Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 60, Nummer 9 › Seite 137

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 26. April 1904, Seite 137

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Heilige

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Thess. 2, 11.

„Wenigstens Eines Weibes Mann.“

S Ner „Tutheraner

137

noch die Vielweiberei für recht und fügen sich nur der Macht des
ates, die sie aber mit Lügen und Heucheln umgehen, wenn es
glich ist. Als bei dem Senatsverhör Senator Hoar den Mor⸗
nenpräsidenten daran erinnerte, daß Paulus die Vielweiberei ver⸗

—

biete, wenn er sage: „Ein Bischof soll unsträflich sein, Eines Weibes

Mann“, 1 Tim. 3, 2., unterbrach ihn dieser mit der Berichtigung:
Der ganze Mormonismus
gehört zu den Lugen und Irrthümern der letzten Zeit, Matth. 24, 24.
L. F.

4 Ausland.

Aus Australien kommt die Nachricht, daß die Lehranstalt un⸗
serer dortigen Brüder in Murtoa, an die voriges Jahr P. C. F. Gräb⸗
ner aus unserer Synode als Director berufen worden ist und die eine
Zeitlang besonderer Verhältnisse wegen geschlossen war, am 6. April
wieder eröffnet werden sollte. Der Eintritt steht vor allem solchen
offen, die sich auf das Predigt⸗ oder Gemeindeschullehreramt vorbereiten
wollen, aber auch andere lutherische Knaben, die sich überhaupt eine
höhere Bildung erwerben wollen, finden dort Aufnahme. Gott segne
diese Anstalt, die für das Wohl der rechtgläubigen Kirche Australiens
so große Bedeutung hat. — In der Mission der Australischen Synode

geht es vorwärts, besonders in der Inneren Mission in West⸗

——— — h.——

australien, in der neben dem auf unserm hiesigen Seminar ausgebil⸗
deten P. Fischer seit letztem Herbst auch der aus unserer Synode stam⸗
mende P. Mensing arbeitet. Wir erinnern daran, daß die Erhaltung

dieses zweiten Reisepredigers von unserer Synode übernommen wor⸗

den ist, bis die von ihm bedienten Predigtplätze im Stande sind, ihn

selbst zu unterhalten, und sind überzeugt, daß diese Erinnerung ge⸗

nügen wird. Die Plätze, die seit drei Jahren von P. Fischer versorgt
werden, sind der Selbständigkeit nicht mehr fern. — In der Heiden⸗

Leid mit einander ab.

mission der australischen Brüder, in der seit 1901 der gleichfalls aus
unserer Synode stammende P. Wiebusch arbeitet, wechseln Freude und
Vorigen Herbst konnte dort fröhliche Schul⸗
weihe und das erste Tauffest gefeiert werden; nach den letzten Nach⸗
richten haben viele der Schwarzen die Missionsstation verlassen und
sind fortgezogen, so daß der Missionar vor Kurzem nur 5 Kinder und
4 Erwachsene in der Schule hatte. Doch wird sich dies wieder ändern,
und Missionar Wiebusch ist auch immer in der Inneren Mission thätig
unter zerstreuten Lutheranern in nicht allzu großer Entfernung von sei⸗
ner Station. In dieser Mission hat er einen jungen Mann gewonnen,
der in unser Predigerseminar in Springfield einzutreten beabsichtigt,
um nach vollendetem Studium seiner heimathlichen Kirche zu dienen.
L. S·
Wie man von der heiligen Schrift in der englischen Staats⸗
kirche reden darf. Canonicus Hensen, einer der hohen Würdenträger
der englischen Episkopalkirche und an der berühmten Westminster
Abbey bei London angestellt, hat in einem Artikel in der Contempo-
rary Reviemu einen wüthenden Angriff auf die heilige Schrift gemacht,
der in England unter den gläubigen Christen einen Sturm der Ent⸗
rüstung entfesselt hat. Darin nennt er unter anderm die biblischen
Geschichten des Alten Testaments „unglaublich kindische und die Sitt⸗
lichkeit schädigende Erzählungen“, die man nur als ein „Bündel un⸗
erträglicher Lügen“ betrachten könne. Er erklärt, man dürfe nicht

mehr erlauben, „daß auch nur eine Aussage der Schrift, die nicht vor

Forum der Vernunft und der Thatsachen bewiesen werden könne,
it der Inspiration oder göttlichen Eingebung beglaubigt werde“.
Bom Neuen Testament sagt er, daß darin zwar nicht so viel enthalten
i, was der Vernunft anstößig sei. „Aber einerlei, ob viel oder
ig, es wird denselben Weg gehen müssen wie die Wunder des
Testaments.“ Vom öffentlichen Lesen der Schrift sagt er:
8 Lesen der ganzen Schrift (the indiscriminate reading) in der

