Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 11 › Seite 203

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 25. Mai 1915, Seite 203

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an der Überlandlinie der Santa Fe-Bahn, 35 Meilen nörd—
lich von Las Vegas gelegen. Unsere organisierte Gemieinde
zählt 8 Familien, 10 Stimmberechtigte, 45 Seelen; 8 Schul⸗
kinder besuchen die Gemeindeschule. Wir haben Kirche und
Pfarrhaus. Einer unserer Farmer hatte kürzlich auf die
Frage, wie es ihm denn in den letzten fünf Jahren, seit er
die Farmerei auf dieser Hochebene ohne künstliche Bewässerung
betrieben habe, ergangen sei, diese Antwort: „Der Anfang war
wohl recht schwer, aber jetzt geht es schon besser.“ Die Ernten
an Weizen, Hafer und Korn versprechen immer besser zu werden.
Im vergangenen Sommer war der Ertrag besonders gut, und
im Vertrauen auf Gott soll unsere Losung sein: Vorwärts!
— Von Optimo aus werden zurzeit von mir regelmäßig ein—
mal im Monat fünf Missionsplätze besucht.

„Als der erste dieser Missionsplätze sei die Stadt Las
Vegas genannt, wo wir in der Presbyterianerkirche englische
Gottesdienste halten. Vier norwegisch- und zwei deutschluthe—
rische Familien halten sich zu uns. Levy, 25 Meilen nördlich
von Optimo, ist ein weiterer Missionsplatz. Hier wünschen
zwei Familien unsere Predigt und versammeln sich dazu alle
acht Wochen in einem Hause. Die nördliche Grenze dieses
Staates wird meistens durch Colfax County gebildet. In die—
sem County besuche ich die Stationen Springer mit vier Fa—
milien und drei einzelstehenden Personen, Raton mit 20 Seelen
und Cimarron mit 9 Seelen.

„Auch auf Missionsreisen geht Freud' und Leid immer
nebeneinander her. Wie oft hat man guten Erfolg, eine schöne
Zuhörerschar! Man sieht und merkt es, wie dankbar die Leute
sind, auch für seltene Bedienung. Zu anderen Zeiten dagegen
fehlt es nicht an Hindernissen und Nöten mancherlei. Schwierig,
mühselig ist gewiß auch die Mission in diesem Staat. Die Er—
folge und Fortschritte sind spärlich und nicht in die Augen
fallend. Wie oft will auch uns Missionaren der Mut sinken,
und die Ausdauer alle werden! Und doch, wenn wir uns be—
sinnen, dann geht's wieder besser. Predigen wir nicht ein herr—
liches Evangelium, das eine Kraft Gottes ist, selig zu machen
alle, die daran glauben? Und dürfen wir nicht durch Gottes
Gnade eine Ecke, eine ganz kleine Ecke, in der großen Missions⸗
arena unser Gebiet nennen, die zur Rechten und zur Linken
eingeschlossen ist von mächtig aufgebauten Sitzreihen? Wir
schauen da im Geiste unser Christenvolk sitzen und merken, wie
es herzlichen Anteil nimmt, wie es mithilft, aber besonders,
wie es fleißig betende Hände erhebt zum Vater unser, der da
ist im Himmel, und fleht: „Dein Reich komme!“ Ja, dann
geht's wieder besser!“

Fremdsprachige Missionen. Litauermission. Unter
den Litauern arbeiten drei Missionare: P. H. S. Brustat in
Philadelphia, Pa., P. Geo. Matzat in Brooklyn, N. Y., und
P. J. J. D. Razokas in Chicago, Ill.

P. H. S. Brustat bedient zwei Gemneinden und zwei Pre⸗
digtplätze. Gemeinden: Philadelphia und Baltimore; Pre⸗
digtplätze: Scranton, Pa., und Boston. — Philadelphia: See⸗
len: 155, Kommunizierende: 95, Stimmberechtigte: 24. An
39 Gottesdiensten nahmen 1627 Zuhörer teil. Konimuniziert
haben 118. Getauft wurden 5, getraut 3 Paare, beerdigt 1.
Beitrag zum Gehalt: §5240. — Baltimore: Seelen: 25, Kom⸗—
munizierende: 17, Stimmberechtigte: 7. In 6 Gottesdiensten
waren 95 Zuhörer anwesend. Getauft: 1, kommuniziert: 27.

