Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 9 › Seite 145
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 5. Mai 1908, Seite 145
Scan: Internet Archive, from the Graduate Theological Union's copy (one item per issue).
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geſangbuch 9
14⁵5
zu haben, deren immer weniger zählt! Eine ganze Anzahl
Rissionsparochien sind wieder predigerlos, darunter Gebiete,
vo nicht nur ein Missionar, sondern wenigstens zwei Missio⸗
re stationiert sein Rn Neue brauchten wir
Wir müssen uns genügen lassen an denen, die selber bei uns
mklopfen. O wie ist es zu beklagen, daß der Arbeiter so wenige
sind, weil die Ernte so groß und so beschwerlich ist! Gott wolle
Gnaden dreinschauen und uns zu Hilfe kommen!
Weil es uns an Arbeitern fehlt, deshalb geht uns auch so
mancher Posten wieder verloren, auf welchen wir Mühe und
Arbeit, Zeit und Geld gewendet hatten. Unsere Gegner sind
uns auf den Fersen, und mit ihrer laxen Praxis den Logen
und dem Weltwesen gegenüber werden sie leicht willkommen
geheißen, zumal wenn unsere Posten ohne Bewachung sind.
Wenn man aber nun meint, die Mission in Texas habe
keine oder nur geringe Erfolge aufzuweisen, so irrt man sehr.
Mit Anfang dieses Jahres sind zwei Parochien, nämlich Bowie
und Parboro, selbständig geworden, und es steht zu erwarten,
daß diesem Beispiele bald andere folgen werden. Gott hat sich
trotz unserer Schwachheit zu uns bekannt und hat uns eine Tür
nach der andern aufgetan, und zum Teil waren es Türen, die
fest verrammelt waren, zum Beispiel El Paso, Fort Worth
und Denison. Wir zählen an die 50 Missionsstationen, die in
14 Parochien eingeteilt sind. Manche dieser Parochien sollten
geteilt werden; aber wegen Mangels an Arbeitern müssen sie
bleiben, wie sie sind. Außer den Misfionaren und Vikaren
arbeiten auch noch Pastoren an Filialen und Predigtplätzen;
kurz, jeder Pastor hat genug Arbeit, ja mehr, als er zu leisten
vermag. Die Fische hat der HErr uns ins Netz getrieben, aber
es fehlen die Gesellen, die das Netz ziehen helfen, und so kommt
es denn auch vor, daß uns das Netz zerreißt und ein Teil der
Fische wieder in das Meer zurückfällt. Wer die Geschichte
serer Kirche in Texas von früher her kennt und sie mit der
egenwart vergleicht, der wird bekennen müssen: „Der HErr
hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich!“
. An eins sei hierbei noch erinnert, daß man doch der Kirch—
baukasse unsers Distrikts überall das Wort reden möge und
sie reichlich bedenke! Hätten wir diese Kasse stets gefüllt, so
würde manche Klage verstummen und die Mission an vielen
Orten mit noch größedem Erfolg gekrönt sein. Der HErr er⸗
wecke überall die Herzen für die Mission und lehre uns das
ort Jakobi bedenken: „Lieben Brüder, so jemand unter euch
irren würde von der Wahrheit und jemand bekehrete ihn, der
oll wissen, daß, wer den Sünder bekehret hat von dem Irrtum
ines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen und wird
Amerika.
Am 13. Mai beginnt in Fort Wayne unsere große Synode,
id wenn diese Nummer des „Lutheraner“ in die Hände der Leser
t, rüsten sich die Delegaten allüberall zur Reise. Viele und
htige Geschäfte werden vor die Versammlung kommen, die das
hla unserer Missionen und Lehranstalten und aller unserer
nodalwerke betreffen. Gott geleite alle Reisenden auf ihren
en und erfülle sie mit heiligem Mut, gutem Rat und rechten
Werken, damit alles, was auf der Synode geredet, beschlossen und
gehandelt wird, gereiche zu Ehren seines heiligen Namens und zur
Förderung seines herrlichen Reiches! Die zu Hause Bleibenden
wollen aber um so eifriger und fleißiger bei Gott öffentlich und
sonderlich für die Synodalen Fürbitte tun, damit sie ihres Amtes
recht warten und ihre Arbeit wohl ausrichten mögen. L. F.
