Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 59, Nummer 9 › Seite 143

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. April 1903, Seite 143

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runnen. Ofsb. Joh. 14, 6.7.
— — 2

Zerausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.

Redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

59. Jahrgang.

Ht. Louis, Wo., den 12. Mai 1903.

No. 10.

Vom Geben für Christi Reich.

5. Wofür soll in Christi Reich gegeben werden?

Wir haben dir, lieber Christ, das letzte Mal gezeigt, daß du
zunächst für deine Gemeinde, zu der du gehörst, geben sollst,
damit Wort und Sacrament dort ordentlich im Schwange gehe.

Darnach, lieber Christ, laß es dein nächstes Anliegen sein,
für die Synodalkasse zu geben.

Unsere Synode, die sogenannte Missouri⸗Synode, ist der
Verband einer jetzt großen Anzahl von Gemeinden, die einig sind
im rechten Glauben, in der rechten Lehre und im rechten Be⸗
kenntniß.

Dieser Verband von Gemeinden, diese unsere Synode hat
einen doppelten Zweck. Erstlich den, daß wir uns unter ein⸗

ander dazu helfen, daß wir mit einander im rechten Glauben, in

der rechten Lehre und im rechten Bekenntniß bleiben; mit andern
Worten: daß Gottes reines Wort und Sacrament und der da⸗
durch allezeit gewirkte wahre Glaube bei uns und unsern Nach⸗
kommen kräftig und lebendig bleibe. Zum andern hat unsere
Synode den Zweck, daß wir uns gegenseitig die Hände reichen
und stärken dazu, daß durch unseren Dienst das reine Gottes⸗
wort und so das Reich Christi sich über unsere Grenzen hinaus,
in der Nähe und in der Ferne, ausbreite zu vieler Heil und
Seligkeit. ö

Um ersteren Zweck zu erreichen, hat unsere Synode ihre Be⸗
amten und Rathsversammlungen und sonderlich auch ihre Lehr⸗
anstalten, in denen Prediger und Lehrer ausgebildet werden.
Auch sorgt sie für wahrhaft christliche Zeitschriften und Bücher.

Um letzteren Zweck zu erreichen, sendet sie Prediger aus, treibt
sie Mission.

Für ersteren Zweck, sonderlich für die Lehranstalten mit ihren
vielen Lehrern und Baulichkeiten, ist viel Geld nöthig.

Die Kasse, aus der dies Geld kommen soll, nennt man die
Synodalkasse.

Weil an die Synodalkasse viele Anforderungen gestellt wer⸗
den, so muß viel Geld in diese Kasse gegeben werden.

In die Synodalkasse zu geben, das sei also deine nächstvor⸗
nehmste Sorge.

Denn was sollte werden, wenn die Synodalkasse leer wäre?
Was sollte werden, wenn nicht Geld da wäre, um Prediger und
Lehrer nach Gebühr recht auszubilden? Wo sollten unsere Ge⸗
meinden, unsere nun nicht mehr nach Hunderten, sondern nach
Tausenden zählenden Gemeinden Pastoren und Lehrer herkriegen?

Ja, wo sollten sie rechtgläubige und wohlausgebildete Pastoren

und Lehrer herkriegen? Etwa von anderen ärmeren und kleine⸗
ren Synoden? Das wäre doch eine wahrhaft himmelschreiende
Schande! Ich meine, diese sollten eher von uns Pastoren und
Lehrer kriegen. Ist's nicht so?

Darum gib für die Synodalkasse! Gib in Liebe, willig,
fröhlich, einfältig für die Synodalkasse, was nöthig ist. Ich
hätte auch noch sagen können: Gib nach Vermögen reichlich. Aber
wenn man die Menge unserer Gemeinden und Gemeindeglieder
ansieht, so ist so wenig nöthig, daß man von Vermögen und reich⸗
lichem Geben kaum reden kann. Wenn jedes Gemeindeglied im
Durchschnitt einen Dollar jährlich für die Synodalkasse gäbe,
so wäre Ueberfluß darin. Aber wir thun das nicht — lange,
lange, lange nicht. Man hat Kirchcollecten für die Synodal⸗
kasse, und da geben wohlhabende Leute schier Wittwenscherflein.
Wie kommt das? Versteht man die Sache nicht? Oder ist man
so gar kalt, lässig, gleichgültig und träge? Manche Gemeinden
geben gar nichts für die Synodalkasse.

In jeder Gemeinde sollten ganz regelmäßige Collecten für
die Synodalkasse erhoben werden. Und da sollte es außer den
gesegneten Scherflein, die die wirklich Armen geben, green-
backs' mit verschiedener Werthaufschrift regnen. Auf diese
Weise würde sehr leicht der vorerwähnte durchschnittliche Dollar
herauskommen — wenn auch Arme nur Scherflein gäben, und
wenn auch immer noch eine Anzahl Wohlhabender aus Lauheit
und Gleichgültigkeit oder Unwissenheit nur Wittwenscherflein

English translation

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