Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 1 › Seite 13
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. Januar 1916, Seite 13
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rufe der St. Paulsgemeinde in Berlin, Ont.
S Der .„Tutheraned
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Todesanzeigen.
P. Peter Andres, Pastor der St. Paulusgemeinde zu
Frankenlust, Mich., ist am 19. Oktober 1915 vom SErrn der
Kirche aus der Arbeit in die ewige Ruhe versetzt worden. Er
wurde am 22. Oktober 1855 in Arheilgen bei Darmstadt in
Hessen geboren. Von frommen Eltern christlich erzogen, war es
von Jugend auf sein Wunsch, dem HErrn in seinem Reiche als
ein Diener am Wort zu dienen. Er besuchte zunächst das Gym⸗
nasium in Darmstadt, trat auch mit dem seligen P. Brunn in
Steeden in Verbindung und wurde durch ihn für den Dienst in
unserer Synode gewonnen. Im Jahre 1871 trat er zu weiterer
Ausbildung in unser Gymnasium zu Fort Wayne ein, und nach—
dem er sein theologisches Studium im Concordia-Seminar zu
St. Louis vollendet hatte, wurde er an eine Gemeinde in Haver⸗
straw, N. Y., berufen. Dort fand er einen harten Boden und
wenig Verlangen nach der lauteren Predigt des Wortes Gottes.
Oft hat er seinen Freunden von dem traurigen Empfang, der ihm
dort zuteil wurde, und von den Schwierigkeiten seiner dortigen
Amtswirksamkeit erzählt. Im Jahre 1881 folgte er einem Be⸗
Dieser Gemeinde
diente er dreizehn Jahre und versorgte nebenbei auch einige
Filialgemeinden längere Zeit mit dem Brot des Lebens. Im
Jahre 1894 wurde er von der Gemeinde zu Sandy Creek, Mich.,
bei Monroe berufen und diente ihr mit großer Treue, bis er im
Jahre 1903 einem dringenden Berufe der St. Paulusgemeinde
zu Frankenlust, Mich., folgte. Bald nach seinem Amtsantritt er⸗
hob sich neben der alten eine prachtvolle neue Kirche, der sich ein
wenig später eine schöne neue Schule und eine solide, geräumige
Lehrerwohnung zugesellte. Auch diente er hier wie schon in Sandy
Creek der Synode als Visitator. Seit einigen Jahren klagte er
des öfteren über Beschwerden am Herzen, doch taten diese seiner
Amtswirksamkeit keinen Eintrag. Mitten aus der Arbeit heraus
ist er plötzlich durch einen Herzschlag heimgerufen worden. Am
24. Oktober haben wir seinen Leib auf dem Frankenluster Gottes⸗
acker in der Nähe des Grabes seines ersten Vorgängers zur Ruhe
gebettet. Sein Gedächtnis bleibe im Segen! „Er hat getragen
Christi Joch, ist gestorben und lebet noch.“
Joh. Schinnerer.
Wieder hat es dem HErrn der Kirche gefallen, einen seiner
Diener und Arbeiter abzurufen und ihm nach des Tages Last und
Hitze seligen Feierabend zu geben, nämlich weiland P. Johann
Schlerf. Der Entschlafene wurde geboren am 20. März 1852
in Baltimore, Md. Seine Eltern waren Philipp Schlerf und
Katharine, geb. Leutner. Er bezog im September 1866 das Con⸗
cordia-College in Fort Wayne und im September 1872 das Con⸗
cordia-Seminar in St. Louis. Seine Erstlingsgemeinde war die
Gemeinde in Janesville, Wis., der er mit großer Treue bis zum
Jahre 1888 diente. Er folgte in diesem Jahr einem Be ruf an
die Bethlehemsgemeinde in Milwaukee. Dieser Gemeinde hat er
22 Jahre mit seinen Gaben gedient und mit rastlosem Fleiß an
ihrem Auf- und Ausbau gearbeitet. Mit großem Eifer nahm
er sich vor allem der Schule an. Im April 1910 folgte er einem
Ruf an das Sanitarium in Wheat Ridge bei Denver, Colo., als
Superintendent und Kaplan dieser Anstalt. Fünfeinhalb Jahre
hat er in diesem Amt seinem HErrn Christo gedient. „Mit Treue
und Geschick hat er dieses schwere Amt verwaltet. Und unser
Sanitarium hat unter seiner Aufsicht schöne Fortschritte gemacht.
