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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 30. April 1901, Seite 129
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Aergernis 4 · Erziehung 18 · Gemeindeſchule · Erziehung 7
Himmel, der hattt ein emig 4
Evangelium, miverkiindigen
denen, die auf Erden sihen
und wohmen, und allen Yti-
den, und Seschlechtern, und
Spracheu, und Välkern, und
sprach mil groher Stimmie:
Lürchten Gott. und gebet
iym die Chre; denn die Zeit.
seines Gerichts ist llommien,
undbetetan den, der gemacht
har Himmel, und Erde, und
Meer, und die Wasser-
brunnen. Offb. Joh. 14, 6.7
— —
Derausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theologischen Seminars in St. Louis.
57. Jahrgang.
Ht. Louis, Mo., den 30. Kpril 1901.
(Eingesandt.)
„Ich ermahne euch durch die Barmherzigkeit
Gottes.“
wer küßt die Blumen groß und klein
Im Schooß der Erde wach d
Maßliebchen hold am Feldesrain
Und Veilchen schlicht am Bach p
Ist's nicht der liebe Sonnenstrahl,
Der alle herzt in Berg und CThal
Und füllet Kelch und Dolde
Mit seinem eignen Golded
Und braust der Norden noch so laut,
Das weckt die Schläfer nicht;
Und treibt er's mondenlang, es schaut
Bervor kein Angesicht;
Doch weiß und golden, roth und blau
Steht Kopf an Hopf auf grüner Au,
Hommt erst die Sonn gegangen
Mit ihrem hehren Prangen.
Und soll in Christenherzen blühn
Ein gutes Werk, o sieh,
Da hilft kein Swang, kein eignes Mühn,
Hein Sturm vom Sinai;
Doch göttliche Barmherzigkeit,
Die kann's, die weckt noch jederzeit
In Christen herzen leise
Die Blümchen, Gott zum Preise.
Warum ist eine lutherische Gemeinde trotz der geforderten
Opfer eine treue Pflegerin der christlichen
Gemeindeschule?
2.
Eine der lieblichsten Geschichten des ganzen Neuen Testa⸗
mentes ist jene, welche uns der Evangelist St. Marcus im zehnten
Capitel seines Evangeliums erzählt. Unser HErr Christus hatte
eine längere Reise durch das jüdische Land angetreten. Als er
jenseit des Jordans gekommen war, hatte er zuerst dem Volke, das
No. 9.
sich um ihn gesammelt hatte, eine lange Predigt gehalten. So⸗
dann hatten ihn die Pharisäer in ein langes Gespräch verwickelt
über die Frage, ob es recht sei, daß ein Mann sich von seinem
Weibe scheide. Nachdem er diesen Bescheid gegeben hatte, war
er in ein Haus getreten, um nachher seine Reise wieder fortzu⸗
setzen. Nun saß er im Kreise seiner Jünger, und sie redeten mit
ihm noch über die Sache, welche die Pharisäer angeregt hatten.
Die Jünger waren froh, daß sie ihn einmal wieder für sich allein
haben konnten. Sie wollten dieses Zusammensein mit ihrem
HErrn und Meister nun aber auch ungestört genießen.
Doch was geschah? Viele Frauen in dem Ort wollten diese
Gelegenheit benutzen, um ihre Kinder dem HErrn IEsu zuzu⸗
führen. Sie machten sich daher schleunigst mit ihnen auf den
Weg und eilten auf das Haus zu, in welchem sich IEsus aufhielt.
Hier drängten sie sich an ihn heran und sprachen den Wunsch aus,
daß er ihre Kinder segnen möge. Die Jünger wurden über diese
Störung unwillig; sie fuhren daher die Frauen hart an und
wollten sie mit ihren Kindern zurückscheuchen. Was that nun
aber IEsus? Er rief den Frauen zu, daß sie getrost mit ihren
Kindern herantreten sollten. Dann nahm er ein Kind nach dem
andern auf seinen Arm, herzte und segnete ein jedes und sprach
dabei, seine Jünger zurechtweisend, die Worte: „Laßt die Kind⸗
lein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das
Reich Gottes.“ Aus seinem Verhalten den Frauen und den
Kindern gegenüber und aus seinen Worten tritt eins klar an den
Tag, nämlich dieses, daß in dem Herzen unseres Heilandes eine
herzliche Liebe zu den Kindern brannte.
Weil nun sein Herz mit einer so großen Liebe zu den Kin⸗
dern erfüllt war, so trug er auch um das geistliche Wohl der
Kinder und um ihr Seelenheil die herzlichste Sorge. Seine
innigste Sorge, aus der Liebe zu ihnen geboren, war, daß auch
die Kinder selig werden und am Himmel Theil haben sollten.
Wie sehr diese sein Herz bewegte, erkennen wir aus vielen Worten
und Handlungen unseres Heilandes. Einmal, wie uns St. Mat⸗
thäus in dem 18. Capitel seines Evangeliums erzählt, hatten die
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