Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 11 › Seite 199
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 25. Mai 1915, Seite 199
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wurde besser beschickt, und als die Notwendigkeit eines Neu—
baus immer mehr in den Vordergrund trat, unterschrieben
Gönner der Anstalt sowie Gemeinden des Kansas-Distrikts für
denselben etwa §15,000.
Diese wenigen Worte über die Vergangenheit der Anstalt.
Wie steht es denn in der Gegenwart?
Turnhalle in Winfield, Kans.
Wir haben in diesem Schuljahr 123 Schüler, von denen
bei weitem die Mehrzahl den Dienst im Weinberg des HErrn
ins Auge gefaßt hat. Von der Synode sind fünf Professoren
angestellt (der Direktor eingeschlossen) und zwei Hilfslehrer,
nämlich Prof. W. Wente und Student Fr. Brandhorst. Dem
sogenannten Business Department steht Prof. Iver Kloster
vor, ein fachmännisch ausgebildeter Lehrer und Glied der Win⸗
fielder Gemeinde. Ein Wort über diese Einrichtung sowie über
die sogenannte coeducation (daß nämlich dieser Geschäftskursus
und gewisse andere Klassen auch Mädchen offen stehen) wäre
wohl am Platz. Es datiert dieses aus der früheren Geschichte
der Anstalt und entsprang einem Bedürfnis seitens Kinder luthe—
rischer Eltern wie auch einem Bedürfnis seitens der Anstalt,
die nämlich das Lehrgeld benötigte. Als nun die Allgemeine
Synode, resp. der Kansas⸗Distrikt, die Anstalt übernahm, ließ
die vom Distrikt eingesetzte Behörde diese Einrichtungen be—
stehen und berichtete den Tatbestand an die Synode des Kansas⸗
Distrikts sowie an die Allgemeine Synode. Sowohl Aufsichts⸗
behörde wie Synode verschafften sich hierüber Klarheit, daß
diese Einrichtungen in keiner Weise den eigentlichen Zweck der
Anstalt, junge Leute für den Dienst der Kirche auszubilden,
hindern oder der Synode finanziell zur Last fallen dürfen.
Diesem Prinzip wird auch stets streng Rechnung getragen.
So wird der Gehalt des Lehrers im Geschäftskursus wie auch
die Auslagen für Schreibmaschinen usw. aus dem Lehrgeld,
das in dieser Abteilung einkommt, bestritten. Sollte nicht
hinreichend Lehrgeld einkommen, so würde diese Einrichtung
von selbst hinfallen. Für den von dieser Abteilung benutzten
Lehrsaal bezieht die Synode eine Jahresmiete von 75 Dollars.
Von den 26 Eingeschriebenen in diesem Schuljahr sind nur
zwei Mädchen, und mit Ausnahme eines Mädchens kommen
sämtliche Schüler aus unsern Gemeinden. Die Schüler dieser
Abteilung müssen, wenn Raummangel eintritt, den Synodal⸗
schülern weichen. In diesem Jahre zum Beispiel sind mehrere
Schüler des Geschäftskursus in Privatfamilien untergebracht.
Etliche Mädchen, darunter auch Töchter unserer Pastoren, die
bestimmte Klassen besuchen und auch Musikunterricht nehmen,
können mitunter freie Kost in einer Familie bekommen, wenn
sie leichte Hausarbeit übernehmen, wodurch gerade unsern Pa—
storen ein Dienst erwiesen wird. —Man verstehe uns nicht
so, als ob wir, Lehrer wie Schüler, uns für diese Neben⸗
einrichtungen ins Geschirr würfen oder gar den Blick uns
trüben ließen für den Hauptzweck der Anstalt; es wäre für
den Direktor eine Erleichterung seiner Pflichten, wenn er der
Aufsicht über diese Abteilung durch deren Eingehen überhoben
wäre. Andererseits aber liegt es auf der Hand, daß die Ein⸗
wirkung einer christlichen Anstalt auf solche Schüler nicht ohne
Einfluß bleibt, wie es denn auch wiederholt vorgekommen ist,
daß Schüler, die in den Geschäftskursus eintraten, später zu
dem Entschluß kamen, sich dem Dienst der Kirche zu widmen.
Es stehen mehrere solche jetzt im Amt.
Der liebe Leser sieht auch das Bild einer Turnhalle —
besser gesagt, das Bild eines großen Schlafsaals für unsere
Schüler. Ein solcher Notbau war zu Anfang dieses Schuljahrs
schlechterdings notwendig, wollten wir nicht eine ganze Anzahl
Schüler abweisen. So wurde denn unter Genehmigung der
zuständigen Synodalbeamten zum Bau geschritten, der auf rund
54700 zu stehen kommt, wovon etwa die Hälfte gedeckt ist.
Wir sehen aber auch hieraus, wie überaus nötig die Errichtung
eines neuen Wohngebäudes ist.
Dieses sieht der Leser vor sich in der Zeichnung (Per—
spektive) des Architekten; das heißt, der Bau ist noch nicht
fertiggestellt und wird in der Wirklichkeit auch wohl etwas
anders aussehen. Für diesen Neubau hat die Allgemeine
Synode 537,500 bewilligt und der Kansas⸗Distrikt §15,000.
Das Gebäude (524156 Fuß) soll ein Steinbau werden, feuer⸗
fest und, das Erdgeschoß eingeschlossen, vierstöckig, und 108
Schülern bequem Platz bieten. Bei einer späteren Gelegen—
heit hoffen wir, eine eingehende Beschreibung des Baues geben
Neues Lehrgebäude des St. Johns⸗College zu Winfield, Kans.
(Nach der Zeichnung des Architekten.)
zu dürfen. — Wir können hier die freudige Nachricht ein—
schalten, daß mit der Errichtung des Neubaus bereits begon—
nen worden ist. Am 4. Mai wurde im Beisein der Schüler—
schaft und der Winfielder Gemeinde im Namen des dreieinigen
Gottes unter Anrufung seines Segens der erste Spatenstich
getan. P. Werling, der Seelsorger der hiesigen Gemeinde,
leitete die Jeier. Am 7. Mai fand eine Versammlung der Auf—
sichtsbehörde statt, bei der auch Präses Jüngel aus Kansas
City zugegen war. Es wurden bei der Gelegenheit Angebote
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