Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 15 › Seite 237

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. Juli 1908, Seite 237

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gemeinſchaft

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den zu rechten lutherischen Gemeinden zu machen.
haben unsere Pastoren das Recht, Gottes Wort rein und lauter

haben sie die Erziehung der Jugend ganz in ihren Händen.

8Der VutheranesS

237

2 Das Missionswerk in Brasilien hat auch seine Schwierig⸗

keiten. Es sind dieselben, die uns auf allen Miffionsfeldern

Eine Schwierigkeit besteht darin, daß die
Auch

gegentreten.
igen Gemeinden noch keine Mustergemeinden sind.

Arbeit, um die so lange verwahrlosten und verführten Gemein⸗
Indessen
zu verkündigen, und daher die Macht auf ihrer Seite. Auch

Eine andere Schwierigkeit ist die, daß unsere Pastoren in

Brasilien mancherlei leibliche Strapazen durchzumachen haben.

Wo aber mangelt es daran, auch auf unsern hiesigen Missions⸗

seldern? Freilich Opfermut und Arbeitslust gehört zum Mis⸗

sionsdienst, auch in Brasilien.
Daß unsere Synode ein Herz hat für ihre Missionare, die

draußen auf Vorposten stehen und Pionierarbeit tun, hat sie
kürzlich in Fort Wayne wieder recht deutlich bewiesen. Unsere
Synode ist nicht gewillt, ihre Missionare darben zu lassen. Sie
hat deshalb beschlossen, daß der Gehalt wenigstens 8600.00 be⸗

tragen, und daß die Kommission, wo es not tut, auch mehr

darreichen soll. Dadurch werden die Ausgaben unserer Mis⸗

sionskasse freilich um ein Beträchtliches erhöht werden.

zahlen die Hälfte, einige ein Drittel des Gehalts.

drei Pastoren und für drei Pastorenfrauen.

ö Gaben ungesäumt zu Hilfe!
nen die diesjährigen Kandidaten ihre Reise nicht antreten,

Wohlgefallen an unserm Werk in Brasilien hat, indem er es

Statt
82000.00 vierteljährlich müssen wir von nun an §3000.00
nach Brasilien schicken. Die brasilianischen Gemeinden sind
zum Teil sehr arm. Sie zahlen alle Gehalt. Bisher waren
drei Gemeinden selbständig; zwei waren es beinahe; einige
Das Feh⸗
lende muß aus der Missionskasse zugelegt werden, und die nun⸗
mehr beschlossene Aufbesserung des Gehaltes muß — wenig⸗

stens für geraume Zeit — auch aus dieser Kasse bestritten
werden.
große Auslagen für Reiseunkosten hat, die andere Missions⸗

Dazu kommt noch, daß diese Kasse auch jedes Jahr

kassen in diesem Maße nicht haben; beträgt doch das Fahrgeld

für eine Person von New York bis Porto Alegre 8185.00. Im

Laufe dieses Sommers, spätestens bis Anfang September,
muß für sechs Personen Passage besorgt werden, nämlich für
Und da unsere
Kandidaten mittellos sind und nicht mit leerer Tasche die große

Reise antreten können, so muß die Kommission jedem einen

begehrten Gehaltsvorschuß von durchschnittlich 8150.00 ge⸗
währen. Dazu kommen noch die Frachtunkosten, zu deren Be⸗

streitung die Kommission bisher 825.00 ausgesetzt hat.

Nun darf aber die Kommission nicht verschweigen, daß die

Kasse nicht nur leer ist, sondern bereits über 1000 Dollars
Schulden hat.

Das sollte aber nicht sein, daß wir unserer
brasilianischen Mission es so am Notwendigsten fehlen lassen.

Zu Anfang dieses Monats hätten wir die fällige Vierteljahrs⸗

sendung machen sollen, konnten es aber nicht. Warten wir
damit noch länger, so kommen unsere Pastoren in bittere Not,

da sie nur gegen hohe Zinsen (zehn Prozent) borgen können,

wenn sie überhaupt jemand finden, der ihnen borgt. Darum

ö ergeht an euch, ihr lieben Christen, die dringende Bitte: Um

der Liebe Christi willen kommt der Kommission mit reichlichen
Solange die Kasse leer ist, kön⸗

eren baldiges Eintreffen in Brasilien doch so dringend
Der liebe Gott hat es uns doch gezeigt, daß er

mit so schönen Erfolgen gekrönt hat. Da sollten wir nun auch
dies Werk aus allen Kräften fördern. Die brasilianische Kasse
sollte recht bald wieder gefüllt werden. Der liebe Gott öffne
die Herzen und die Hände für unsere brasilianische Mission!

Im Auftrag der Allgemeinen Inneren Missionskommis⸗
sion für das Ausland zeichnet mit brüderlichem Gruß

L. Lochner.

P. S. Die Kommission hat sich inzwischen genötigt ge⸗
sehen, weitere 82000.00 zu borgen, um die oben erwähnte
Quartalssendung ausführen zu können. Die Kasse hat daher
nun etwa §83000.00 Schulden.

Das herrliche Gut der glaubensbrüderlichen
Gemeinschaft.

Thesen für die Synodalkonferenz 1908. Vorgelegt von F. Pieper.

1.

Alle Christen stehen in innerer, unsichtbarer Gemeinschaft
miteinander, weil sie allesamt durch Wirkung des Heiligen
Geistes an Christum als ihren Heiland glauben und durch
diesen Glauben mit Christo als dem einigen Haupt der
Kirche und untereinander zu einem geistlichen Leibe ver⸗
bunden sind. In dieser Gemeinschaft stehen auch die Christen,
welche sich in irrgläubigen Kirchengemeinschaften befinden
(unitas ecclesiae interna sive fidei in Christum)

2

Es ist Gottes Wille und Ordnung, daß die, welche in
ihrem Herzen an Christum glauben, auch in äußere,
sichtbare Gemeinschaft miteinander treten, indem sie
vor allen Dingen zu Ortsgemeinden sich verbinden, in welchen
das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente dem gött⸗
lichen Wort gemäß gereicht werden, und darüber hinaus auch
die Christen, die an andern Orten den rechten Glauben be⸗
kennen, als Glaubensbrüder anerkennen und behandeln (uni-
tas ecelesiae eœπτterna sive professionis fidei). Zweck dieser
äußeren Gemeinschaft ist die Predigt des Evangeliums in der
Welt, die Ausbreitung der Kirche und die gegenseitige Er⸗
quickung und Stärkung im Glauben.

3.

Weil viele Christen aus Schwachheit in der Erkenntnis
Christi Befehl, sich nur zu seinem Wort zu halten, nicht ge⸗
horsam werden, sondern wider Christi Verbot mit Irrlehrern
Gemeinschaft machen, so sondern sie sich dadurch von der von
Gott geordneten glaubensbrüderlichen Gemeinschaft ab, und
es kommt diese nur unter den Christen zur Betätigung, die
sich nach Christi Ordnung in der Kirche halten, das heißt, die
reine Lehre des göttlichen Wortes bekennen und die Irrlehrer
meiden.

4.

Je trauriger es ist, daß so viele Christen in irrgläubigen
Lagern sich aufhalten und dadurch Zertrennung und Ärgernis
in der Kirche anrichten und aufrecht erhalten helfen, um so
fleißiger und aufrichtiger sollen die Christen, welche durch Got⸗
tes Gnade im rechtgläubigen Lager sich befinden, glaubens⸗
brüderliche Gemeinschaft miteinander halten und alle Störung
derselben sorgfältig meiden, Gott zu Ehren und der Welt und
der Kirche zu höchstem Nutzen.

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