Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 12 › Seite 220
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 8. Juni 1915, Seite 220
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Unzucht · Zauberei · Kirchengemeinſchaften 2 · Kirchengemeinſchaften 3
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barung davon erhalten.
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nicht.“ Schaue um dich, sieh die Gemeinden dir an, in denen
die Loge Hausrecht erhalten hat. Wie steht es da? Die
Erfahrung lehrt, daß die Kirche des reinen Evangeliums keinen
Feind hat, vor dem sie mehr auf der Hut sein muß als vor
der Loge. Erst der Jüngste Tag wird es offenbaren, wie
groß der Abfall ist, den Satan durch dieses Werkzeug herbei—
geführt hat. ö
2. Der Adventismus.
Der Adventismus ist ohne Frage eine der größten Ge—
fahren für die christliche Kirche unserer Zeit. Advent heißt
„Kommen“, und Adventismus ist ein Wort, das alle die—
jenigen Irrtümer zusammenfaßt, durch welche die Schriftlehre
von dem Kommen Christi zum Gericht verkehrt und
gefälscht wird. Dafür, daß wir in der letzten Zeit des großen
Abfalls leben, gibt es kein sichereres Anzeichen als den Adven—
tismus. Unser HErr sagt ja ganz unmißverständlich, daß eben
über sein Kommen zum Gericht viele Irrtümer in der letzten
Zeit im Schwange gehen werden. Die falschen Propheten
werden sagen, sie hätten Offenbarungen vom SErrn über den
Tag seines Kommens, ja, sie werden ganz zuversichtlich be—
haupten: Hier ist Christus, da ist er! Das nun tut der
Adventismus. Er lehrt falsch vom Jüngsten Tag und vom
Kommen Christi zum Gericht. Und zwar ist dieser Irrtum
nicht auf eine bestimmte Sekte beschränkt, sondern ist so recht
eigentlich die Verführung der letzten Zeit, die sich in einem
ganzen Schwarm von Sekten mitten unter der Christenheit
ausgebreitet hat. Am besten bekannt sind die sogenannten
Siebententags⸗Adventisten. Diese heidnische Sekte hat
viele, die wenigstens äußerlich einmal Christen waren, in ihr
Garn gelockt, ja besteht fast nur aus Abgefallenen aus prote—
stantischen Kirchen. Über diese Pestilenz, die im Finstern
schleicht, wird der „Lutheraner“ noch ausführlicher berichten.
Hier sei nur gesagt, daß die Siebententags-Adventisten eine
Sekte sind, die hauptsächlich auf das Zeugnis einer Prophetin
(Ellen White) hin, die vorgibt, im Namen Christi zu reden,
alle Schriftlehren umdeutet und fälscht und so den ganzen
Grund des Glaubens umkehrt. Wer ihnen zufällt und nicht
Buße tut, ist rettungslos verloren. Außerdem ist der Adven—
tismus aber das eigentlich Wesentliche an vielen Sekten, die
hier nicht alle einzeln aufgeführt werden können. Eine sehr
gefährliche Form des Adventismus ist zum Beispiel
3. Der Russellismus.
Von ihm ist in unserm Blatt erst kürzlich ausführlich ge⸗
handelt und darauf hingewiesen worden, daß Russell ohne
Zweifel zu den falschen Propheten gehört, deren Auftreten in
der letzten Zeit Christus geweissagt hat. Die Warnung vor
Propheten, die auftreten werden und sagen: Hier ist Christus
— da ist er! weist ganz unmißverständlich auf Lügenapostel
wie Russell hin, die genau dies als ihre Hauptweisheit vor⸗
geben, daß sie sagen, Christus sei schon auf Erden, seine zweite
Ankunft sei schon geschehen, und sie hätten besondere Offen—
Weil man diese Warnung des Hei—
landes nicht beherzigt, ist der Abfall zum Russellismus so groß.
4. Der Eddyismus.
Das ist die wichtigste unter den neuen Sekten, die vor⸗
geben, durch „große Zeichen und Wunder“ (Matth.
