Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 9 › Seite 146
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 5. Mai 1908, Seite 146
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Miſſion 32
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du uns das getan?“ 6. Als JEsus mit seiner heiligsten Mutter
auf die Hochzeit zu Kana geladen war und sie die einfachen Worte
an ihren Sohn richtete: „Sie haben nicht Wein. 7. In demselben
Hause, bei derselben Gelegenheit, die Worte an die Diener: Tut,
was mein Sohn euch sagt!“ Dieses sind die sieben Worte unserer
süßesten Mutter, Worte harmonischer als Davids Worte mit der
Harfe und herrlicher als die Farben, in welchen sich das Licht der
Sonne spiegelt.“ L. F.
Ausland.
Daß eine Fran öffentlich in der Kirche als Predigerin auf⸗
tritt in Widerspruch mit Gottes Wort, 1 Kor. 14, 34; 1 Tim.
1, 12, ist in Amerika ein so häufiges Vorkommnis, daß es nicht
mehr Aufsehen erregt. In Deutschland aber ist es noch etwas
Seltenes und wird deshalb als etwas Außerordentliches mitgeteilt.
Geschehen ist es in der Stadt, die schon längst als der Sitz alles
kirchlichen Liberalismus gilt, in Bremen. Der Bremer Kirchen⸗
zettel für Palmsonntag kündigte an, daͤß im Abendgottesdienst
„Rev. G. v. Petzold, Predigerin in Leicester“, predigen werde.
Die Neuerung kommt von England her und wird mit Recht scharf
verurteilt. L. F.
Die große Insel Madagaskar ist im vorigen Jahrhundert
das Gebiet erfolgreicher Heidenmission gewesen. Seit etwa vier⸗
zig Jahren ist die herrschende Religion die christliche. Christliche
Fürstinnen haben auf dem Königsthron gesessen. Aber seit die
Insel unter französischer Herrschaft steht und gottesleugnerische
Männer an der Spitze der madagassischen Regierung sich befinden,
hat die Mission sehr gelitten und wird auf alle Weise unterdrückt.
Noch vor zwei Jahren hatte die norwegisch-lutherische Mission
279 Missionsschulen mit 15,000 Schülern. Jetzt sind alle bis
auf eine einzige mit 60 Schülern geschlossen. Ebenso sind viele
Missionskirchen geschlossen worden. Bei manchen ist das Betreten
durch amtliche Maueranschläge verboten; bei andern ist der Zu⸗
gang durch amtlich gepflanzte Kaktushecken gesperrt. Die öffent⸗
liche Predigt und das Singen christlicher Lieder in den Häusern
ist ebenfalls untersagt; wer zuwiderhandelt, wird in das Gefäng⸗
nis geworfen. So sind es nicht nur die Heiden, die wider den
HErrn und seinen Gesalbten ratschlagen, nicht nur der Papst, der
die rechte, christliche Religion verflucht und unterdrückt, auch die
Gottesleugner in sonst christlichen Ländern wüten mit roher Ge⸗
walt wider das Evangelium und dessen Bekenner, wenn sie die
äußerliche Macht dazu haben. Aber das Wort wird wahr bleiben,
an das der „Freimund“ bei dieser Mitteilung erinnert: „Wenn
Menschen wider dich wüten, so legest du Ehre ein; und wenn sie
noch mehr wüten, bist du auch noch gerüstet“, Ps. 76, 11.
L. F.
Ganz wunderbar klingen die Berichte von den Siegen des
Ebangeliums im Lande Uganda in Mittelafrika. Der bekannte
Missionsbischof Tucker ist kürzlich von einer Erholungsreise aus
England nach Uganda zurückgekehrt. Darüber sagt der Bericht
seiner Missionsgesellschaft folgendes: „Kaum kann man es glau⸗
ben, daß vor 17 Jahren, als dieser Bischof zuerst hierherkam, das
Land sich in völliger Unruhe befand, und daß es dawmals nur 200
Christen hier gab. Jetzt stehen in diesem Teile Afrikas über
60,000 Christen unter ihm und schauen zu ihm auf als zu ihrem
Bischof und zu ihrem Freunde.“ Und Tucker selbst erzählt in einem
Bericht: „Im Jahre 1890 kam der Ruf an mich, nach Uganda zu
gehen. Die Reise von der Ostküste bis dorthin nahm damals fünf
Monate in Anspruch. Jetzt legt man sie mit der Eisenbahn in
vier Tagen zurück. Ich fand damals im Lande nur 60 bis 70 er⸗
wachsene Christen. Damals hatten wir nur vier oder fünf ein⸗
geborene Evangelisten. Jetzt arbeiten mit uns 2000 bis 3000
Männer und Frauen, verbreiten in diesem Lande und über seine
Grenzen hinaus das Evangelium, und an den gesammelten Ge⸗
meinden stehen 32 ordinierte schwarze Geistliche. Und alle diese
eingebornen Evangelisten und Prediger werden von den Gemein
den selbst unterhalten. Im Jahre 1890 gab es im Lande nur
eine einzige Kirche. Jetzt haben wir hier 2000 Kirchen, darunter
die große Hauptkirche bei der Hauptstadt, in welcher sich sonntäg⸗
lich an 3000 Personen versammeln. Vor 15 Jahren war nur
eine kleine Anzahl Kinder im Unterricht; jetzt besuchen 420,000
Kinder die Elementarschulen. Alle diese Veränderungen sind durch
das Evangelium von Christo hier zustande gebracht worden. Im
Jahre 1906 wurden nicht weniger als 9100 Seelen, Kinder ein⸗
gerechnet, durch die Taufe in die Gemeinden aufgenommen, und
alles das konnte geschehen, obwohl die Könige und viele ihrer An⸗
hänger alles taten, was sie konnten, um den Lauf des Evan⸗
geliums zu hindern.“ Solche Missionserfolge stehen allerdings
auch in der neueren Missionsgeschichte fast einzigartig da.
