Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 10 › Seite 179

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. Mai 1915, Seite 179

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchengemeinſchaften. 4„99

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gleichsam eine Armee, und die einzelnen Gemeinden bilden die
Regimenter. Wenn daher eine Synode gegen irgendeine gött—
liche Wahrheit sozusagen schießt, sie bekämpft oder leugnet, dann
kann eine rechtgläubige Gemeinde nicht unter ihrer Leitung
streiten oder zu ihr gehören, denn sonst würde sie diese Wahr⸗
heit verleugnen.

Das Bekenntnis der Synode ist das Bekenntnis jeder Ge⸗
meinde, die ihrem Verbande beigetreten ist. Wird eine Ge⸗
meinde Glied einer Synode, so erklärt sie damit durch die
Tat, daß sie die Lehre führt, die diese Synode führt. Ver—
einigt sie sich mit einer rechtgläubigen Synode, so legt sie
dadurch ein deutliches Zeugnis ab für die Wahrheit; das ist
dann ein Tatbekenntnis, das lauter redet, als bloße Worte
es tun können. Jedermann kennt dann sofort ihre Lehrstellung.

Es ist ja allerdings möglich, daß eine rechtgläubige Ge—
meinde das Evangelium predigt und als mutige Kämpferin
für die reine Lehre eintritt, ohne sich an eine Synode anzu⸗
schließen; aber es kann keinen Augenblick bezweifelt werden,
daß sie ihren Glauben noch viel besser, deutlicher und gewal—
tiger, noch viel herrlicher und für alle Menschen unmißverständ—
licher bekennt, wenn sie sich als regelrechtes Glied in eine recht—
gläubige Synode aufnehmen läßt.

Wir wollen die beste, nachdrücklichste Weise des Bekennens
wählen. Die Sekten und Schwärmer, die Halben und Lauen,
die Freunde und die Feinde, alle Welt soll es wissen, was
wir glauben und lehren; wir wollen IEsum bekennen vor
den Menschen. Darum ist es ein hohes Glück für uns, daß
Gott uns in eine rechtgläubige Synode hineingeführt hat, und
ein Vorteil und Segen ist es, wenn der treue Erzhirte der
Kirche einer christlichen Gemeinde die Gelegenheit darbietet,
sich an eine solche Synode anzuschließen und so ihren Glauben
an das Evangelium kräftig zu bekennen.

III.

„Prediget das Evangelium aller Kreatur!“
Das soll geschehen mit dem nötigen Geschick, das soll getan
werden in aller Welt. Wir müssen Prediger haben, die gott⸗
selig, lehrhaftig und treu sind. Die fallen nicht fertig vom
Himmel. Sie müssen für ihren Beruf, den herrlichsten, schwer⸗
sten, verantwortungsvollsten Beruf auf Erden, ausgebildet und
durch langjähriges Studieren tüchtig gemacht werden. Wir
müssen Lehrer haben, die unsere Kinder in den Gemeinde⸗
schulen unterrichten. Das Schulmeisteramt hat es mit den
Kindern zu tun, aber es ist wahrhaftig kein Kinderspiel;
gebetsvolle Vorbereitung wird dazu erfordert. Um nun Pre—
diger und Lehrer recht auszubilden, errichten und erhalten wir
höhere Lehranstalten; Grundstücke werden zu diesem Zweck ge—
kauft, Gebäude werden errichtet, Professoren werden berufen
und besoldet, arme Schüler werden unterstützt, und noch manches
andere wird ins Werk gesetzt, wie es die Notdurft erheischt.
Das kostet viel Geld, viel Weisheit, viel Beten! Und wenn
endlich durch Gottes Gnade Prediger und Lehrer ausgerüstet
worden sind für ihr Amt, dann werden viele von ihnen an
arme Gemeinden berufen, die nicht imstande sind, ihre Diener
am Worte selber aus eigenen Mitteln zu erhalten; andere
werden ausgesandt als Missionare in die verschiedensten Tei le
unsers Landes und in ferne, frennde Weltgegenden. Riesige
Missionsgebiete, mannigfache Verzweigungen der Missions⸗—
arbeit unter den verschiedenartigsten Menschen und in einer