24, 24) beweisen zu können, daß sie in Christi Namen auf—
treten. Der Eddyismus (Christian Science) will Krankheiten
heilen durch „christliche Wissenschaft“. Zwar erkennt der Staat
ihre Ansprüche auf Heilkunde nicht an, verweigert ihren Kun—
digen (practitioners) auch die Doktorlizenz. Den Namen
„Wissenschaft“ trägt dieser Irrtum mit Unrecht. Und doch ist
der Schaden, den der Eddyismus durch seine Kurpfuscherei
anrichtet, noch gering anzuschlagen gegen den Raub, den er
an dem Glauben solcher, die ihm zufallen, begeht. Der
Eddyismus leugnet das Dasein eines persönlichen Gottes,
lengnet die Dreieinigkeit, die Gottheit Christi, lehrt, es gebe
keine Sünde, keine Hölle, kein Gericht, keinen Jüngsten Tag,
verwirft die Versöhnung durch Christi Blut und die Recht⸗
fertigung durch den Glauben. Es bleibt nach der Lehre der
Christian Science auch kein Artikel unsers Glaubens stehen.
Und diese vollständige Verneinung alles Christlichen nennt sich
„Christliche Wissenschaft!! Wie ist es möglich, fragen
wir wieder, daß auch ein einziger Christ, der einmal „ge—
schmeckt hat die himmlische Gabe, das gütige Wort Gottes und
die Kräfte der zukünftigen Welt“ (Hebr. 6, 4. 5), zu dieser
schlimmer als heidnischen Religion abfallen kann? Und doch
sucht der Eddyismus seine Anhänger gerade unter den Christen.
Wie groß muß die Macht der Lüge sein, und wie sollten wir
uns doch hüten vor dem Irrtum nach dem Wort des Apostels:
„Mit den bösen Menschen aber und verführerischen wird's je
länger, je ärger, verführen und werden verführet. Du aber
bleibe in dem, das dir vertraut ist, sintemal du weißt, von
wem du gelernt hast; und weil du von Kind auf die Heilige
Schrift weißt, kann dich dieselbe unterweisen zur Seligkeit durch
den Glauben an Christo JEsu.“
5. Der Spiritismns.
Spiritismus (Spiritualism) ist Verkehr mit der Geister—
welt. Er steht als Religion im völligen Gegensatz zum Chri—
stentum. Der Verkehr mit Geistern ist 5 Mos. 18, 10—12
aufs nachdrücklichste untersagt. Der Spiritismus hofft, Welt⸗
religion zu werden und an die Stelle des Gottesglaubens den
Geisterglauben und den Geisterdienst zu setzen. Die Geister
treten an Gottes Stelle. Das Gebet zum Schutzgeist wird
mit dem Gebet zu Gott ganz auf eine Linie gestellt. Von
Sünde und Gnade, von Christo und dem Heiligen Geist, von
Rechtfertigung und Heiligung in christlichem Sinn weiß der
Spiritismus nichts. JEsus Christus ist ihm nicht Heiland und
Erlöser, sondern eben Vorbild. Das Hauptstück im Spiritis⸗
mus ist die Lehre von der Seelenwanderung, wonach jede
Seele mehrere leibliche Daseinsformen hat, die sie sich wählt,
um frühere Vergehen zu sühnen oder um sich zu vervollkommnen.
Du kannst also in deiner früheren Existenz ein Wilder oder
Menschenfresser gewesen sein! Der Spiritist glaubt an Selbst⸗
erlösung durch die Wiederverleiblichung. Es gibt für ihn
weder Hölle noch Himmel noch Gericht, sondern nur Weiter—
entwicklung des Geistes. Aber wodurch soll es dann zu einer
wirklichen Besserung und Wiedergeburt kommen? Mit Hilfe
der guten Geister! Das ist das überaus klägliche Ergebnis der
spiritistischen Lehre und Praxis.
Und dennoch diese große Menge von Anhängern! Das
ist kein Wunder. Überall, wo der Glaube an Gott durch
IEsum Christum aufgegeben wird, da hält der Aberglaube
seinen Einzug. Von den spiritistischen Medien, das heißt, Per⸗
sonen, die mit Geistern verkehren können, gilt das Wort, das
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