Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 59, Nummer 9 › Seite 141

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. April 1903, Seite 141

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3, 16. Die Freisinnigen meinen: „Christus ist nur ein Mensch ge⸗

wesen.“ Seine Jünger bekennen: „Wir haben geglaubet und erkannt,

daß du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“, Joh. 6, 69.
Die leichtfertigen Sündendiener trösten sich: „Gott wird es nicht so
genau nehmen.“ Das Urtheil der Schrift lautet: „Lasset euch nicht
verführen. Weder die Hurer, noch die Abgöttischen, noch die Ehe⸗
brecher, noch die Weichlinge, noch die Knabenschänder, noch die Diebe,
noch die Geizigen, noch die Trunkenbolde, noch die Lästerer, noch die
Räuber werden das Reich Gottes ererben“, 1 Cor. 6, 10. Die frechen
Irrgeister sagen: „Die ganze Religion ist nur eine kluge Erfindung,
um die Leute in der Dummheit zu erhalten.“ Christus sagt: „Ich
bin die Wahrheit“, Joh. 14, 6., und sein größter Apostel bekennt:
„Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die
daran glauben“, Röm. 1, 16.

Todesanzeigen.

Es hat dem allmächtigen Gott gefallen, P. E. W. A. Käselitz
durch einen seligen Tod von allem Uebel zu erlösen und zur ewigen
Ruhe eingehen zu lassen. Nachdem er sich nach der vielen Arbeit der
Osterfesttage etliche Tage unpäßlich gefühlt hatte, starb er am 16. April
am Herzschlag. Der Entschlafene wurde am 23. August 1847 in
Dresden, Sachsen, geboren. Im Jahre 1869 trat er in P. Brunns
Proseminar ein. Nach zweijährigem Studium wanderte er 1871 nach
America aus und vollendete seine Studien in St. Louis. Am 9. August
1874 wurde er ordinirt und bediente dann zuerst ein Jahr lang die
Gemeinde zu Marquette, Mich.; von 1875 bis 1881 die Gemeinde zu
Town Wilson, Wis.; von 1881 bis 1886 die Gemeinde zu Lucas Tp.,
Effingham Co., Ill.; von 1886 bis zu seinem Tode die Gemeinde bei
Juka, Ill. Am 18. April wurde er inmitten seiner bisherigen Ge⸗
meinde beerdigt, wobei der Unterzeichnete über Joh. 12, 26. predigte.
Seine nächsten Hinterbliebenen sind seine betrübte Wittwe und 5 Kin⸗
der, eine Tochter und vier Söhne, von denen der Aelteste bei Mount
Clemens, Mich., im Schulamt steht. E. A. Knorr.

Am 19. März entschlief nach langem Leiden Lehrer emer. Ernst
Heinrich Lange und wurde am 21. März bestattet. Derselbe war
am 13. December 1858 zu Linne, Provinz Hannover, geboren, war
vier Jahre Lehrer zu Logansport, Ind., dann bei der Zions⸗Gemeinde
zu Cleveland, O. Letzteres Amt bekleidete er von Herbst 1885 bis
Herbst 1899. Dann machte seine Krankheit es ihm unmöglich, ferner
sein Amt zu verwalten. Er war ein treuer und rechtschaffener Arbeiter
im Dienste Christi an den Kindern. Sein Ende war ein seliges. „Nur
IEsus, IEsus!“ das war in den letzten Tagen seine beständige Rede;
und mit großer Begierde lauschte er dem Worte von IEsu und rief
mit fröhlicher Zuversicht ihn um Gnade an. Er hinterläßt eine Wittwe
und 5 Kinder. C. M. Zorn.
tꝛi

Neue Drucksachen.

Evangelisch⸗lutherischer Symbol⸗Katechismus. Ein geschichtlicher
Unterricht fürs Volk uͤber die Symbole oder Bekenntnißschriften
der evangelisch⸗lutherischen Kirche. Von Theodor Hanssen.
60 Seiten 7 5. Zwickau i. S. Druck und Verlag von Johan⸗
nes Herrmann. 1902. Zu beziehen vom Concordia Pub-
lishing House, St. Louis, Mo. Preis: 15 Cts.

