Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 10 › Seite 178

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. Mai 1915, Seite 178

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synode 14

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—

8 Ner Tutßeraneb **

mit heller Posaune“, wie in den Psalmen geweissagt war.
Wie die himmlischen Heerscharen in der heiligen Nacht dem
eingebornen Gottessohn das Geleite gegeben hatten vom Him⸗
mel zur Erde hernieder, und wie alle heiligen Engel mit ihm
sein werden, wenn er wiederkommen wird in Herrlichkeit, so
haben sie hier ihm das Ehrengeleit gegeben von der Erde
zurück in den Himmel. Über dem Lobgetön der heiligen Engel
ist Christus gen Himmel gefahren.

Es holen IéEsum ein

Die lauten Cherubinen,

Den hellen Seraphinen

Muß er willkommen sein.

Von allen seinen Feinden aber hat es zugleich geheißen:
„Bringet sie her und erwürget sie vor mir!“ Der Fürst dieser
Welt und alles Elend, das er angerichtet hat im Reiche der
Sünde und des Todes, ist tief unten zu seinen Füßen liegen
geblieben. Der gen Himmel gefahrene Christus sitzt nun zur
rechten Hand Gottes, das heißt, zur Rechten der Majestät in
der Höhe; denn die rechte Hand Gottes ist Gottes majestätische
Allmacht, kraft welcher er über alles, was im Himmel und
auf Erden ist, mächtiglich herrscht und regiert. Daß nun Chri⸗
stus zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, sitzt, heißt
nichts anderes, als daß er durch seine Himmelfahrt auch nach
der menschlichen Natur in den unumschränkten Gebrauch und
in die völlige Ausübung aller göttlichen Gewalt und Herr⸗
schaft eingetreten ist. Er herrscht nun so gewaltiglich vom
Anfang bis zum Ende. Hatte er sich schon vor Pontius
Pilatus als König der Wahrheit bekannt, da er die Dornen—
krone trug, o wie herrlich, wie majestätisch erscheint er nun
als König, da ihn Gott gesetzt hat über alle Fürstentümer,
Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was genannt mag werden,
nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen,
und hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt
zum Haupt der Gemeinde über alles, wie sein Apostel Paulus
schreibt. Ja, dieser gen Himmel gefahrene, zur Rechten Gottes
sitzende Christus hat das Weltregiment in seiner Hand und
läßt die Zügel nicht fallen, sondern herrscht sogar mitten unter
seinen Feinden. Insonderheit ist er das Haupt der Gemeinde.
Er sammelt sich durch Wort und Sakrament eine Kirche auf
Erden; er erhält und schützt seine Kirche wider alles An—
stürmen der feindlichen Welt, auch wider die Pforten der Hölle.

Von Gott ist ihm gegeben

Das Zepter in die Hand,

Sein Königreich daneben,

Daß er in solchem Stand

Uns geistlich soll regieren

Und durch sein Leiden führen

Ins wahre Freudenland.
Denn er ist hingegangen, uns die Stätte zu bereiten, auch ein
trener Fürbitter zur Rechten des Vaters für uns zu sein,
damit erfüllt werde, was er verheißen hat: „Wo ich bin, da
soll mein Diener auch sein.“

Da sehen wir die königliche Majestät, die unser lieber
HErr Christus einst bei seiner Himmelfahrt entfaltet hat.
O welch einen herrlichen Heiland haben wir alle, die wir an
den gen Himmel gefahrenen HErrn der Herrlichkeit von Her—
zen glauben! O möchte dies von uns allen gesagt werden
können! O wer sich rühmen will, der rühme sich eines solchen
Heilandes! Christus, der gen Himmel gefahren ist, hat die
Schlüssel der Hölle und des Todes. Er allein kann darum

freilich aufschließen und zuschließen; ohne ihn kann niemand
in den Himmel kommen. (Joh. 3, 13.) Gehst du aber ein!
durch ihn, durch den Glauben an ihn, o dann sei fröhlich und
getrost und laß dich nicht erschrecken, obgleich der Teufel und
sein Heer dich noch manchmal angst und bange machen will.
Der alt' böse Feind ist ja durch Christum überwunden und
zuschanden gemacht. Christi Sieg und Triumph ist aber unser
Sieg und Triumph, die wir an ihn glauben. Unter aller x
Angst der Welt winkt er auch schon immer (o so freundlich
und so lieblich!) aus seinem himmlischen Reich herüber, daß
wir ihm auch bald werden nachfahren dürfen in seine Herr⸗
lichkeit. ö

2*

—

Fr. S.

—

Vom Anschluß an eine rechtgläubige Synode.

II.

„Prediget das Evangelium!“ Das sagt der!
SErr IEsus. Nach diesem Wort will jede rechtgläubige!
Synode handeln. Das hat sie sich zum Zweck und zur
Aufgabe gemacht. Sie predigt das Evangelium, sie bekennt
die Wahrheit. ö 2

Jede rechtgläubige Gemeinde predigt das Evange⸗
lium und bekennt die Wahrheit. Beide, die rechtgläubige;
Synode und die rechtgläubige Gemeinde, tun in Absicht auf
das Bekenntnis dasselbe: sie legen beide durch Wort und Tat
Zeugnis ab für die Wahrheit. Sie gehören zusammen, aber 3
auch nur sie gehören zusammen.

Eine falschgläubige Synode kann nie und nimmer der
Platz sein für eine rechtgläubige Gemeinde. Dahin gehört 3
eine solche Gemeinde nicht; ja sie würde, wenn sie sich an 4
eine falschgläubige Synode anschließen wollte, damit ihren ö
Glauben, die Wahrheit und den SErrn IEsum verleugnen.

Ehe daher eine Gemeinde einem größeren kirchlichen 4
Körper gliedlich beitritt, muß sie wohl prüfen, ob die be— 4
treffende Gemeinschaft auch wirklich das Evangelium predigt
und die reine Wahrheit lehrt und bekennt. Der Name allein
entscheidet bei dieser Frage noch lange nicht. Es gibt leider
Synoden in der Welt, die sich lutherisch nennen, und die doch
himmelweit davon entfernt sind, Gottes Wort und Luthers
Lehr' in allen Punkten zu führen. Das braucht im „Luthe⸗
raner“ nicht erst weitläufig bewiesen zu werden; dies Blatt 4
hat schon oft genug davon geredet. 1

Nun möchte vielleicht eine Gemeinde sagen: „Was schert;
uns die Synode, zu der wir gehören? Die kann predigen
und schreiben, was sie will; wir bleiben bei unserm alten!
Glauben, den lassen wir uns nicht rauben. Aber deswegen!
ist es doch nicht gleich unsere Pflicht, einer Synode fernzu⸗
bleiben, die in manchen Punkten von der Wahrheit abweicht.“
So haben freilich andere auch schon gedacht und geredet. Aber
ist das richtig? In irdischen Dingen kommt eine solche Un⸗1
gereimtheit schwerlich vor. Aber wir wollen einmal den un⸗
denkbaren Fall annehmen, in der englischen Armee wäre bei!
dem schrecklichen Kriege, der jetzt tobt, ein deutsches Regiment,
und die Soldaten in demselben würden sagen: „Unsere Armee
mag schießen, wohin sie will, wir sind für Deutschland, und
wenn auch unsere Armee gegen Deutschland kämpft, dann!
brauchen wir sie doch deswegen nicht gleich zu verlassen!““
Wäre das nicht lächerlich, ganz unsinnig? Eine Synode ist,

*

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