Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 60, Nummer 11 › Seite 163

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 24. Mai 1904, Seite 163

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geiſt 7

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8Der 2„Tutheransr

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von aller Sünde, der Tod dieses Mannes schenkt dir das
Leben. Und siehe! diese Botschaft zündet in dem Herzen des
Sunders, durch solche Predigt bringt der Heilige Geist den zuvor
Getödteten zu einem neuen Leben, macht den Blinden sehend,
den Tauben hörend, den Lahmen wandelnd; denn der Geist —
das Evangelium — macht lebendig. Der Sünder fällt auf seine
Kniee und ruft voll seliger Inbrunst: O HErr IEsu, so nimm
du meine Sunde und schenke mir deine Gnade; nimm du meine
Ungerechtigkeit und schenke mir deine Gerechtigkeit; nimm du
meinen Tod und schenke mir dein Leben. Nun steht IEsus klar
und groß vor den Augen des Sünders. Der Sünder erkennt
ihn als seinen Heiland, traut und glaubt ihm, freut und tröstet
sich seiner; er weiß nun, daß IEsus um seinetwillen gestorben,
auferstanden und gen Himmel gefahren ist, für ihn zur Rechten
Gottes sitzt und ihn vertritt. Ja, nun ist Christus verklärt in
seinem Herzen, und das ist des Heiligen Geistes Werk gewesen
durch das lebendige Gotteswort. Der Mensch ist nun ganz und
gar umgewandelt; denn ist jemand in Christo, so ist er eine neue
Creatur, er ist neu an Herz, Muth, Sinn und allen Kräften.
Sein Leben hat nun eine ganz andere Gestalt bekommen; er ruft
mit St. Paulus aus: „Ich lebe aber; doch nun nicht ich, son⸗
dern Christus lebet in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch,
das lebe ich im Glauben des Sohns Gottes, der mich geliebet
hat und sich selbst für mich dargegeben“, Gal. 2, 20. Nun haßt
er, was er zuvor liebte; nun liebt er, was er zuvor haßte. Als
ein geistlich Lebendiger lebt er nun auch seinem Heilande, als ein
geistlich Sehender achtet er auf seines Gottes Gebote, als ein
Freund Gottes will er seinen besten Freund nicht mehr betrüben.
Siehe da, das ist die Kunst des Heiligen Geistes und sein
Meisterwerk auf Erden, Christum also zu verklären in den Herzen
der Menschen, denn niemand kann IEsum einen HErrn heißen
ohne durch den Heiligen Geist. So ist der Heilige Geist wie ein
Bildhauer, der das steinerne Herz hinwegnimmt und ein neues,
lebendiges Herz macht und mit dem Meißel seines Wortes den
neuen Menschen gestaltet nach dem Ebenbild Christi. Ja, der
Heilige Geist ist wie ein wundersamer Maler, der, nachdem er
durch das Gesetz die Vorarbeiten gethan hat, mit unvergänglichen
Farben vor Augen malt IEsum Christum, den Gekreuzigten, der
keine Gestalt noch Schöne hatte und doch der Schönste ist unter
den Menschenkindern, unser einiger Heiland und Seligmacher.
Der Heilige Geist führt auch die Gewonnenen von einer Klarheit
zur andern, so daß ein solcher Mensch voll seliger Freude ausruft:
Tausendmal gedenk ich dein, mein Erlöser,
Und begehre dich allein, mein Erlöser,
Sehne mich, bei dir zu sein, mein Erlöser, JEsu, mein Erlöser.
Und so hat der Pfingstgeist Christum verklärt seit 1900
Jahren. Die besonderen Pfingstwunder: das Brausen vom
Himmel, die feurigen Zungen, die Sprachengabe, sind wohl nur
einmal geschehen, aber die Verklärung Christi durch des Heiligen
Geistes Amt ist seit jenem Tage fort und fort geschehen. Gleich
jene Dreitausend, die sich nach der Predigt Petri taufen ließen,
waren durch des Heiligen Geistes Wirken gewonnen, Apost. 2, 41.
Und ungezählt ist die Schaar derer, die seitdem das Werk des Hei⸗
ligen Geistes an sich erfahren haben, in deren Herzen es Pfing⸗
sten geworden und an denen in Erfüllung gegangen ist das Wort
JIEsu: „Der Heilige Geist wird mich verklären.“ Der Wunder⸗
bau der Kirche Gottes legt ein gewaltiges Zeugniß dafür ab, daß

der Heilige Geist bis auf den heutigen Tag nicht müde geworden
ist, seines Amtes zu warten an den Seelen der Menschen.