Der Verfasser dieser Schrift, früher Pastor an unserer Gemeinde zu Ster⸗
ling, Nebr., seit einiger Zeit Kaplan und Leiter des deutsch⸗lutherischen Hos⸗
pitals in Sioux City, Jowa, bemerkt in der Vorrede: „Dieses kleine Büchlein
will nicht etwa nur, wie viele Buchschreiber sich ausdrücken, ein lange gefühltes

Bedürfniß befriedigen, sondern vielmehr, wenn es irgend kann, ein wenig
gefühltes Bedürfniß wecken.“ Unser lutherisches Christenvolk sollte nämlich
in den Bekenntnißschriften unserer Kirche recht zu Hause sein, die Concordia
nicht nur besitzen, sondern auch fleißig lesen. Welche Schätze der Lehre und
der Erkenntniß sind doch darin beschlossen! Aber „ohne eine Anleitung und
Einsührung wird das lutherische Volk kaum in den Bekenntnißschriften recht
heimisch und bewandert werden, wie es sein sollte“. Eine solche kurze Ein⸗
führung gibt der Verfasser hier in 102 Fragen und Antworten. Von jeder
einzelnen Bekenntnißschrift wird kurz, aber doch völlig ausreichend und recht
gut die Entstehung gezeigt. Das Büchlein erfüllt durchaus seinen Zweck.
Möchte es viele aufmerksame Leser finden und diesen ein Führer werden in
unsere herrlichen Bekenntnisse. L. F.

Das zertrümmerte Babel, das unfehlbare Gotteswort und die
ewige Gottesstadt. Ein Vortrag von W. Hübener,
ev.⸗luth. Pastor zu Kolberg. 23 Seiten 946. Zwickau i. S.
Verlag des Schriftenvereins der sep. ev.⸗luth. Gemeinden in
Sachsen. Zu beziehen vom Concordia Publishing House,
St. Louis, Mo. Preis: 10 Cts.

Dieser Vortrag ist von dem Verfasser im Februar dieses Jahres in Berlin,
Dresden, Chemnitz, Zwickau, Kolberg und Belgard vor vielen interessirten
Zuhörern gehalten worden. Er behandelt eine seit einem Jahre brennende
Frage, die sogenannte „Babel und Bibel“⸗Frage, die durch die vielgenannten
Vorträge des ungläubigen Professors Friedrich Delitzsch aufgebracht worden
ist und weite Kreise bewegt. Delitzsch hatte behauptet, daß die Urgeschichten
des Alten Testaments nicht aus göttlicher Offenbarung, sondern aus Babel
stammen, daß sie also nicht Wahrheit, sondern Sagen seien. Gegen diesen
grundstürzen den Irrthum wendet sich P. Hübener in seinem Vortrag und sagt
darin so viel Gutes und Schönes zur Vertheidigung des lieben unfehlbaren
Gotteswortes, daß das Schriftchen zum sorgfältigen Lesen hiermit bestens
empfohlen wird. L. F.

Erinnerungen einer Mutter aus den ersten Lebensjahren ihrer
Kinder in Ostindien. 69 Seiten 946. Commissionsverlag
des Schriftenvereins der sep. ev.⸗luth. Gemeinden in Sachsen
zu Zwickau. Zu beziehen vom Concordia Publishing House,
St. Louis, Mo. Preis: 40 Cts.

Diese Schrift war ursprünglich nicht für weitere Kreise geschrieben, sondern
nur für die Kinder der Schreiberin, die von den Eltern getrennt waren und in
Deutschland erzogen wurden. Diese persönlichen Beziehungen lassen sich fast
auf jeder Seite des Büchleins wahrnehmen. Dasselbe schildert anschaulich
das Leben und Wirken einer Missionarsfamilie in Indien und ist darum nicht
ungeeignet, das Interesse für die Mission gerade in diesem Lande zu wecken
und zu beleben. Der Hausvater ist ein bekannter verdienter Missionar ge⸗
wesen, und auch sonst werden in dem Schriftchen öfters Personen erwähnt, die
denen, die sich mit der Missionsgeschichte Indiens im vergangenen Jahr⸗
hundert beschäftigt haben, wohlbekannt sind. Ueberaus wohlthuend berührt
der ganze Ton, in dem diese „Erinnerungen“ geschrieben sind. L. F.

Einführungen.

Im Auftrag des Ehrw. Präses Walker wurde P. C. A. Schweizer am
Sonntag Judica in seiner Gemeinde zu Oakmont, Pa., unter Assistenz der
PP. K. Walz und H. Wischmeyer eingeführt von Th. Walz.

Am Sonntag Quinquagesimä wurde Lehrer O. Schaller als Lehrer
der St. Andreas⸗Gemeinde zu Chicago, Ill., eingeführt von W. C. Kohn.

Conferenz-Anzeigen.

Die Pastoralconferenz des sü döstlichen Districts von Missouri ver⸗
sammelt sich, s. G. w., vom 7. bis 11. Mai in der Gemeinde P. Richters in
Washington, Mo. Arbeiten: Exegese: Prof. Stöckhardt. Die Lehre von der
Rechtfertigung: P. G. Wangerin sen. Die rechte Handhabung der Beicht⸗
anmeldung: P. Zschoche. Wie müssen solche Gemeindeglieder behandelt wer⸗
den, die in Gefahr stehen, in die Loge hineinzugerathen, und solche, die bereits
hineingerathen sind? P. Drewes. Sofortige Anmeldung beim Ortspastor
ist erbeten. C. C. E. Brandt, Vorsitzer.

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