Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 61, Nummer 8 › Seite 113
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. April 1905, Seite 113
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Konfirmation 7
uud ich saße tinen Engel N
fliegen mitten durch den C
Himmel, der hatte ein ewig
Euangelium, zu uerkiindigen
denen, die auf Erden Se
und wohnen, und allen He
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Vülkern, und
Isprach mil großer Stimme:
Lürchter Golt, und gebei
ihm die Ehre; denn die Seit
seines Gerichts ist Kommen,
N und betel an den, der gemacht
bar Himmel, und Erde, und
Meer, und die Wasser⸗
brunnen. Ossb. Joh. 14, 6.7.
Herausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missauri, Ohio u. a. Staaten.
Redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theologischen Seminars in St. Louis.
IEsu Areuzgang.
„Gehet heraus und schauet an, ihr Töchter Zions,
den König Salomo, in der Krone, damit ihn seine
Mutter gekrönet hat am Tage seiner Hochzeit und
ö am Tage der Freude seines Herzens“, Hohel. 3, 11.
JEsus tritt den Krenzgang an,
. Fluch und Strafe zu empfangen;
Steigt den Schädelberg hinan,
* Blutgefärbt sind seine Wangen.
Ach, er seufzt! Ihn drückt die Schmach.
Ach, er finkt! weil jede Sehne
ö Sittert. Simon von Ryrene
Muß das Kreuz ihm tragen nach.
Töchter Fions, geht heraus,
Seht den Salomo am Tage
Seiner Noth und haltet Hlage!
. weine laut, du Hönigshaus!
Dein Geliebter geht gebückt
In dem Scharlach seines Blutes,
In der Krone, die zum Bohne
Seine Mutter frevlen Muthes
7* Inm aufs matte Haupt gedrückt.
IEsus tritt den Kreuzgang an,
Freude strahlt in seiner Seele,
Weil er nun erstatten kann
Gott das Opfer ohne Fehle.
Seufzt sein Mund d Sein Herze singt.
Wankt sein Fuß In seinen feuchten
Augen Freudenperlen leuchten,
weil er jetzt die Braut erringt.
CTöchter Sions, geht heraus!
Seht den Salomo am hehren
Tage seiner Hochzeitsehren!
Jauchze still, du Hönigshaus!
Dein Geliebter geht beglückt,
Daß er sich zum Feste rüste
In der Krone, die zum Lohne
Ihm die Mutter flocht. Ach, wüßte
Sie, wie schön sie ihn geschmückt!
schön sie ihn gesch W. Schaller.
Anmerkung: „Der König Salomo“ ist Christus, „seine Mutter“ ist die
Kirche, „die Töchter Zions“ sind die Gläubigen.
St. Louis, Mo., den 11. Kpril 1905.
No. 8.
Zur Confirmation.
Wenn diese Nummer des „Lutheraner“ in den christlichen
Häusern und Gemeinden ihre Runde macht, dann wird es die
Confirmation sein, welche die Gemüther vieler Leser beschäftigt.
Im Kreise unserer Synode stehen wieder Tausende von Kindern
vor der Confirmation. Der Confirmandenunterricht, der ja das
Wichtigste ist an der ganzen Confirmation, geht seinem Ende ent⸗
gegen. Treue Seelsorger suchen gerade auch in den letzten Tagen
des Unterrichts und dann bei der Confirmation selbst den Kindern
ein Christusbild in die Seele hineinzubrennen, das sie im Leben
und im Sterben nicht wieder los werden sollen. Seelsorger,
Lehrer, Eltern, Pathen und alle ernsten Christen bitten zu Gott
für solche Kinder und rufen ihnen liebevoll zu: Seid getreu!
Getreu eurem Taufbunde! Die Jugend ist die Hoffnung der
Kirche. Da kann der „Lutheraner“, der ja im Dienste der Kirche
steht, an diesem Ereigniß nicht theilnahmlos vorübergehen. Er
dient den Großen und den Kleinen, möchte ihnen auch ein Ge⸗
hülfe ihrer Freude sein. Als „Lutheraner“ hat er den Sinn
Luthers, den dieser so oft ausspricht: Wir möchten gern Christen
hinter uns lassen, die in Gottesfurcht heranwachsen, Gottes Wort
und Reich lieben und nach uns fördern. Der „Lutheraner“
ist gewohnt, Gottes Wort zu führen. Eine andere Art des
Lehrens, Ermahnens und Tröstens kennt er nicht und will er
nicht wissen. Er will damit nicht die Arbeit des Predigtamts
unnöthig machen, aber er möchte sie unterstützen und stärken.
So wollen wir jetzt auch ein Gotteswort uns vorführen, das
uns bei dieser Gelegenheit mancherlei zu sagen hat.
Um die Osterzeit hatte auch der Heiland einen Kreis von
Schülern, von Jüngern, um sich. Die hatten auch ihren ersten
christlichen Unterricht von ihm empfangen. Sie wußten und
konnten sagen, wer des Menschen Sohn ist. Und mochten andere
Leute auch mancherlei wunderliche Dinge von ihm sagen, oder
nicht recht wissen, was sie von ihm halten sollten, oder auch gar
nichts von ihm wissen wollen — sie wußten und sagten: „Du bist
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