Das Generalkonzil ist seit einer Reihe von Jahren eifrig
darauf bedacht, im Westen und Nordwesten unsers Landes eng⸗
lische Gemeinden zu gründen, und hat sich dabei besonders solche
Städte ausersehen, in denen sich große und volkreiche deutsche und
standinavische lutherische Gemeinden befinden. Wir erinnern nur
an Detroit, Millwaukee, St. Paul und Minneapolis. Die Ge⸗
meinden der Synodalkonferenz in diesen Städten haben schon mehr
als einmal darüber klagen müssen, daß das Konzil ihnen Oppo⸗
sition macht, Leute abwendig macht und durch seine laxe Praxis
liberale Elemente anlockt. Jetzt plant das Konzil auch die Grün⸗
dung einer englischen Gemeinde in Madison, Wis., wo wir seit
einigen Jahren eine Gemeinde haben und wo die dem Konzile
nahestehende Jowasynode schon lange gearbeitet hat. Das „Kir⸗
chenblatt“ der letzteren sagt darüber: „Die energischen Anstren⸗
gungen des Generalkonzils, in dem lutherischen Wisconsin englisch⸗
lutherische Gemeinden zu gründen, verraten und offenbaren einen
nativistischen Geist. Deutsche und skandinavische Synoden haben
in Wisconsin eine schwere, aber erfolgreiche Missionsarbeit getan
und sind auch in der Sorge für das englisch werdende Element
ihrer Gemeinden nicht zurückgeblieben. Für eine ausschließlich
englische Mission von seiten einer englischen Synode ist Wisconsin
kein Missionsgebiet, es sei denn, daß sie ernten wollen, wo andere
gesät haben. . . . Die Errichtung solcher englisch-lutherischen Ge⸗
meinden neben andern wird als Gegenmission und ein solcher Altar
als Gegenaltar empfunden; denn die meisten solcher englischen
Gemeinden gewinnen ihre Glieder nicht durch Bekehrung unkirch⸗
licher Elemente, sondern durch die Aufnahme von Lutheranern, die
aus irgend welchen Gründen ihre Gemeinden verlassen. Dazu
kommt, daß es für die Konzil-⸗Missionen eine Logenfrage nicht zu
geben scheint, und für sie die Pittsburger Befchlüsse, die man in
Buffalo wieder ratifiziert hat, nicht existieren. Solche Praxis
macht dann die Kirchenzucht auch in andern Gemeinden schwerer,
als sie sonst schon ist. Kein Wunder, daß dann unsere Gemeinden
am Konzil irre werden — aber das ist zu verwundern, daß das
Konzil, anstatt mit seiner englischen Mission da einzusetzen, wo
die lutherische Kirche noch nicht vertreten ist, mit Vorliebe dort
arbeitet, wo andere die Missionsarbeit bereits getan haben.“
:
Welche Blüten die abgöttische Marienverehrung in der römi⸗
schen Kirche unsers Landes hervorbringt, zeigt folgende Zusam⸗
menstellung der sieben Worte der Jungfrau Maria, die unter den
Mexikanern in New Mexico verbreitet wird und die der „Luthe⸗
rische Zionsbote“ in deutscher übersetzung aus dem Spanischen
darbietet: „Wie JIEsus Christus am Kreuze sieben Worte ge⸗
sprochen, so haben wir auch sieben Worte von der Mutter Gottes.
Ohne Zweifel, die unbefleckte Jungfrau hat oft, gesprochen, aber
da die Zahl sieben eine heilige und geheimnisvolle ist, so haben
die Evangelisten nur diese sieben erwähnt, welche genügen, um zu
erkennen, welch reicher Schatz von Unschuld, Reinheit, Demut,
Sanftmut und Liebe in ihrem Herzen ruhte. Hier sind die sieben
Worte: 1. Als der Engel Gabriel die Botschaft brachte, daß sie
die Mutter des Messias werden sollte, sagte sie: „Wie mag solches
geschehen, da ich Jungfrau bin und bleiben will?“ 2. „Siehe, ich
bin des HErrn Sklavin; mir geschehe nach deinen Worten.“
3. Marias Besuch bei Elisabeth: „Der Friede sei mit dir!' 4. Bei
derselben Gelegenheit, als Maria ihrem Herzen und ihren Lippen
den hohen Gesang, das Magnifikat, entströmen ließ. 5. Als Ma⸗
ria und Joseph den JEsusknaben im Tempel fanden: „Warum hast
English translation
Not yet translated.