Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 10 › Seite 184

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. Mai 1915, Seite 184

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SE DerVTutheranesN

in unserer Synode eine ganze Anzahl gibt. Wir glauben nicht,
daß wir in den Besitz aller gekommen sind. Und wie manche
Wohltätigkeit wird im stillen geübt! Kein Mensch erfährt
etwas davon. Wie manche Gabe fließt Studenten zu, über die
nicht Buch geführt wird.

Herstellung der Statistik.

Da eine Statistik an Wert verliert, wenn man nicht weiß,
wie gerechnet worden ist, so möchten wir zunächst etliche Worte
über Herstellung der Statistik sagen. Von der Totalsumme, die
durch die Hände unserer Distriktskassierer gegangen ist, haben
wir 848,234.27 gestrichen, nämlich alle Gelder, die von einem
Distrikt in den andern verschickt wurden, wo sie nochmals quit⸗
tiert wurden, ferner alle Gelder, die verschiedenen Kassen bloß
geborgt wurden, sodann alle Gelder, mit denen Gemeinden
ihre Schulden an die Kirchbaukasse bezahlten, und schließlich
56704.48, womit wir unsere Synodalberichte bezahlt haben.
Wir glaubten, diese Summen in eine Statistik unserer Liebes⸗
gaben nicht mit hineinrechnen zu dürfen. Aber zu den Geldern,
die durch die Hände unserer Distriktskassierer gegangen sind,
haben wir noch §108,655.21 hinzugerechnet, Gelder, die nur in
Privatblättern quittiert wurden. Die Blätter, die uns dabei
zu Gebote standen, sind: „Lutheraner“, „Zeuge und Anzeiger“,
„Lutherisches Blatt für Südamerika“, „Lutherischer Bot⸗
schafter“, „Lutherisches Volksblatt“, „Stadtmissionar“, „Bote
aus Bethesda“, „Missionstaube“, „Kinderfreund“ von Michigan,
Kansas, Wisconsin und Jowa, „Pittsburgher Kirchen⸗ und
Waisenbote“, „Nebraska⸗Distriktsbote“, „Kranken⸗ und Waisen⸗
freund“, Lutheran Witness, Lutheran Pioneer, Southern Lu-
t̃eran, Sanitarium Hevieuο, Deaf Luthéran. Wenn es in
unserer Synode noch mehr derartige Blätter gibt, wäre uns
deren Zusendung im Interesse der Statistik für nächstes Jahr
angenehm.

Wir müssen gestehen, daß eine genaue, vollständige Sta—
tistik über alle unsere Beiträge unter jetzigen Verhältnissen nicht
möglich ist. So werden zum Beispiel vom Kassierer der Neger—
mission, von den Kassierern etlicher Wohltätigkeitsanstalten
Gaben quittiert, aber es läßt sich nicht erkennen, ob sie aus der
Missouri⸗ oder aus der Wisconsinsynode kommen. Es läßt sich
nicht immer entscheiden, ob Gaben, die aus Illinois kommen,
dem Nord⸗, Süd⸗ oder Zentral-Illinois⸗-Distrikt zugeschrieben
werden müssen. Man kann manchmal nicht entscheiden, ob
Gaben, die in einem Privatblatt quittiert werden, bereits in die
„Lutheraner“-Quittungen eingeschlossen sind oder nicht. Dazu
kommt, daß auch die Distriktskassierer nicht alle am 31. Dezem⸗
ber ihre Rechnung abschließen. Manche beginnen vielleicht nrit
Januar, während ihre letzte Quittung die beiden Monate De⸗
zember und Januar umfaßt, so daß man nicht sagen kann, wie⸗
viel davon auf den Dezember kommt. Oder sie schließen ihren
Bericht Mitte des Monats ab. Wir haben so sorgfältig wie
möglich gearbeitet, Ungleichheiten auszugleichen gesucht, viele
Briefe geschrieben, lieber zu wenig als zu viel gerechnet und
sind uns dessen bewußt, daß das Resultat wesentlich nicht ge⸗—
ändert wird, wenn auch etliche Tausend weniger auf der Sta—
tistik stehen.

Wir geben immer mehr und mehr.

