Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 11 › Seite 202

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 25. Mai 1915, Seite 202

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202

2. „Dutheraner

zu missionieren. Es sollte deshalb noch ein Missionar dorthin
gestellt werden, damit die Arbeit zur Genüge geleistet, und
das Gebiet weiter ausgedehnt werden kann.

8. Sao Leopoldo, Brasilien. Diese Gemeinde ist
seit August vorigen Jahres durch Berufung ihres Pastors nach
Porto Alegre vakant. Sie wird vorderhand von Porto Alegre
aus mitbedient. Die Gemeinde zählt 64 stimmberechtigte Glie—
der, hat Kirche und Gemeindeschule von gegenwärtig 38 Kin—
dern, die von einem Lehrer gehalten wird. Sie sollte jedoch
wieder mit einem Pastor besetzt werden. Derselbe könnte dann
auch die Schule wieder übernehmen, und der Lehrer könnte
an eine andere Schule berufen werden. Ferner wird die Ge—
meinde bei Canoas, die bisher von Prof. Wegehaupt von
Porto Alegre aus bedient wurde, mit der Gemeinde Sao Leo⸗—
poldo eine Parochie bilden.

9. Rolante, Brasilien. Die Parochie Rolante ist für
einen Mann allein zu groß geworden. Da der dortige Pastor
(T. Strieter) eine große Schule zu versehen hat, die ihn
jeden Tag der Woche neun Stunden beschäftigt, so reicht seine
Kraft nicht aus, seine übrigen fünf Plätze zu versorgen. Es
muß daher das Gebiet geteilt, und ein zweiter Pastor hin—
berufen werden. P. Strieter hat sich in seiner Arbeit fast auf—
gerieben; es wird die höchste Zeit, daß er entlastet wird.

10. Oliveira, Brasilien. Diese Gemeinde im Süden
des Staates ist voriges Jahr neu zu uns gekommen. Sie
zählt 39 stimmberechtigte Glieder und bietet gute Aussicht auf
weiteres Wachstum. Sie hat auch eine eigene Gemeindeschule
von etwa 50 Kindern. Für die Gemeinde wäre es sehr not⸗
wendig, daß sie einen eigenen Pastor hätte, da sie ziemlich
daniederliegt. Die Gemeinde zu Triumpho, die sich auch schon
immer einen eigenen Pastor gewünscht hat, ja auch zeitweilig
einen von uns hatte (P. H. Miller), könnte mit Oliveira zu—
sammen eine Parochie bilden, da sie nahe beieinander liegen.

Wenn wir nun alle Plätze zufammenfassen, so brauchen
wir 12 weitere Pastoren. Es ist nun aber folgendes zu er—
wähnen. Am Ende dieses Jahres, im Dezember, werden in
unserm Seminar zu Porto Alegre 5 Kandidaten des heiligen
Predigtamts ihr Examen machen. Ferner haben wir gerücht—
weise vernommen, daß uns in allernächster Zeit wiederum
4 Predigtamtskandidaten von Nordamerika zugeschickt werden
sollen. Sollte dies letztere der Fall sein, so würden nur noch
drei Plätze übrigbleiben, die dann noch unbesetzt blieben.

So haben wir hiermit, liebe Brüder, die einzelnen Plätze
etwas näher geschildert, die wir so gerne wiederum mit der
Predigt des Evangeliums versorgen möchten. An diesen Orten
hat uns der liebe Gott Türen weit aufgetan. Die Mission
hier unten in Südamerika, die wir an Eurer Stelle betreiben,
ist Eure Mission. O sendet uns genügend Arbeiter, damit
auch diese Ernte eingeheimst werden kann! Es gibt ja kein
höheres und Gott wohlgefälligeres Werk auf Erden, als das
Reich Gottes hier auf Erden bis zum lieben Jüngsten Tag
zu bauen. Das ist ja auch der eigentliche praktische Haupt—
grund mit für den Bestand einer Synode. Wollte darum eine
Synode im Werke ihrer Missionen lässig werden, so würde sie
damit einen ihrer Hauptzwecke verkennen. (Kap. 1, §3 der
Synodalkonstitution: „Vereinte Ausbreitung des Reiches Got—
tes und Ermöglichung und Förderung besonderer kirchlicher
Zwecke.. Missionsarbeiten innerhalb und außerhalb der
Kirche.“)

