Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 1 › Seite 5
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. Januar 1916, Seite 5
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Vorſteher 7
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was die leibliche Versorgung der Diener am Wort anbelangt,
immer mehr dahin wirken, daß eine christliche Gemeinde ihre
Schuldigkeit tut.
Nach allem Gesagten kann der Leser nicht im Zweifel
darüber sein, daß das Amt der Gemeindeältesten ein sehr wich—
tiger Dienst an der Kirche ist. Ja, ein ehrenvolles Amt! Welch
herrliches Zeugnis stellt eine Gemeinde doch ihren erwählten
Vorstehern aus! Sie sagt damit: Diese Männer haben wir
nicht nur als treue, fleißige, eifrige Christen erkannt und als
Leute, die auch in irdischen Dingen gute Erfahrung und Weis⸗
heit haben, sondern wir setzen auch das Vertrauen in sie, daß
sie weder die Rechte der Gemeinde schmälern noch unserm be—
rufenen Seelsorger ins Amt greifen werden, daß sie vielmehr
das Beste der Gemeinde mit einfältigem Herzen suchen, den
Brüdern in aller Demut dienen und unserm und ihrem Seel—⸗
sorger durch treuen Rat und willige Hilfe die Bürde des Amtes
erleichtern wollen, vor allem aber dafür einstehen werden, daß
in jeder Sache, die unsere Gemeinde betrifft, Gottes Wort
allein regiere! Auch ihren Vorstand soll die Gemeinde auf
betendem Herzen tragen und gerade in diesen Tagen, da so
viele Jahreswahlen abgehalten worden sind, zum HErrn der
Kirche flehen: Stärke diese deine Diener, halte sie treu im
Bekenntnis der Wahrheit, gib ihnen heiligen Mut, guten Rat
und rechte Werke, baue dein Himmelreich durch ihren Mitdienst
und lohne ihnen alle Treue in Gnaden nach deiner Verheißung
(1 Tim. 3, 13): „Welche aber wohl dienen, die erwerben
ihnen selbst eine gute Stufe und eine große Freudigkeit im
Glauben in Christo IEsu“! G.
Unsere Jubelkollekte für 1917.
Die lieben Leser des „Lutheraner“ haben in der vorigen
Nummer dieses Blattes gesehen, daß unser werter Allgemeiner
Präses Pfotenhauer anläßlich des vierhundertjährigen Jubi—
läums der Reformation im Jahre 1917 ein Zentral⸗
komitee von neun Gliedern ernannt hat. Dieses Komitee
organisierte sich sofort und hat trotz der geschäftigen Advents—
und Weihnachtszeit schon drei längere Versammlungen abge—
halten. Dabei sind die Mitglieder des Komitees sich dessen noch
lebendiger bewußt geworden, daß ihnen eine große, aber auch
herrliche Aufgabe gestellt worden ist, die sie jedoch im Ver—
trauen auf Gott und auf die Fürbitte und Mithilfe der teuren
Mitchristen nach bestem Vermögen erfüllen wollen.
Das bisherige Ergebnis unserer Arbeit ist zunächst ein
Zirkular, das zu Anfang dieses Monats an sämtliche
Pastoren unserer Synode abgesandt wurde. In diesem Rund⸗
schreiben werden Pläne für eine erfolgreiche Sammlung der
Jubelkollekte vorgelegt. Die Pastoren werden herzlich gebeten,
so bald als irgend tunlich die Sache mit dem Gemeindevorstand
zu besprechen und sie dann der Gemeinde zur Besprechung und
Beratung vorzulegen.
Ferner ist eine Serie geeigneter Traktate geplant
worden. Die Traktate sollen in allen unsern Gemeinden frei
verteilt werden, damit alle unsere lieben Christen lernen, was
es eigentlich um diese große Jubiläumskollekte ist, und so alle
mit Interesse und Begeisterung nach Vermögen reichlich bei—
tragen.
