Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 60, Nummer 11 › Seite 168
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 24. Mai 1904, Seite 168
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ein brauchbarer Lehrer geworden war; Abends wurde er an der
Seite seiner Frau begraben.
Damit war diese Zeit schwerster Heimsuchung für die Sta⸗
tion Krishnagiri durch Gottes Barmherzigkeit zu einem Ende ge⸗
kommen, und am folgenden Sonntage (Invocavit) konnten wir
Gott dafür danken, daß er nicht nur den Abgeschiedenen zu einem
seligen Ende geholfen, sondern auch die Ueberlebenden vor wei⸗
terem Unfall überaus gnädig bewahrt habe. In diesem Gottes⸗
dienste predigte der Unterzeichnete über die Epistel, 2 Cor. 6,
1—10., zum Gedächtniß des heimgegangenen Missionars, wobei
er die Beschreibung eines Dieners Gottes, wie sie der Apostel
hier gibt, fast Zug für Zug aus dem Leben Missionar Näthers
belegen konnte und zum Schluß die Ueberlebenden, in Beweisung
ihres Glaubens, zu treuer Mithülfe an dem Werk der Ausbrei⸗
tung des Wortes Gottes ermahnte.
Theodor Näther hat sein Leben nur auf 37 Jahre und
5 Monate gebracht; und so unerforschlich uns Gottes Wege mit
ihm, mit seiner trauernden Familie, mit unserer kleinen Mission
erscheinen, eins können wir verstehen, daß das Maß seiner Arbeit
nach Gottes Rathschluß erfüllt war. Wir sind gewiß, daß es
von ihm da droben heißt: Ei du frommer und getreuer Knecht,
du bist über viel und über wenig getreu gewesen; gehe ein zu
deines HErrn Freude! „Er hat“, schrieb sein ältester Freund und
Gefährte an die trauernde Wittwe, „ein kampf- und kreuzreiches
Leben hinter sich. Wie redlich er gekämpft, wie schwer er ge⸗
litten, wie dornenreich sein Weg gewesen, ich weiß es zum guten
Theil. Wahrlich, mit Thränen hat er gesäet. Aber so gewiß
unser Gott nicht lügt, sondern wahrhaftig ist, wird sich an ihm
nun auch der andere Theil erfüllen, ja, hat sich schon erfüllt und
wird sich erfüllen in alleYEwigkeit: er wird jetztz mit Freuden
ernten‘, immer, ewig. Für allen Kampf und alle Unruhe jetzt
Sieg und stolze Ruhe, für alle Schande Ehre, für allen Spott
und Hohn die Ehrenkrone!“
Wir aber wollen dem HErrn der Kirche danken, daß er uns
in dem Entschlafenen einen so treuen, fleißigen Missionar, seinen
Amtsbrüdern einen allzeit hülfsbereiten Freund, seiner Familie
einen liebevollen, treu sorgenden Vater geschenkt hatte; und wollen
ihn bitten, seiner Kirche immer wieder, wo sie es auch bedarf,
gleich treue Lehrer und Prediger zu erwecken, auf daß das Evan⸗
gelium gepredigt werde an allen Enden der Erde zum Lobe und
zur Ehre Gottes. O. Kellerbauer.
Zur kirchlichen Chronik.
Ameriea.
Weltausstellungsherbergen. Seit Eröffnung der großen
St. Louiser Weltausstellung kommen beständig Glieder unserer Ge⸗
meinden hierher und ihre Zahl wird in den kommenden Wochen und
Monaten immer größer werden. Um diesen Glaubensgenossen ein
passendes Quartier zu beschaffen, sind drei Herbergen für Lutheraner
eingerichtet worden, auf die wir auf Wunsch nochmals aufmerksam
machen, zumal auch beständig Anfragen einlaufen. Wir haben selbst
alle drei besucht und in Augenschein genommen und können sie als
recht empfehlenswerth bezeichnen, wissen auch, daß sie von solchen, die
sich darin aufgehalten haben, weiter empfohlen werden. Die eine hat
diesen, die andere jenen Vorzug, und die Preise der Schlafstätten und
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Zimmer steigen von 50 Cents, 75 Cents und 1 Dollar bis zu 5 Do
je nach der Größe, Lage und Einrichtung der Räumlichkeiten.
drei Herbergen sind: 1. Das Walther⸗College⸗-Hotel, in
Nähe des Geschäftstheils der Stadt gelegen. Nähere Auskunft
theilt Prof. E. Seuel, 1113 S. 8th St. 2. Das Hotel Walthe
in der Nähe des Ausstellungsplatzes befindlich, die größte der di
Herbergen. Näheres kann man erfahren unter der Adresse: Mr. E.
