brot zu essen geben
und Kleider anzuziehen und mich mit Frieden wieder heim zu
meinem Vater bringen, so soll der HErr mein Gott sein, und
dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein
Gotteshaus werden; und alles, was du mir gibst, des will ich dir
den Zehnten geben“, 1 Mos. 28, 20 ff. Und als er nun wieder
an die Stelle kam, wo zwanzig Jahre später dieser selbe Patriarch
ausruft: „Ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und aller
Treue, die du an deinem Knechte getan hast; denn ich hatte nicht
mehr denn diesen Stab, da ich über diesen Jordan ging, und nun
bin ich zwei Heere worden“, 1 Mos. 32, 10 — da ging dies beides
dem amerikanischen Geschäftsmanne so durchs Herz, daß er in
seinem Hauptbuch ein „Konto des Erzvaters Jakob“ einrichtete
und treulich den zehnten Teil von dem Gewinn seines Geschäftes
hineinzahlte. Wenn dann ein Bote seines HErrn kam, und deren
kamen viele und jedes Jahr mehr, um für die Mission, für die
Bibelgesellschaft, für Waisenhäuser und Armenanstalten bei ihm
anzuklopfen, so sagte er seinem Geschäftsführer: „Sieh mal zu,
wie das Konto des Patriarchen Jakob steht“: und siehe, auch in
diesem Kad ging das Mehl nie aus, und dem Olkruge mangelte
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Hörte letztere plötzlich auf, so würde sich in
Wollte doch nur die Christenheit das Wörtlein lernen:
—20— **ʃ
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