Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 61, Nummer 8 › Seite 121
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. April 1905, Seite 121
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Loge 4 · Loge 6
TutßeraneS.
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1916. Dann würden sie von Jerusalem aus als Nachkommen
ids die Welt regieren. Bis dahin wollen sie sich der Weisung
Propheten zufolge in Michigan auf ihre große Mission vor⸗
reiten. Sie verwerfen den Fleischgenuß und verbieten den Tabak
alle geistigen Getränke und sind nur ein neuer Beweis, auf welch
e Schwärmereien die Menschen verfallen, wenn sie die gerade,
e Bahn des göttlichen Wortes verlassen. L. F.
„Die deutsche Hausfrau“ betitelt sich eine neue Zeitschrift, die
eit Anfang dieses Jahres in Milwaukee erscheint und emsig Leser
virbt gerade auch in unsern Kreisen und Gemeinden. Das Blatt
eschränkt sich aber nicht rein auf irdische Dinge, wie man nach dem
kitel vermuthen könnte, sondern will auch die geistlichen Bedürfnisse
einer Leserinnen berücksichtigen. Die letzte Nummer brachte eine volle
Seite Gebete. In welchem Sinn und Geist jedoch dieser religiöse
rheil des Blattes redigirt wird, mag eine Aussprache der Redaction
m Briefkasten der Märznummer veranschaulichen. Da heißt es
ämlich unter anderm: „Ob eine Leserin katholisch oder protestantisch
st, das kommt hier nicht in Betracht. Wir sind alle Kinder Gottes
md streben nach seiner Gnade. Und jede Religion lehrt ihren An⸗
zängern nur das Beste, Höchste, Edelste. Die Menschen müssen sich
dur immer nach diesen Vorschriften richten, dann gehen sie den rechten
Weg.“ Damit ist der crasseste Unionismus ausgesprochen, daß im
grunde alle Kirchen gleich seien, und die Allerweltsreligion verkündigt,
aß man durch Rechtthun selig wird. Und je mehr uns heutzutage
ieses unionistische Geschrei von allen Seiten, besonders auch in Zeit⸗
chriften, entgegenschallt, um so nöthiger ist es, immer wieder vor
iesem Betrug, wo er uns auch entgegentritt, zu warnen und zu ver⸗
undigen, daß es nur Einen Weg zum Leben gibt, den Weg des
Raubens an den gekreuzigten und auferstandenen Weltheiland.
Ausland.
Aus der dänischen Freikirche. Unsere Brüder in der dänischen
freikirche befinden sich wieder in Predigernoth. P. Hintze in Kopen⸗
agen hat sein Amt krankheitshalber niederlegen müssen, und P. Peter⸗
en aus Brasilien, der vor zwei Jahren auf unserm hiesigen Seminar
Ramen gemacht hat und der dänischen Sprache mächtig ist, war als sein
machfolger berufen. Doch konnte dieser dem Berufe nicht Folge leisten,
a in Brasilien bereits fünf Vacanzen sind und die unter seiner Pflege
ehenden 500 Seelen längere Zeit ohne Predigt des göttlichen Wortes
ätten sein müssen. So bemühen sich denn unsere dänischen Brüder,
inen Prediger oder Predigtamtscandidaten aus der mit uns verbun⸗
enen norwegischen oder aus unserer Synode zu gewinnen. Der HErr
dolle ihnen bald den rechten Mann zuführen, damit das Werk nicht
Schaden leide. Präses Michael schreibt in einem Briefe noch Fol⸗
endes, das wir zur Kenntniß unserer Leser bringen möchten: „Wenn
bir nicht mehr Unterstützung aus America bekommen als bisher, so
dird es uns wahrscheinlich unmöglich, auf die Dauer zwei Pastoren
ür die dänische Freikirche zu halten. P. Hintze hatte nur 1200 Kr.
etwas über 9300.00) jährlich. P. Petersen, welcher noch unver⸗
eirathet ist, haben wir auch nicht mehr versprechen können. Aber es
st meine Ueberzeugung, daß unser Pastor in Kopenhagen 1500 Kr.
