Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 10 › Seite 181
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. Mai 1915, Seite 181
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meinen Synode beschlossen,
SESD Weu „Tutheraned
181
Es gibt eine Hölle.
vergebenen Sünde.
Ach! in den Sünden sterben,
Ist ewiges Verderben;
Denn dort vergibt Gott keine mehr.
Es gibt eine ewige Strafe der un⸗
Wir und alle Schriftgläubigen wissen, der Tag kommt
immer näher heran, da IEsus Christus nicht mehr als der
Weltheiland, sondern als der Richter der Lebendigen und der
Toten zu denen zu seiner Linken sprechen wird: „Gehet hin
von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das
bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. . . . Und sie werden
in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige
Leben.“
Wer Ohren hat zu hören, der höre! „Sehet, jetzt ist
die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils!“
Jetzt ist die Gnadenzeit,
Jetzt steht der Himmel offen;
Jetzt hat noch jedermann
Die Seligkeit zu hoffen.
Wer diese Zeit versäumt
Und sich zu Gott nicht kehrt,
Der schreie über sich,
Wenn er zur Hölle fährt.
Wir schließen mit dem Gebet:
O SErr, in Gnaden doch bekehr',
Die noch im Irrweg gehen,
Und denen mächtig steur' und wehr',
Die dir, Gott, widerstehen!
Laß niemand zu, daß er dein Wort
In seinem Lauf kann hindern;
Erhalt es lauter fort und fort
Nach uns auch unsern Kindern!
F. P. W.
— 2
——
Ein wichtiges Schreiben an alle unsere Gemeinden.
An die Gemeinden!
Ihr habt durch Eure Delegaten auf der letzten Allge⸗
im letzten Jahre für die All⸗
gemeine Innere Mission in Nordameritkta die
Summe von §40,000 aufzubringen. Von dieser Summe sind
bis jetzt 831,856 eingegangen und verteilt worden. Gott hat
Euch, liebe Christen, reich gesegnet, daß er Euch willig ge⸗
macht hat, eine so große Summe aufzubringen. Bittet nun
den HErrn, daß er uns alle durch seinen Heiligen Geist auch
willig mache, die noch fehlenden 88144.00 bis Ende Juni
bereitzulegen für den HErrn. Der SErr bedarf sie. Soll
sein Werk nicht großen Schaden leiden, so müssen wir ihm
unser Versprechen halten und ihm, was noch fehlt, geben.
Gerade in dieser Zeit bedarf der HErr unserer Liebesgaben;
denn die armen Missionsdistrikte im Süden und Norden unsers
Landes, besonders in Canada, sind wegen des Krieges in großer
Not. Darum helft alle mit, daß wir unser Versprechen halten
und mit Lust und Freude an die §50,000 gehen, die wir für
dieses Jahr versprochen haben. „SErr, segne uns ferner,
wie du uns bis jetzt gesegnet hast! Amen.“
Euer geringer Mitbeter
Milwaukee, Ende April 1915. C. F. Dietz.
Obiges Schreiben des Vorsitzers der Kommission für All⸗
gemeine Innere Mission bringt einen Notstand zur Kenntnis
unserer Gemeinden, der rasche Abhilfe erfordert, wenn unser
Werk in den Südstaaten, im Westen und in Canada nicht ins
Stocken geraten soll.
Bekanntlich beschloß unsere Synode letztes Jahr, 540,000
für die Unterstützung der Inneren Mission in diesen Gebieten
aufzubringen. An der Summe fehlen noch 58144. Das heißt,
so viel fehlt an dem Gehalt der Pastoren und Lehrer, die wir
als Glieder der Allgemeinen Synode beauftragt haben, in
unserm Nanien Mission zu treiben. Ist diese Summe —
540,000 — zu hoch bemessen? Wird das Werk etwa zu
kostspielig betrieben? Der Leser weiß, daß unsere Missionare
und Reiseprediger nur sehr geringen Gehalt bekommen. Er
weiß auch, daß die Missionskommissionen nicht mehr Missio⸗
nare anstellen, als unumgänglich nötig ist, die Anfragen um
Versorgung mit dem Worte Gottes zu befriedigen. Dazu
kommt nun, daß durch den Krieg vor allem unsere Ge⸗
biete im westlichen Canada sehr schwer betroffen worden
sind, so daß eigentlich weit mehr als die versprochenen
540,000 zusammenkommen müßte, wenn nicht unsere Missio⸗
nare und deren Familien in den nächsten Monaten bittere Not
leiden sollen. Hierzu einige nähere Angaben über die Lage
im westlichen Canada.
Es steht, Gott sei Dank, nicht so, daß unsere Gemeinden
in Canada wegen der deutschen Herkunft vieler ihrer Glieder
von seiten der Regierung drangsaliert würden. Man hat
unsere „deutsch⸗canadischen“ Lutheraner nicht ihrer deutschen
Sprache und Abstammung wegen verfolgt. Und doch sind sie
mehr durch die Kriegsnot betroffen als alle andern Teile der
canadischen Bevölkerung. Handel und Geschäfte sind sehr flau,
und wer zuerst „abgelegt“ wird, das sind natürlich die Deut⸗
schen. Hierzu kommt, daß viele unserer Leute in Gegenden
wohnen, die letztes Jahr eine Fehlernte hatten, und jetzt bei
den gesteigerten Preisen für Nahrungsmittel tief in Schulden
geraten sind. Können diese Leute nun mithelfen, wie sie das
vorher getan haben, Kirche und Schule zu erhalten? Sie
haben kaum genug für das bloße Leben.
Wir lassen Auszüge aus einigen Briefen folgen, die uns
von canadischen Pastoren zugegangen sind, und die ein Bild
geben von der Lage, in der sich unsere canadischen Gemeinden
bestnden.
1. Ein Pastor schreibt: „Es herrscht eine ziemlich große,
weitverbreitete Arbeitslosigkeit in dieser Gegend, was wohl
zum Teil der Mißernte zuzuschreiben ist, andererseits aber
auch durch den Krieg verursacht ist, da größere Bauten auf—
gegeben wurden, als der Krieg ausbrach. Daß infolgedessen
bittere Not entsteht, ist leicht erklärlich. Wir hatten noch eine
halbe Ernte; andere haben wenig oder gar nichts geerntet.“
2. Ein anderer: „Es ist sehr viel Arbeitslosigkeit in
meiner Gemeinde. Ein großer Teil der Glieder ist aber schon
über ein Jahr arbeitslos. Der Krieg hat den Stand der
Dinge nur verschlimmert.“
3. Ein dritter: „Berichte über den Arbeitsmangel in den
canadischen Städten sind nicht übertrieben.“
4. „Schon vor dem Kriege war die Arbeitslosigkeit groß.
Viele Arbeiter haben schon letzten Sommer keine Arbeit gehabt.“
5. „In andern Jahren gab es immer Winterarbeit in
den lumber camps und railroad-tie camps; dafür ist jetzt keine
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