Darum laßt uns Fleiß tun und wirken, solange es Tag
ist, und nicht müde werden in dem Werk des HErrn! An
jenem Tage werden wir dann das Gnadenwort unsers Hei⸗
landes vernehmen: „Was ihr getan habt einem unter diesen
meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Gott
gebe, daß wir an diesem Tage des Anfangs unserer voll—
kommenen Seligkeit solches Zeugnis des Glaubens und der
Liebe haben!

Das Ministerium des Brasilianischen
Distrikts der Ev.-Luth. Synode von Mis⸗
souri, Ohio u. a. St.

Die Lehrer desselben.

Die Deputierten der Synodalversamm⸗ͤ—
lung im Januar 19ʃ5. ö

Nachrichten aus unsern Missionen.

Innere Mission. New Mexico. Die Missionare
C. Schmid und P. Kretzschmar missionieren unter treuer Mit⸗
hilfe des Kansas⸗Distrikts im Zentrum und im nördlichen Teil
von New Mexico. P. C. Schmid erzählt folgendes: „Albu—
querque, eine freundliche, wohlgebaute Stadt von etwa 20,000
Einwohnern, ist der Mittelpunkt des Bahnverkehrs dieses
Staates. Vor sechs Monaten wurde ich hier eingeführt. Wir
halten unsere regelmäßigen Sonntagsgottesdienste in einem
Zimmer der Public Library (E. Central and Edith Sts.).
Wenn auch das Aufbringen der mäßigen Miete unsere Kräfte
ziemlich in Anspruch nimmt, so haben wir dafür doch einen
passenden, gutgelegenen Saal; und das ist besonders zum An⸗
fang unserer Mission hier in dieser Stadt sehr nötig und wichtig.
Die Gottesdienste, die bis jetzt in deutscher Sprache gehalten
werden, weisen einen Besuch von 20 bis 35 erwachsenen Zu—
hörern auf. Nach Überwindung mancher Schwierigkeit ist es
uns auch gelungen, eine Sonntagsschule von 9 Kindern an—
zufangen. Unsere Leute haben sich sehr angestrengt, ihren Kirch⸗
saal zu renovieren, zu möblieren und eine Orgel anzuschaffen.
Da die Stadt ein weitbekannter Kurort für Lungenleidende ist,
haben sich auch in diesem Winter aus den verschiedensten Gegen—
den unserer Synode eine ganze Anzahl Glaubensgenossen hier⸗
hergefunden, die es sehr schätzen, Sonntags in die Kirche gehen
zu können, oder die sich bei dem Missionar für seinen seel—
sorgerlichen Besuch bedanken. So besteht diese Mission wie
die in El Paso, Tex., auch im Interesse der Allgemeinen
Inneren Mission unserer Synode.

„Seit vier Monaten habe ich auch eine Mission in der
Staatshauptstadt, Santa Fe, 85 Meilen von hier, angefangen.
Dort predige ich vor einer kleinen Zuhörerschar in einer Ver—
einshalle. Vor fünfzehn Jahren bestand hier im altehrwürdigen
Santa Fe eine lutherische Gemeinde, die sogar eine kleine Back—
steinkirche baute, welche jetzt als Lagerraum benutzt wird. Der
damalige Pastor verreiste, und die Gemeinde zerstreute sich.

Wir sind dabei, wieder ein Häuflein um die Predigt des reinen

Gottesworts zu scharen. Möge Gott es gelingen lassen und
uns dazu immer guten Mut und rechte Ausdauer schenken!“

I. P. Kretzschmar berichtet: „Der Mittel⸗ und Haupt⸗
stützvunkt unserer Mission im nördlichen Teil von New Mexico
ist die kleine Landgemeinde bei Optimo, einer kleinen Station

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