Die Jubelkollekte soll ein großes Dankopfer sein für
die großen Wohltaten der gesegneten Reformation, die wir und
unsere Kinder bis auf diese Stunde durch Gottes unverdiente
Güte genießen. Das sind, wie gesagt, große Wohltaten;
darum wollen wir dem gütigen Gott auch ein großes Dank⸗
opfer darbringen. Damit ist auch schon gesagt, daß es ein
Extraopfer werden soll. Wir wollen nicht unsere gewöhn⸗
lichen Gaben für Gemeinde⸗ und Synodalzwecke oder auch nur
einen Teil derselben der eigenen Gemeindekasse oder den übri⸗
gen Kassen der Synode entziehen und sie dem Jubelfonds zu⸗
wenden. Damit wäre ja nichts gewonnen. Die eigene Ge⸗
meinde und die Synode soll und darf nicht unter dieser Kollekte
leiden. Gewiß wird jeder für diesen besonderen Zweck auch eine
besondere Gabe des Dankes übrig haben; soll doch die Jubel⸗
gabe dem herrlichen Zwecke dienen, daß Gottes Wort und
Luthers Lehre und das Reich des lieben Heilandes ausgebreitet
werde. Wenn da nun alle, jung und alt, Männer und Frauen,
reich und arm, als Zeichen des Dankes eine entsprechende Gabe
niederlegen, dann werden wir bis 1917 uns freuen können,
wie einst der fromme König David und die dankbare Ge—
meinde Jsraels sich haben freuen können. Darüber lesen wir
1 Chron. 30 folgendes: „Da waren die Fürsten der Väter,
die Fürsten der Stämme Israels, die Fürsten über tausend
und über hundert und die Fürsten über des Königs Geschäfte
freiwillig und gaben zum Amt im Hause Gottes fünftausend
Zentner Goldes und zehntausend Gülden und zehntausend Zent⸗
ner Silbers, achtzehntausend Zentner Erzes und hunderttausend
Zentner Eisens. Und bei welchem Steine funden wurden, die
gaben sie zum Schatz des Hauses des HErrn unter die Hand
Jehiels, des Gersoniten. Und das Volk ward fröhlich, daß
sie freiwillig waren; denn sie gaben's von ganzem Herzen dem
SErrn freiwillig. Und David, der König, freute sich auch hoch
und lobte Gott und sprach vor der ganzen Gemeinde: Gelobet
seiest du, HErr, Gott Jsraels, unsers Vaters, ewiglich! Dir
gebührt die Majestät und Gewalt, Herrlichkeit, Sieg und Dank.
Denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist dein.
Dein ist das Reich, und du bist erhöhet über alles zum Obersten.
Dein ist Reichtum und Ehre vor dir, du herrschest über alles;
in deiner Hand stehet Kraft und Macht; in deiner Hand stehet
es, jedermann groß und stark zu machen. Nun, unser Gott,
wir danken dir und rühmen den Namen deiner Herrlichkeit.
Denn was bin ich? Was ist mein Volk, daß wir sollten ver⸗
mögen Kraft, freiwillig zu geben, wie dies gehet? Denn von
dir ist's alles kommen, und von deiner Hand haben wir dir's
gegeben. Denn wir sind Fremdlinge und Gäste vor dir wie
unsere Väter alle. Unser Leben auf Erden ist wie ein Schatten,
und ist kein Aufhalten. SErr, unser Gott, alle dieser Haufe,
den wir geschickt haben, dir ein Haus zu bauen deinem heiligen
Namen, ist von deiner Hand kommen, und ist alles dein. Ich
weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfest, und Aufrichtigkeit
ist dir angenehm. Darum habe ich dies alles aus aufrichtigem
Herzen freiwillig gegeben und habe jetzt mit Freuden gesehen
dein Volk, das hier vorhanden ist, daß es dir freiwillig ge—
geben hat. SErr, Gott unserer Väter, Abrahams, Isaaks und
Israels, bewahre ewiglich solchen Sinn und Gedanken im
Herzen deines Volks und schicke ihre Herzen zu dir!“
Christoph F. Drewes,
Vorsitzer des Zentralkomitees.
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