Wir haben letztes Jahr etwa §77,000 mehr gegeben als
das Jahr vorher. Dabei darf man nicht übersehen, daß
die Gesamtsumme erst das Jahr vorher einen Sprung von

§118,092.48 gemacht hat. Wir lernen das Geben immer besser.
Das muß man unsern Christen gegenüber anerkennen. Immer
vorwärts! Es möchte jemand denken, da die Gliederzahl unserer
Synode jedes Jahr um Tausende zunimmt, so sei es selbst⸗

verständlich, daß auch die Einnahme immer größer werde. Das

ist allerdings der Fall. Aber wir geben auch im Durch—
schnitt immer mehr. Im Jahre 1905 gab jedes kommuni—
zierende Glied im Durchschnitt nur 84 Cents, im Jahre 1910
schon §1.16, im Jahre 191281.23 und im Jahre 1914 etwa
§51.49. Es geht also nicht rückwbärts. Man kann von unsern
Christen nicht sagen, daß sie immer geiziger würden. Das mag
bei einzelnen der Fall sein, aber nicht im großen und ganzen.
Anders freilich mag die Sache liegen, wenn wir unsere
jährlichen Beiträge nach unserm Vermögen bemessen. In den
letzten zwanzig Jahren hat sich der Wohlstand des Landes be. A
deutend gehoben. Wir sind im Durchschnitt vermögender ge⸗ 1
worden. Würden wir heute nach Vermögen so geben, wie wir
früher gegeben haben, so käme vielleicht eine ganzandere Summe
heraus. So angesehen, ist die Möglichkeit vorhanden, daß. 41
während wir äußerlich immer größere Fortschritte machen, wir 1

doch im Verhältnis zu unserm Vermögen langsam und all—⸗ 4

mählich rückwärts gehen. Das läßt sich jedoch schwer beurteilen.
Gott weiß es besser als wir.

Wir sind nicht überbürdet.
Von noch einer andern Seite wollen wir die Sache ansehen.
Wir kommen leicht auf den Gedanken, daß wir sehr viel für
auswärtige Zwecke tun und große Opfer bringen. Aber das
kann man nicht gerade sagen. Wir rechnen nicht gern aus,
wieviel auf jedes kommunizierende Glied kommt, weil eine
solche Rechnung so leicht gemißbraucht werden kann.
Rechnung ist dazu angetan, uns den Mund zu stopfen, wenn
wir von überbürdung reden und meinen, wir müßten uns zu
sehr anstrengen. Es komnit auf jedes kommunizierende Glied
bloß §1.50.
Lehranstalten, einen für Mission und einen für Wohltätigkeit.
Ist das viel? Wir vergessen nicht, daß wir für den eigenen .
Gemeindehaushalt bedeutende Ausgaben haben. Manches Glied
gibt einen jährlichen Beitrag von 50 bis 60 Dollars. Was 4
wir aber für auswärtige Zwecke tun, sind nur ein paar übrige 3
Brocken.
Was die einzelnen Distrikte tun. 1
Auf die einzelnen Distrikte verteilt, ergeben sich folgende 4
Zahlen: *

Atlantischenr..... § 64475.93 North Dakota u. Mon⸗

California u. Nevada. 24239.67 tanaaa. 9⁴44.12
Canada 7656.20 Oregon u. Washington 6732.15
Englischer . 15⁵⁵7.53 Ostlichrrnr 30794.69 A
Jodw 64860.55 South Dakota ...... . 12008.90 4
Kansas 33971.5⁷ Süd⸗Illinois 19540.25
Michiggen. 55266.33 Südliche.... 10202.92
Minnesodaa 61905.69 Texrxcaaasss 20034.70
Mittlerr 86187.36 Westlicher 59140.588
Nebraskkaa 67341.57 Wisconfiin 75999.85
Nord⸗Illinois ..... . . 117151.05 Zentral-Illinois .... 29307.69 3

Es gibt inimer Leute, welche gern berechnen, wieviel jeder;
Distrikt, nach Gliederzahl berechnet, im Durchschnitt gibt, welcher!
hierin der erste und welcher der letzte ist. Es ist Tatsache, 1
daß manche Distritte doppelt so viel tun als andere. Wir
wollen aber diese Rechnung lieber unterlassen. Erstens sind

S
*

Aber die 45

Das macht auf die Woche drei Cents: einen für

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