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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. Mai 1915, Seite 177

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IPSniegen mitten durch den
Himmel, der hatte ein ewig

Euyangelium, zu verkündigen
enen, dit auf Erden sihen
und wohnen, und allen Hei-
den, und Geschlechlern, und
Sprachen, und Völkern, und
sprachmit groher Slimme:
Lirchter Golt, und gebei
ihm die Ehre; denn die Zeit
stines Serichts isl Koninen,
Nund betel anden der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Aieet, und die Wasser⸗
brunnen. Osib. Joh. 14,6.7.
HEI

HZerausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

71. Jahrgang.

Ht. Louis. Mo., den 11. Mai 1915.

Nr. 10.

——

——

Christi königliche Majestät bei seiner Himmelfahrt.

Der HErr wird aufgenommen,
Der ganze Himmel lacht.

Da sollen die Seinen auf Erden gewiß nicht traurig sein;
vielmehr ist auch uns ein Lachen zugerichtet durch Christi Him⸗
melfahrt; und damit wir diese fruchtbarlich bedenken, ver⸗
gessen wir nicht: Der gen Himmel gefahrene Christus schaut
von seinem festen Thron auf alle, die auf Erden wohnen, und
er will vom Throne seiner Herrlichkeit auch unser aller Herzen
erheben zu fröhlicher Verwunderung über die königliche Maje⸗
stät, die er bei seiner Himmelfahrt entfaltet.

Lenken wir hierbei unsere Aufmerksamkeit zunächst auf
die gen Himmel fahrende Person, so erblicken wir ihn, unsern
Heiland, allerdings schon vor seiner Himmelfahrt in lauter
Majestät und Ehre. Mit seinem Kreuzestod und seiner Grab—
legung hatte er ja bereits die letzten Stufen der Erniedrigung,
mit seiner Höllenfahrt und Auferstehung aber schon die ersten
Stufen der Erhöhung betreten. Sein verklärter Leib war
aller irdischen Schranken und aller menschlichen Bedürfnisse
bereits überhoben; als Sieger über alle Feinde war er schon
durch die Auferstehung geoffenbart. Auch hatte er bereits in
Absicht auf die Verkündigung und Frucht der soeben voll—
brachten Erlösung die weitgehendsten Anordnungen getroffen,
nämlich an seine Apostel den majestätischen Befehl erlassen:
„Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller
Kreatur!“ mit der darangefügten großartigen Verheißung:
„Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden“
und dem richterlichen Urteil: „Wer aber nicht glaubt, der wird
verdammt werden.“ O welch ein majestätischer HErr muß
doch der sein, der solch einen Auftrag erteilen, solch eine Ver⸗
heißung, solch ein Urteil sich erlauben kann! Und das für
alle Welt bis an das Ende der Tage! Der muß ja Gottes
ewiger, eingeborner Sohn, ein gewaltiger HErr und König
der ganzen Welt gewißlich sein, dessen Herrlichkeit so weit geht,
daß er auch den Unterschied zwischen Juden und Heiden hin⸗

—

weggetan hat, daß er beiden das Evangelium von der freien
Gnade Gottes in ihm selbst, dem allgemeinen Mittler zwischen
Gott und den Menschen, verkündigt wissen will. O wie große
königliche Majestät gewahren wir also an unserm lieben HErrn
Christo schon vor seiner Himmelfahrt!

Was fehlte nun noch? Dieses, daß der ewige Königs—
sohn sich zur Rechten seines Vaters setzte und triumphierend
das Reich einnahm, welches der Vater ihm beschieden hatte.
Dies sollte am Tage seiner Himmelfahrt als an dem Feste
seiner Thronbesteigung und seiner Krönung mit Preis und
Ehren geschehen, nachdem der Auferstandene noch vierzig Tage
süßer Freude und Wonne seinen lieben Jüngern gewidmet
hatte, da er noch sichtbar unter ihnen wandelte und mit vielen
lieblichen Offenbarungen seiner Herrlichkeit ihrer Schwachheit
sich erbarmte. Dann aber geschah das große Wunder des
Himmelsfahrtstages: Der HErr ward aufgehoben gen Himmel
zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen
weg, und er fuhr auf gen Himmel und sitzt zur rechten Hand
Gottes. Viele herrliche Wunder hatte Christus schon längst
vor den Augen seiner Jünger verrichtet; aber seine Himmel⸗
fahrt übertrifft an sichtbarer Herrlichkeit und Majestät alle
seine vorigen Wundertaten. Wir können aus dem, was der
Heilige Geist hin und wieder in der Schrift darüber bezeugt,
wenigstens eine kleine Vorstellung gewinnen von dem glor—
reichen Triumphzug der Himmelfahrt Christi und von der
großen Herrlichkeit, die der zum Vater heimkehrende Heiland
erlangt hat.

Eine Himmelswolke war der Siegeswagen, den der Vater
ihm entgegensandte, als der triumphierende Hirt und Bischof
unserer Seelen aufgenommen werden sollte in die Herrlichkeit.
IEsus Christus, Gott und Mensch in einer Person, ist zu⸗
gleich aufgefahren in eigener Kraft, um auch nach seiner mensch—
lichen Natur erhöht zu werden über alles und zu empfangen
einen Namen, der über alle Namen ist. „Der Wagen Gottes
ist viel tausendmal tausend; der HErr ist unter ihnen im
heiligen Sinai.“ „Gott fährt auf mit Jauchzen und der HErr

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