Besonders groß aber ist der Segen, den sein Amt als Seelsorger
in unserer Anstalt gestiftet hat, obgleich derselbe sich zum großen
Teil unserer Beobachtung entzieht.“ Große Verdienste hat sich
der Entschlafene in dem sogenannten Bennett-Kampf erworden,
als durch in Vorschlag gebrachte Gesetze unsere kirchlichen Frei⸗
heiten bedroht wurden. Da er nach P. Lochners Heimgang aner⸗
kannte Autorität auf dem Gebiet der Liturgik und Hymnologie
war, so war er ein sehr geschätztes Mitglied des Synodalkomitees
für Revision unsers Gesangbuchs und unserer Agende. Seit dem
Jahre 1910 war er Chronist unserer Synode. — Mit dem Tode
P. Schlerfs ist ein fleißiges, arbeitsvolles Leben im Dienste Christi
und seiner Kirche zum Abschluß gekommen. Ganz plötzlich und
unvermutet wurde er abgerufen. Es war am 23. Oktober 1915,
als er nach dem Abendessen in seine Office hinüberging. Kurz
vor 9 Uhr besuchte er dann noch zwei Schwerkranke, läutete die
Glocke, das Zeichen für die Patienten, sich zur Ruhe zu begeben,
kehrte hierauf in seine Wohnung zurück, betete mit seiner Gattin
den Abendsegen und setzte sich an seinen Tisch, um seine Predigt
für den Sonntag noch einmal durchzugehen. Etwas vor 11 Uhr
hörte seine Frau ihn fallen. Sie eilte zu ihm, rief Kranken⸗
wärterinnen und Angestellte zu Hilfe, und nach einer halben
Stunde war auch der Arzt erschienen; aber menschliche Kunst war
vergeblich: der HErr hatte seinen Diener abgerufen. Seine ver⸗
blichene Hülle wurde nach Milwaukee übergeführt. Doch fand
zuvor in Denver eine Leichenfeier statt. P. Th. Hoher, Seel⸗
sorger der Immanuelsgemeinde, predigte in deutscher Sprache
über Matth. 25, 20. 21 und P. F. Leimbrock von der St. Lukas⸗
kirche in englischer Sprache über Luk. 2, 29. 30. Am 28. Oktober
traf die Leiche in Milwaukee ein. Am Freitagnachmittag um
2 Uhr begann der Leichengottesdienst. Am Altar verlas P. Kaiser,
der Nachfolger des Seligen, ein Gebet und den 90. Psalm. Der
Unterzeichnete hielt die Leichenrede über Joh. 12, 26. Am Grabe
amtierte P. Kaiser, der dem Entschlafenen auch am Sonntag nach
dem Begräbnis über Hebr. 13, 7 eine Gedächtnispredigt hielt.
— Der Heimgegangene hat sein Alter gebracht auf 62 Jahre,
7 Monate und 3 Tage. Die Hinterbliebenen tröste der Vater
der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes mit der Erkenntnis
seines guten und gnädigen Willens! H. Sprengeler.
Ueue Drucksachen.
HZHE DIHHE7—̃-HVNνOCH. A Popular Guide to Denominational History
and Doctrine. By I. G. Monson, Pastor at Williston, N. Dak.,
Norwegian Lutheran Synod. Concordia Publishing House,
St. Louis, Mo. 1915. 74 Seiten 649½4. Preis: 50 Cts.
„Der Unterschied“ heißt dieses Buch. Es will den Unterschied dartun,
der zwischen der lutherischen Kirche und andern kirchlichen Gemeinschaften,
christlichen und unchristlichen, besteht. Daß es für ein solches Buch einen
Markt gibt, glaubt der Verleger zuversichtlich. Seit Jahren wird unser
Verlag angegangen um ein Buch von mäßigem Umfang, in einfacher
Sprache geschrieben, übersichtlich geordnet und nicht zu teuer, aus dem
unser Christenvolk, besonders auch unser junges Volk, sich über die Lehr⸗
unterschiede, die uns von den reformierten Sekten, von den Katholiken,
von den Anhängern Russells, den Unitariern usw. trennen, informieren
kann. Diesem Bedürfnis nun entspricht P. Monsons Buch Tye Differenoe.
Der Verfasser ist Glied der Norwegischen Synode. Vor einiger Jahren
schrieb er im Lutheran Lerald, dem englischen Organ dieser Synode,
eine Reihe von Artikeln über die Unterscheidungslehren, und diese Artikel
liegen nun, in etwas umgearbeiteter Form, in diesem Buche vor. Die
Anordnung des Materials ist eine vorzügliche. Erst wird in knapper Dar⸗
stellung die Geschichte der größeren Zweige der Kirche reformierten Be⸗
kenntnisses vorgetragen. Der Leser kann hier erfahren, wie es zur Grün⸗
dung der Presbyterianerkirche, der Kongregationalisten, der Baptisten,
Methodisten kam. Ein ganzes Kapitel ist den unchristlichen Kulten —
dem Unitarismus, Christian Science, Adventismus, Russellismus, Mor⸗
monentum, Spiritismus, Theosophismus usw. — gewidmet. Der zweite
und Hauptteil des Buches behandelt dann die verschiedenen Glaubens⸗
artikel, und zwar in der Weise, daß unter jedem Abschnitt zuerst die
Schriftlehre ganz knapp, und zwar in den Worten der Schrift, vorgetra⸗
gen wird; dann folgt ein Abschnitt aus dem lutherischen Bekenntnis,
dann die falsche Lehre und dann die Widerlegung der falschen Lehre. Die
Schriftstellen find vollständig ausgedruckt, auch der Wortlaut des luthe⸗
rischen wie auch des reformierten Bekenntuisses ist beigegeben, so daß man
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