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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 26. April 1904, Seite 129

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Papſttum 140 · Papfttum

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„Und ich sahe einen Enget
liegen mitten durch den
T Himmel, der hatte ein ewig

1 Eyangelium, zu verkündigen
enen, die auf Erden sihen
und wohnen, und allen He
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Völlern, und
pprach mit großer timme:
Kürchtei Gott, und gebei
üihm die Chre; denn die Seit
eines Gerichis ist homnien,

und betel an den, der gemachnt
bat Himniet, und Erde, und.
MReer, und die Wasser⸗

*

Herausgegeben v

94

—

on der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theologischen Seminars in St. Louis.

+ *
60. Jahrgang.

Ht. Louis, Mo., den 26. Rpril 1904.

No. 9.

—

*

Wer ist der rechte Wegweiser?

ö Es kommt wahrhaftig alles darauf an, daß wir den Weg,
den rechten Weg, der zur Seligkeit führt, kennen und gehen.
Kennen und gehen wir den nicht, so sind wir verloren.
Wie singen wir daher? Wir singen:
Den rechten Weg, o HErr, ich mein,
Den wollest du mir geben. (Lied 273, 1.)
Zeig mir die Bahn mit deinem Licht,
Daß ich ja fehl des Himmels nicht.
Hilf, daß dein Licht uns leuchten mag
Bis an den lieben jüngsten Tag,
S Und wir auch wandeln jederzeit
7 Den rechten Weg zur Seligkeit. (Lied 61, 3.)
Gott hat uns verheißen, daß er uns den rechten Weg, der
zur Seligkeit führt, zeigen und führen will. Er sagt: „Deine
Augen werden deinen Lehrer sehen, und deine

(Lied 62, 3.)

83— —

sonst weder zur Rechten, noch zur Linken“, Jes. 30,

„

Aber wer ist der Lehrer? Wer soll aus Gottes Wort, aus
der heiligen Schrift, den rechten Weg zur Seligkeit lehren?
Die Kirche. Die christliche Kirche soll alle Menschen aus
Bottes Wort den rechten Weg zur Seligkeit lehren. Die Kirche
oll für alle Menschen der Wegweiser zum Himmel sein. Denn
r Kirche gilt das Wort JEsu: „Gehet hin und lehret
e Völker“, Matth. 28, 19.
Nun stehen uns aber drei Hauptkirchen vor Augen:
römisch⸗katholische Kirche, die reformirte Kirche
Kirchengruppe und die lutherische Kirche. Und diese
hen sind verschieden — nicht allein unterschieden, sondern
chieden, in der Lehre verschieden.

Welche Kirche zeigt aus Gottes Wort den rech⸗
ten Weg zur Seligkeit?
Wir wollen eine nach der andern daraufhin ansehen.

I
Die römisch⸗katholische Kirche.

Die römische Kirche nennt sich mit einem sehr schönen Namen.
Sie nennt sich katholisch. Was heißt katholisch? Katholisch
heißt allgemein. Mit diesem Namen will sie also besagen,
daß sie die eine, einige, rechte, wahre christliche Kirche ist, zu der
nach des HErrn Willen alle Menschen gehören sollen, von der
sich alle Menschen lehren lassen sollen. Der HErr JEsus will ja
ganz gewiß keine verschiedenen Kirchen haben. Der HErr JEsus
will ja ganz gewiß nur eine, einige, rechte, wahre christliche Kirche
haben. Nun, die römisch⸗katholische Kirche sagt: Diese Kirche
bin ich; ich bin die katholische Kirche. — Der Name kann nicht
schöner sein.

Und die römisch-katholische Kirche ist gerade so, wie sie jetzt
ist, uralt. Wenn wir in der Kirchengeschichte zurückblicken, so
sehen wir weit, weit zurück diese selbe römisch⸗katholische Kirche.
Ihre Anfänge sehen wir schier in den Anfängen der christlichen
Kirche überhaupt.“) Sie selbst sagt: Ich bin die Kirche, die
Christus gegründet hat und wie Christus sie gegründet hat; ich
bin immer dieselbe gewesen und bin heute noch dieselbe und werde
dieselbe sein bis an den jüngsten Tag; mein erster Pabst war
Petrus, der zweite Linus, der dritte Anacletus, der vierte Cle⸗
mens — und so nennt sie die Päbste her bis auf Pius X., den
jetzigen Pabst. Und wir — was sagen wir, was müssen wir
dazu sagen? Wir müssen sagen: Ja, Weltreiche sind entstanden
und vergangen; aber die römisch⸗katholische Kirche war und ist
und — ja, und wird sein bis an den jüngsten Tag, immer die⸗
selbe. — Das ist unvergleichlich großartig!

Und nun siehe, wie die römisch⸗katholische Kirche organi⸗
sirt ist. Der Pabst ist der oberste Herr. Unter ihm ist das

9 2 Thess. 2, J.

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