L. F.
Aus Welt und Zeit.
Des vor einigen Monaten gegründeten Bundes christlicher
Arzte und seines Wahlspruchs: „Alles in allem Christus!“ haben
wir schon gedacht. Bei seiner Versammlung sagte der Vorsitzer,
Sanitätsrat Dr. Schomerus aus Marienhafen, in einer längeren
Ansprache unter anderm folgendes: „Der Wahlspruch des Bundes:
„Alles in allem Christus!“ bildet in seiner weit über Zeit und
menschliche Kraft hinausreichenden Bedeutung eine unverrückbare
Grundlage für den Bund. Die Scheidung zwischen erhaltenden
und zerstörenden Kräften vollzieht sich auf vielen Gebieten immer
deutlicher erkennbar, und unsere Zeit steht unter dem Kampfesruf:
Hie Christus — hie Belial! Auch in der Arztewelt scheiden sich
die Geister: die einen, denen das Kreuz auf Golgatha eine Tor⸗
heit ist, die andern, die in dem Gekreuzigten Heil und Leben haben.
Daß der Wahlspruch des Bundes ‚Alles in allem Christus!“' lautet,
ist eine Gewähr dafür, daß die kleine Schar der Mitglieder des
Bundes dennoch in größter Kraft wirken kann, solange sie als
Rebe am Weinstock bleibt. Es ist Gottes Rat und Wille, sich des
Schwachen und Unedlen zu bedienen, um seine Absichten auszu⸗
führen; sein Geist befähigt uns zu dem Bekenntnis: „Wenn ich
schwach bin, so bin ich stark.“ Pauli Stärke muß auch unsere
Stärke sein, und sie kann es auch, denn Gott hat auch uns zur
Arbeit in seinen Weinberg berufen. Und darum getrost voran,
denn unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“
Eine solche Aussprache in unserer Zeit, in der so viele Arzte de
Christentum gleichgültig oder gar feindselig gegenüberstehen, ist
sehr erfreulich. Der Bund setzt sich die Aufgabe, das kommende
Geschlecht der Arzte so viel als möglich für das Christentum zu
gewinnen und zu erhalten. Und ein gewissenhafter, christlicher
Arzt an Kranken⸗ und Sterbebetten ist ganz gewiß ein großer
Segen. L. F.
über das Bibellesen und Familienleben des deutschen Kaisers
werden schöne Mitteilungen gemacht. Der Gewährsmann ist der
Hofprediger Keßler. Es heißt darüber im „Reich“: „Als Hof⸗
prediger Keßler eines Tages mit dem Prinzen Versteck spielte,
kam er in das Schlafzimmer des Kaisers, wo sich der Kronprinz
versteckt hatte. Da sah er auf dem Tisch neben dem Bett nur ein
Buch, die Bibel. Und sie war von vorn bis hinten mit Bleistift⸗
strichen versehen; der Kaiser liest sie ganz. Morgens lesen Kaiser
und Kaiserin stets zusammen in der Bibel. Mag der Kaiser n
so früh aufstehen, die Kaiserin läßt sich wecken; sie will ihrem Ge
mahl auch in diesem Stück eine treue Gefährtin sein. Abends ge⸗
schieht dasselbe: wieder wird Gottes Wort gelesen und dann
knieend gebetet. Was ist die Folge? Hofprediger Keßler bekann
ganz offen, er habe sieben Jahre in der kaiserlichen Familie gelel
und das Kaiserpaar sei ihm nicht kleiner, sondern jeden Tag größe
geworden, denn es sei zu Hause wie draußen. Am Sonntag
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