Wind, c. o. Mr. H. C. Achenbach, 1704 Market St. 3. Die
Lutherische Herberge, etwa halbwegs auf dem Wege zum Aus⸗
stellungsplatz gelegen. Wegen Auskunft wende man sich an Mr. W.
Tepe, 2723—2725 Laclede Ave. Der ganze Reingewinn des zu⸗
erstgenannten Hotels kommt dem bekannten hiesigen Walther⸗College
zu gute, in dessen einem Gebäude sich die Herberge befindet. Die
beiden andern Hotels geben 10 Procent des Reingewinns an unsere
hiesige lutherische Stadtmission ab. Außerdem hat diese Stadtmission
in der Apotheke des obengenannten Herrn H. C. Achenbach ein kosten⸗
freies lutherisches Informationsbureau eröffnet, nur einen halben
Block östlich von dem hiesigen Bahnhof (Union Station), in den alle
Eisenbahnen einlaufen, entfernt. Dort kann jeder Lutheraner sich zu⸗
verlässige Auskunft holen über die Lage der Herbergen, über Kirchen,
Straßenbahnen und sonstige Ortsverhältnisse der Stadt. Namentlich
in einer Stadt unerfahrene Besucher und alleinstehende junge Mädchen
sollten diese Auskunftsstelle aufsuchen, da in einer Großstadt, zumal
in Weltausstellungszeiten, mancherlei Gefahren drohen. Damit auch
alle unsere Glaubensgenossen, die einen Sonntag hier zubringen,
eine der über die ganze Stadt zerstreuten Kirchen ihres Bekenntnisses
aufsuchen können, soll ein kirchlicher Wegweiser veröffentlicht werden,
der ihnen die Lage der 16 deutschen und drei englischen Kirchen angibt.
Dieser Wegweiser wird kostenfrei im Informationsbureau und auf
dem Ausstellungsplatz an den beiden Orten zu haben sein, die voraus⸗
sichtlich von allen unsern Glaubensgenossen werden aufgesucht werden:
in unserer interessanten Schulausstellung im Gebäude für Education
and Social Economy und in der schönen Ausstellung unsers Con⸗
cordia Publishing House im Liberal Arts⸗Gebäude. L. F.
Daß der Eid der Freimaurerloge staatsgefährlich sei, hat sich
kürzlich wieder einmal deutlich gezeigt. Die „Luth. Kirchenzeitung“
berichtet: „Eugen L. Ashley, ein hervorragender Advocat in Glens
Falls, N. Y., hat unter den Freimaurern seiner Umgegend eine nicht
geringe Aufregung hervorgerufen. Er ist nämlich Zeuge in einer
Erbschaftsklage, in der es sich um Tausende handelt. Als er nun
vom Gericht aufgefordert wurde, über einen gewissen Punkt Zeugniß
abzulegen, weigerte er sich und erklärte, daß sein Eid als Freimaurer,
der ihm strenges Schweigen auferlege, ihm das nicht gestatte. Als
ihm bedeutet wurde, daß er nach dem Gesetz verpflichtet sei zu zeugen,
erwiderte er, daß ihm der Eid der Freimaurerloge über dem Gesetze
stehe. Dem Richter, der ebenfalls Freimaurer ist, der ihm aber zu
beweisen versuchte, daß er kein Recht habe, sich hinter die Regeln seines
Ordens zu verstecken, sagte er, er, der Richter, möge ein guter Gesetzes⸗
kenner sein, aber er sei kein guter Freimaurer. Schließlich wurden
ihm drei Tage Bedenkzeit gegeben.“ — Der Eid der Freimaurer und
anderer Logen ist auch ein gottloser Eid, denn er ist, weil er in
theils ungewissen, theils geringfügigen, theils geradezu unrechten
Dingen geschieht, ein Mißbrauch des göttlichen Namens. Und vor
allem ist die ganze Logenreligion mit ihrer Lehre von der Seligkeit
durch Rechtthun und ihrer Verleugnung Christi ein antichristlicher
Greuel. L. F.
Ausland.
Die ev.⸗luth. Concordia⸗Synode von Australien, der östliche
District der mit uns in Glaubenseinigkeit stehenden australischen
Synode, dessen Pastoren und Gemeinden sich hauptsächlich im Staate
Victoria befinden, war dieses Jahr vom 20. bis 23. März zu Jindera
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