Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 1 › Seite 7

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. Januar 1916, Seite 7

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der Löhesche Sendling Crämer später Professor und Präses
dieser Anstalt geworden und vierzig Jahre an derselben gedient
hat; wie man in unsern Kreisen Anno 1860 bewies, daß das
praktische Seminar mit dem theoretischen verbunden sein sollte,
und es darum unter Crämers Leitung nach St. Louis verlegte;
wie sehr befriedigt man sich ausgesprochen hat über die Resul⸗
tate des Unterrichts in den kombinierten Seminaren; wie man
vierzehn Jahre nachher wieder bewies, daß die beiden Seminare
nicht nur organisch, sondern auch örtlich getrennt sein
sollten, und deshalb Crämer mit den Praktischen nach Spring⸗
field umgesiedelt ist; wie die Anstalt auch hier weiter gediehen
ist zum Heil vieler Gemeinden, die sich Kandidaten aus der⸗
selben haben geben lassen: das sind Sachen, die wir hier nur
kurz streifen wollen, um den Gang unserer Anstaltsgeschichte im
Umriß gezeichnet zu haben. Nun etwas über unsere Gebäude.

muß, und ferner Wohn⸗ und Schlafzimmer. Last, but not
least, wird im Erdgeschoß dieses alten Gebäudes täglich
dreimal gegessen. Und dem „Eßsaal“ gegenüber befindet sich
der Aufbewahrungsraum für Kartoffeln usw. usw.

Gebäude Nr. 2 ist unser neuestes Gebäude, vor fünfund—
zwanzig. Jahren errichtet. Dort befindet sich die Aula, in der
die Morgen⸗ und Abendandachten wie auch zuweilen größere
Feierlichkeiten abgehalten werden. Hier sind auch wieder zwei
Lehrsäle sowie Wohn⸗ und Schlafräume.

Gebäude Nr. 3 ist das sogenannte Hospitalgebäude. Hospi⸗
tal heißt es, weil zwei Zimmer als Krankenzimmer eingerichtet
sind. Alle übrigen Zimmer bilden Schlafräume, ein Zimmer
ausgenommen, worin die Schule der werten Dreieinigkeits-—
gemeinde einen Unterschlupf findet, bis der beschlossene Ban
einer Zweigschule aufgeführt sein wird.

zu Springfield, Illinois.

Wenn das neuere Ideal der Lehranstalten darin besteht,
daß man statt eines sehr großen Gebäudes eine ganze Reihe
einzelner Gebäude aufführt, die durch einen gedeckten Gang
»verbunden sind, so sind wir dem Ideal schon um die Hälfte
nahe gekommen. Denn wir haben fünf Gebäude auf dem
Campus, die den Schülern dienen; sie sind aber nicht mit⸗
einander verbunden.

Gebäude Nr. 1 ist das älteste und solideste. Sind doch
sogar die inneren Zwischenwände nicht von Holz, sondern von
Stein. Erbaut wurde es 1854 auf einem Grundstück, das die
Familie Enos schenkte. Unsere Synode hat es in den siebziger
Jahren erworben für die geringe Summe von §6500 und um
den teuren Preis der Klausel, daß nie auch nur ein Jahr lang
der Unterricht in den auf dem geschenkten Boden errichteten
Gebäuden ausgesetzt werden dürfe, widrigenfalls das ganze
Grundeigentum an die Enos-Erben zurückfallen müsse. Dies
Gebäude Nr. 1 enthält zwei Lehrsäle, zwei kleine Bibliothek⸗
zimmer, wovon das eine auch noch zu Fakultätssitzungen dienen

Gebäude Nr. 4 enthält Wohnräume und Schlafzimmer
sowie ein Lehrzimmer für die Vorklasse. Gebäude Nr. 3 und 4
sind kleine Framegebäude, das letztere sehr praktisch eingerichtet.

Gebäude Nr. 5, auch ein kleines Framegebäude, enthält
die Zentral-Dampfheizungsapparate, desgleichen die Badevor⸗
richtungen usw.

Nun noch etwas über die Bedürfnisse unsers Seminars.
Diese können allerdings nicht in Kürze genannt werden, auch
wenn wir uns auf das Nötigste beschränken. Es fehlt uns
zum Beispiel eine Turnhalle; doch dürfen wir in Anbetracht
so vieler anderer Mängel, unter denen wir hier leiden, an die
Errichtung einer Turnhalle gar nicht denken. Nun, wo fehlt
es denn eigentlich? Höre zu, lieber Leser!

In den Wohnzimmern von Gebäude Nr. 1 ist immer noch
kein elektrisches Licht. In Anstalten sich mit dem leicht ent—
zündbaren Petroleum abgeben, ist gewiß nicht geraten. In
allen Gebäuden außer einem fehlt es an Wandschränken oder
sonstigen ausreichenden Kleiderschränken. Es müssen jetzt vier

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