Beitrag zum Gehalt: 525.11. — Scranton und Boston: Zu⸗

hörer: 76, kommuniziert: 29. Beitrag zum Gehalt: 5§15.24.
— Ausgaben des Missionars: §110.08; Zuschuß der Kom⸗
mission: §616.93.

P. Geo. Matzat trat anfangs Juni 1914 in den Dienst
unserer Mission. Berufen von der Gemeinde in Brooklyn,
N. Y., bedient der Missionar auch die Gemeinden in Naugatuck
und Bridgeport, Conn., und den Predigtplatz New Haven,
Conn. Ehe P. Matzat in unsern Dienst trat, mußte Missionar
Brustat alle diese Plätze bedienen. — Brooklyn: Seelen: 113,
Kommunizierende: 80, Stimmberechtigte: 33, Schüulkinder:
10, Sonntagsschulkinder: 11. An 52 Gottesdiensten nahmen
2109 Zuhörer teil. Kommuniziert: 122, getauft: 6, be⸗

erdigt: 3. Beitrag zum Gehalt: §5206.05. — Naugatuck:
Seelen: 50, Stimmberechtigte: 21, Schulkinder: 10. Zu⸗

hörer während des ganzen Jahres in 20 Gottesdiensten: 1161.
Kommuniziert: 95, getauft: 9, getraut: 6 Paare, beerdigt: 2.
Beitrag zum Gehalt: §72.28. — Bridgeport: Seelen: 38,
Kommunizierende: 25, Stimmberechtigte: 12. In 16 Gottes—
diensten waren 432 Zuhörer anwesend. Kommuniziert: 42,
getauft: 1, beerdigt: 1. Beitrag zum Gehalt: 557.04. —
New Haven: Predigtplatz mit 15 Zuhörern. In 12 Gottes⸗
diensten fanden sich 298 Zuhörer ein. Kommuniziert: 32.
Beitrag zum Gehalt: §37.20. — Ausgaben des Missionars:
§199.89; Umzugskosten und Zuschuß von der Kommission:
5683.12.

P. J. J. D. Razokas bedient die Gemeinden in Chicago
und Waukegan, Ill., und Predigtplätze in Rockford, Ill., und
Sioux City, Jowa. Auch vollzog er Amtshandlungen in South
Deering, Melrose Park und Roseland, Ill. Chicago: Seelen:
350, Kommunizierende: 200, Stimmberechtigte: 60. In 53
Gottesdiensten hatte der Missionar 2888 Zuhörer. Kommuni—
ziert: 201, getauft: 25, getraut: 12 Paare, beerdigt: 7. Bei⸗
trag zum Gehalt: §5300. — Waukegan: Seelen: 30, Kom—
munizierende: 20, Stimmberechtigte: 12. In 19 Gottes-
diensten waren 242 Zuhörer anwesend. Kommuniziert: 28,
getauft: 4, getraut: 1 Paar, beerdigt: 1. Beitrag zum Ge⸗
halt: §3 und die Reisekosten. — Rockford: Seelen: 25, Kom⸗
munizierende: 15. In 5 Gottesdiensten waren 90 Zuhörer.

Kommuniziert: 19, getauft: 4, getraut: 1 Paar. Sioux
City: Seelen: 19, Kommunizierende: 19. In dem einen

Gottesdienst, den der Missionar dort abhielt, hatte er 20 Zu—
hörer. Kommuniziert: 15. Beitrag zum Gehalt: §25. In
South Deering, Melrose Park und Roseland vollzog der Mis⸗—
sionar je eine Trauung. — Ausgaben des Missionars: §55.10;
Zuschuß der Kommission: §327.10. F. Markworth.

Lettenmission. Wer sind die Letten? Woher kom—
men sie? Sind sie etwa Litauer? Sind sie auch lutherisch?
Solche und ähnliche Fragen hört man öfter, wenn von den
Letten geredet wird. Der Chicagoer „Stadtmissionar“ erteilt
darüber folgende Auskunft:

Die Letten — oder eigentlich die Liefen — stammen aus
den Ostseeprovinzen des großen Russenreiches, nämlich aus Liv-
land, mit Riga als Haupt- und Dorpat als Universitätsstadt,
und aus Kurland, mit Mitau als Haupt- und Libau als be—
deutendster Hafenstadt. Es ist das die Gegend, in der General
von Hindenburg in den letzten Wochen seine neuesten glän⸗—
zenden Siege erfochten hat; Libau ist jetzt von deutschen
Truppen besetzt. Die Bewohner dieser Provinzen gehören dem
baltisch⸗slawischen Zweig des indogermanischen Sprachstarnmes

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