Oeffentlichkeit ist ein sehr gefährliches Unterfangen“; „die Strenge,
mit der das Vorlesen in der englischen Kirche nur auf die kanonischen
Schriften beschränkt ist, läßt sich nicht vertheidigen und ist voll unheil⸗
voller Folgen“. Hensen leugnet natürlich auch die Auferstehung Christi
und behauptet, sie gehöre in keiner Weise zu den Wahrheiten des
Christenthums. Obwohl man den Erzbischof von Canterbury von
allen Seiten bestürmt hat, gegen diesen Lästerer vorzugehen, so ist
doch bisher noch nichts geschehen. Hensen ist noch immer in Amt
und Würden. J. A. F.
Wie die Katholiken ihre Gegner todtbeten. In dem „Bor⸗
kener Wochenblatt“ (No. 74 vom 20. September 1902) wurde ein vom
Jesuitenpater Kipp aus Sangamner (in Indien) am 26. August 1902
datirter Brief veröffentlicht, den die „Allgemeine Missions⸗Zeitschrift“
vor einiger Zeit abdruckte. In dem Briefe kommt wörtlich folgende
Stelle vor: „Wir haben hauptsächlich mit zwei Feinden zu kämpfen.
Zunächst sind es die Protestanten, die uns unsere christlichen Dörfer
entreißen wollen. Wiewohl diese (es sind deren vier verschiedene
Secten hier) sich gegenseitig hart bekämpfen, so sind sie doch einig im
Kampfe gegen die katholische Mission. Sie mißbrauchen die Noth
der armen Leute, um sie für ihre Zwecke auszubeuten. Ihre Send⸗
linge, die protestantischen Lehrer, laufen in vielen unserer Dörfer herum,
versprechen Geld, Getreide und Kleider, falls man ihnen unsere Kinder
übergibt. Es ist ein wahres Wunder, daß unsere Kinder, die sich im
äußersten Elend befinden, uns bisher treu geblieben sind. Wir können
Gott für diesen seinen Schutz, den er uns seit Jahren angedeihen läßt,
nicht genug danken. Zuweilen war er so auffällig, daß wir ihn wie
mit Händen greifen konnten. Hierüber einige Beispiele: Vor längerer
Zeit erklärte ein protestantischer Prediger aus England unserer Mission
offenen Krieg. Er ließ laut verkünden, daß er in kurzer Zeit die ganze
Sangamner⸗Mission ruinirt haben werde. Pater Weishaupt hörte
von der Drohung, legte den Namen des betreffenden Herrn vor die
St. Joseph⸗Statue und ließ unsere Kinder für die Rettung der Mission
beten. Sieh da! nach wenigen Tagen kam die Nachricht, daß der
Prediger in Folge eines Blutsturzes plötzlich gestorben sei. Kurz dar⸗
auf machte ein heidnischer Beamter auf den sogenannten relief camps,
wo die armen Leute gegen einen Hungerlohn Arbeit finden, unsern
christlichen Kindern allerlei Schwierigkeiten. Pater Weishaupt begann
eine neuntägige Andacht zum heiligen Herzen Jesu mit den Kindern.
Bereits am dritten oder vierten Tage der Andacht war der Beamte eine
Leiche. Ein bösartiges Geschwür hatte Blutvergiftung herbeigeführt.
So haben der heilige Joseph und das göttliche Herz Jesu zwei Feinde
der Mission aus dem Wege geräumt. Ein Brahmine sollte gleichfalls
die Strafe des Himmels in einer etwas milderen Weise erfahren. Er
war der höchste Beamte auf einem relief camp, wo zwischen 14,000 und
17,000 Menschen arbeiteten. Seit mehr als einem Jahre war er der
geschworene Feind unserer Christen. Einmal ging er in seinem Hasse
so weit, daß er den katholischen Lehrer, der nach der Arbeit am Abend
mit unsern Kindern eben den Rosenkranz beten wollte, mit seinem
Spazierstock schlug. Ich hörte davon, legte seinen Namen vor die
Statue des heiligen Herzens Jesu und forderte unsere Kinder zum
Gebete auf. Die Hülfe ließ nicht lange auf sich warten. Ein heftiges
Fieber erfaßte den Brahminen, so daß er um Urlaub einkam, ja, kurz
darauf vollständig von dem camp entfernt wurde. An seine Stelle
trat ein Engländer, der, obwohl Protestant, uns sehr gewogen ist
und unsern christlichen Kindern jede Vergünstigung gewährt.“ Das
„Kirchenblatt“ bemerkt zu diesem Briefe: „Was für eine Vorstellung
von dem HErrn JEsus, dem großen Heiland und Friedefürsten, müssen
jene armen Heiden gewinnen, wenn sie gelehrt werden, zu ihm und
seinen Heiligen um den Tod ihrer Feinde zu beten?“ L. F.
Daß Aehnliches auch in Europa vorkommt, zeigt die Schrift
eines französischen katholischen Schriftstellers, Leon Chaine, „Die

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