Menge von Sprachen, Hunderte von Türen hat der SErr
JEsus, der suchen und selig machen will, was verloren ist,
uns weit aufgetan. Die Erfüllung unserer Missionspflicht
kostet abermals viel Geld, viel Weisheit, viel Beten. Und
wir wollen nicht nur durch das gesprochene, sondern auch durch
das geschriebene und gedruckte Wort das Evangelium predigen.
Wenn auch die Bücher und Zeitschriften, die unser Verlags⸗
haus herstellt, bezahlt werden von denen, die sie lesen und
gebrauchen, so müssen sie eben doch gekauft werden, sonst er⸗
reichen sie ihren Zweck nicht. Die ganze Druck- und Verlags⸗
arbeit kostet wiederum viel Geld, viel Weisheit und viel Beten.
Eine Gemeinde allein kann das nicht alles leisten. Darum
haben sich die vielen Gemeinden zu einer rechtgläubigen Synode
miteinander vereinigt, und jede Gemeinde will nun ihr Teil
an Geld, an Weisheit und durch Gebet dazu beitragen. So
kommt das herrliche Synodalwerk zustande, und wir fangen
wenigstens an, das Evangelium zu predigen aller Kreatur.
Keine Gemeinde denke, daß ihre Arbeit dabei überflüssig
sei, daß es „auch ohne sie gehen werde“. Selbft das kleinste
Häuflein kann wichtige Hilfe bringen. Und wenn alle großen
und kleinen rechtgläubigen Gemeinden sich an die Synode an⸗
schließen; wenn sie alle fröhlich und kräftig mitziehen, sich
gegenseitig anspornend und ermunternd; wenn sie alle ihr
Scherflein beisteuern an willig dargereichten Gaben und an
Weisheit, die in den Versammlungen durch gute Ratschläge
und durch wohlüberlegte Abstimmung angewendet wird; und
wenn sie endlich alle sich vereinigen zum ernstlichen Gebet der
durch Christi Blut gerecht gewordenen Gotteskinder: dann wird
es immer lustiger und lieblicher grünen und blühen in dem
herrlichen Gottesgarten unserer Synode; dann wird gewiß
der liebe Gott vom Himmel seine Gaben und Segnungen in
reichster Fülle herabströmen lassen und das Werk unserer
Hände fördern zu seines Namens Lob und Preis; dann wird
die Predigt des reinen Evangeliums, von Gemeinden und
Synode verkündigt, immer reichere Früchte tragen, in immer
größere Mengen von Herzen hineindringen und sie durch Gottes
Gnade und Christi Blut hinaufführen in die Wonne des
ewigen Lebens. Das walte Gott! L. D.

—— —

Der Russellismus.

7.

In diesem abschließenden Artikel berühren wir noch kurz
zur Mahnung und Warnung einige der gröbsten Irrlehren des
weltbekannten, fieberhaft arbeitenden falschen Propheten Charles
T. Russell.

Greuliche Lehren führen dieser Mann und sein Anhang
von der Person und dem Amt und Werk Christi.

Von Christi Person lehrt Russell: Christus ist nicht
Gott, sondern ein Geschöpf Gottes, allerdings „das höchste aller
Geschöpfe Gottes“ (Bd. 5, S. 82). Er ist nicht ewig, son—
dern hat einen Anfang gehabt. Als ein Geist, „ein Geist⸗
wesen“, ist er von Gott geschaffen worden. Vor seiner Mensch—
werdung war er der Erzengel Michael, der „Oberste der Engel“
(Bd. 5, S. 82). Bei seiner Empfängnis und Geburt hörte
er auf, ein Engel zu sein, und wurde ein Mensch. Dieser
Mensch, IEsus von Nazareth, wurde bei seinem Tode ver—
nichtet. „Der Mensch IEsus ist tot, ewig tot“

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English translation

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