etwas über 5375.00) jährlich und freie Wohnung haben sollte. So
iel kann jedoch unsere Kasse nicht aufbringen. Wir haben darum
rnstlich erwogen, ob ich nach Kopenhagen übersiedeln und von dort
is die Freikirche vorläufig allein bedienen sollte. Aber die Antwort
immer dieselbe, nämlich daß unsere Sache darunter leiden und ich
ine Kräfte vor der Zeit aufbrauchen würde. Einige Predigtplätze
wir ganz fahren lassen, und Helsingör, wo eine Gemeinde von
Seelen ist, könnte nicht genügend bedient werden. Auch wäre es
werantwortlich, jetzt schon die Hoffnung für unsere Mission in Däne⸗
mark aufzugeben. Gerade in der letzten Zeit ist ein Kampf entbrannt
zwischen uns und der Freikirche, die 1895 von uns abgegangen ist,
und zwar dreht sich der Kampf um das Laienpredigerthum. Nun lehrt
aber die Erfahrung, daß, wo Arbeit und Kampf für die Wahrheit
stattfindet, das Reich Christi dabei nicht zu kurz kommt. Allerdings
können wir einzelne Glieder wegen des Streites verlieren, aber ich bin
schon gewohnt, Christi Sieg nicht allein nach dem, was vor Augen ist,
zu bemessen. Ich habe mir fest vorgenommen, nicht unnöthiger Weise
Geld für die Mission in Dänemark ausgeben zu lassen, und in dem
Augenblick, wo ich sehe, daß unsere Sache nicht mehr vorwärts⸗, son⸗
dern sichtbar zurückgeht, zum Beispiel dadurch, daß die Alten weg⸗
sterben, ohne daß Ersatz für sie vorhanden ist, werde ich eine Ein⸗
schränkung unserer Missionsausgaben empfehlen. Doch zur Zeit halte
ich es für meine Pflicht, wegen unserer Mission um einen Prediger für
Kopenhagen und um weitere Unterstützung zu bitten.“ L. F.
Bremen ist seit Jahren eine Stadt, in der der erasseste Unglaube
auf den Kanzeln sich breit macht. Dort war es, wo vor einer Reihe
von Jahren der freisinnige Prediger Schwalb Christum lästerte. Dort
predigt gegenwärtig ein Pastor Burggraf, wie wir neulich mittheilten,
an den Sonntagen über die Werke des Dichters Schiller, statt über
Gottes Wort. Und gleichzeitig verhöhnt ein anderer Bremer Prediger,
Mauritz, alles, was den Christen heilig ist. Die heiligen Evangelien
bezeichnet er als vergilbte Briefe, das heilige Abendmahl schildert er
in einer Passionspredigt als ein Gelage des HErrn und seiner Jünger
mit „Becherklang“, das heilige Vater⸗Unser ist ihm ein veraltetes
Gedicht und das biblische Christenthum eine abgethane Sache. — Das
sind auch Zeichen der Zeit, Greuel der Verwüstung an heiliger Stätte.
S. 5.
Aus Welt und Zeit.
Vicepräsident Fairbanks ist nun auch, seitdem er zu seinem
Amte erwählt worden ist, ein Freimaurer geworden, wie Präsident
Roosevelt schon vor mehreren Jahren. Es ist eine traurige Thatsache,
daß die meisten höheren Beamten unsers Landes Glieder dieses Ordens
sind, und daß gerade die Präsidenten und Vicepräsidenten, wenn sie
ihm nicht schon vor ihrer Wahl angehörten, doch bald darnach aus
irdischen und politischen Rücksichten ihm beitreten. Ein weltliches
Blatt theilt mit, daß vor Kurzem eine Nachfrage ergeben hat, daß
87 Procent der Repräsentanten und 80 Procent der Senatoren unsers
Landes der Freimaurerloge angehören. Nur ein Präsident hat die
Verwerflichkeit und Gefährlichkeit dieses Ordens erkannt und darum
in Wort und Schrift entschieden dagegen gezeugt. Das war Präsident
John Quincy Adams. L. F.
Ein schönes Beispiel christlicher Demuth und Bescheidenheit
wird aus Berlin berichtet. Dort feierte am 12. Februar der Geheime
Regierungsrath Knack, ein hochgestellter Beamter und Director beim
Reichstag, sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Dazu erschien der
Präsident des Reichstages mit dem Gesammtvorstand und hielt an den
Jubilar eine Ansprache, in der er ihm viel Schmeichelhaftes sagte.
Dann überreichte er ihm nebst den Glückwünschen des Kaisers einen
Orden. Bewegt dankte Knack für all diese Ehre und Anerkennung
und schloß vor all den hohen Herren mit den Worten:
Schau her, hie steh ich Armer,
Der Zorn verdienet hat:
Gib mir, o mein Erbarmer,
Den Anblick deiner Gnad!
Der „Freimund“ bemerkt: „Zu einer solchen Aussprache gehört große
Demuth, aber auch viel Muth, die nur in des Heiligen Geistes Schule
erlernt werden.“ L. F.
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