Auch in diesen festlichen Tagen will der Heilige Geist wieder
ganz insonderheit sein Amt treiben, will durch sein Wort einen
großen Zug thun, will die geistlich Todten lebendig machen, die
bereits Gewonnenen stärken und kräftigen. Ach, der Heilige
Geist möchte so gern in aller Menschen Herzen Christum ver⸗
klären! Wie sollten wir daher Acht haben auf das Wort des
Lebens, wie eifrig sollten wir für uns und andere bitten um die
selige Pfingstgabe, den Heiligen Geist, damit die Welt voll werde
der Erkenntniß IEsu Christi. Der Heiland sagt: „So denn ihr,
die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie
viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben
denen, die ihn bitten?“ Luc. 11, 13. Wohlan, so flehen und
seufzen wir:

Du werthes Licht, gib uns deinen Schein,

Lehr uns IEsum Christ kennen allein,

Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland,

Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis.

A. Pf.

Die Versammlung des Oestlichen Districts.

Der Oestliche District war zu seinem fünfzigjährigen Jubi⸗
läum vom 27. April bis zum 3. Mai in Buffalo, N. Y., in der
Dreifaltigkeits⸗Kirche versammelt, wo seiner Zeit auch sein 25jäh⸗
riges Jubiläum gefeiert worden war. Die Kirche war schön
geschmückt mit Palmen und Kränzen. Der Hochw. Allgemeine
Präses, Dr. F. Pieper, predigte über 2 Mos. 34, 12—14. und
behandelte das Thema: „Gottes Gebot an seine Kirche, keinen
Bund mit der Welt zu machen.“ Seine Schlußworte lauteten
etwa: Sich nicht mit der Welt einlassen, bringt freilich Kampf,
aber deswegen brauchen wir nicht zu verzagen; wir haben Christi
Verheißung: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt
Ende.“ Auch der Oestliche District hat das in den verflossenen
50 Jahren reichlich erfahren: er hat mit der Welt kein Bündniß
gemacht und besteht heute noch; er wird durch Gottes Gnade auch
ferner bleiben.

In der Synodalrede zeigte dann der Districtspräses,
P. H. Walker, wie in den 50 Jahren seines Bestehens der
District trotz aller Anfeindungen beständig an Gliederzahl zuge⸗
nommen habe, daß wir dafür Gott Dank schuldig seien, und
daß die Glieder des Districts nur dann recht danken könnten,
wenn ihnen bei allem Segen wie Jakob zu Muthe sei, der da
ausrief: „HErr, ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und aller
Treue, die du an deinem Knechte gethan hast.“

Im Jahre 1855 waren es 10 Pastoren, 3 Lehrer und 12 Ge⸗
meinden; im Jahre 1865 26 Pastoren, 14 Lehrer, 32 Gemein⸗
den; im Jahre 1875 61 Pastoren, 30 Lehrer, 50 Gemeinden;
im Jahre 1885 82 Pastoren, 48 Lehrer, 68 Gemeinden; im
Jahre 1895 140 Pastoren, 65 Lehrer, 97 Gemeinden; im Jahre
1903 188 Pastoren, 73 Lehrer, 104 Gemeinden. Der erste
Kassenbericht lautete: Einnahme 8175.70; der vom Jahre 1903
aber: Einnahme 842,225.73.

Das Referat, das zur Besprechung vorlag, zerfiel in zwei
Theile; der erste Theil lautete: „Abram, der hohe Vater“
(1 Mos. 12 ff.). Der Referent war der betagte P. J. P. Beyer

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