Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 12 › Seite 225
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 8. Juni 1915, Seite 225
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sie vor einigen Monaten in den Briefen, die hier zum Abdruck
kamen, geschildert worden ist. Tatkräftige, rasche Hilfe tut not.
G.
Unser Atlantischer Distrikt hat ein Finanzkomitee, das im
„Zeuge und Anzeiger“, dem Distriktsblatte, vierteljährlich über
den Stand der Kassen Bericht erstattet. Alle Gaben werden unter
sieben Rubriken registriert: Synodalkasse, Missionskasse, Kirch—
baukasse, Unterstützungskasse, Studentenkasse, Schulkasse und
Wohltätigkeit. Außerdem wird noch genau berichtet, wieviel für
die einzelnen Missionen aus den Gemeinden des Distrikts einge⸗
laufen ist. Das Wichtigste ist jedoch eine Angabe über den Be—
darf der einzelnen Synodal- und Missionskassen, aus welcher
jedes Glied des Distrikts erkennen kann, welche Kassen gerade
gut stehen, und welche der Unterstützung vor andern bedürfen.
Durch solche Mitteilungen über den Stand des Werkes werden
die Christen zu verständigem Geben für die verschiedenen
Zweige der kirchlichen Arbeit angeleitet. G.
Dreißig Jahre hat Herr Karl Spilman dem Sstlichen
Distrikt ununterbrochen als Kassierer gedient. Der Sstliche
Distrikt, der letzten Monat versammelt war, ehrte den Jubilar
durch ein Dank- und Glückwunschschreiben und durch übersendung
eines Geschenkes. Vorgerückten Alters wegen ist Herrn Spilman
auf seine Bitte hin das Amt jetzt abgenommen worden. G.
Zur Statistik. Nach Angabe der „Luth. Freikirche“ zählt
die Europäische Freikirche jetzt 38 Gemeinden gegen
36 im Vorjahr, die auf 81 Predigtorte (gegen 78 letztes Jahr)
verteilt sind und 5788 Seelen (1913: 5658), 3818 kommuni—
zierende Glieder (1913: 3724) und 1290 (1913: 1276)
Stinimfähige zählen. — über unsern Brasilianischen
Distrikt wurden bei Gelegenheit der Synode im Januar dieses
Jahres folgende Zahlenangaben gemacht: „Am Ende des Jahres
1914 waren in unserer Mission tätig: 26 Pastoren, 2 Pro⸗
fessoren an unserer Lehranstalt in Porto Alegre, 6 Lehrer, 19
Hilfslehrer und 1 Hilfslehrerin. 83 organisierte Gemeinden und
38 Predigtplätze, das heißt, solche Orte, an denen noch keine Ge—
meinde organisiert werden konnte, wurden mit der Predigt des
reinen, lauteren Gottesworts versorgt. Die 121 Gemeinden und
Predigtplätze weisen eine Seelenzahl von 17,163 auf. Kom⸗
munizierende Glieder, das heißt, solche, die berechtigt sind, am
heiligen Abendmahl teilzunehmen, waren es 7208. Stimm-⸗
berechtigte Glieder zählten die Gemeinden 2536. In 66 Schulen
wurden 1903 Kinder unterrichtet. Leider ist die Zahl der Schul—
kinder ungenau, da von den 66 Schulen 13 vakant sind, und
keine Angaben betreffs derselben vorliegen. 220 Kinder besuchen
die Sonntagsschulen. Getauft wurden 1073, konfirmiert 431.
5778 haben am heiligen Abendmahl teilgenomnien. Getraut
wurden 95 Paare, und begraben 154 Personen.“ Im Anschluß
an diesen Bericht schreibt das „Kirchenblatt“ unsers Brasiliani—
schen Distrikts: „Mit Lob und Dank gegen Gott mußten wir er—
kennen, daß Gottes Segen sichtlich auf unserer Arbeit hier und
in Argentinien geruht hat. In allen Gebieten unsers großen
Missionsdistrikts war ein gesundes, stetes Wachstum zu ver⸗
zeichnen. Ja, obwohl wir gegenwärtig sogar weniger Arbeiter
haben, als wir vor zwei Jahren hatten, hat sich doch die Zahl
unserer Gemeinden um 47 gehoben.“ G.
Rom und die Presse. Ein Beispiel dafür, wie Rom die
Presse zur Beförderung seiner eigenen Interessen kontrolliert,
stand kürzlich im Lutheran zu lesen. Als das Generalkonzil
seine letzte Versammlung abhielt, wurde ein Berichterstatter für
die täglichen Zeitungen ernannt. Seine Berichte über die
Synodalsitzungen gingen aber durch die Hände eines Preß—
agenten, der Glied der römischen Kirche ist, und das Resultat
war, daß entstellte und sehr stark verkürzte Berichte an die Außen—
welt gelangten. Jeder Katholik weiß, auch ohne daß er sich
speziell den Rat seines Priesters zu holen hat, daß gerade über
die Luthexaner so wenig wie möglich Vorteilhaftes in die Zei⸗
tungen kommen darf. Bedeutsam ist auch der Ausspruch eines
Presbyterianers, den der Lutñeran in dieser Verbindung regi⸗
striert. Dieser Presbyterianer sagte: „Ich merke, daß die Römi⸗
schen schon fleißig daran sind, Luthers Charakter anzuschwärzen
als Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum im Jahre 1917.
Man sollte diesem Treiben ganz entschieden begegnen, da es
offenbar die Absicht der Römischen ist, die öffentliche Meinung
gegen Luthers Gedächtnis zu vergiften.“ Das Gegengift ist —
die Wahrheit über Luther und die lutherische Kirche. Um
vor allem die englischredende Bevölkerung unsers Landes über
Luther, die lutherische Kirche, ihre Lehren und Grundsätze 'auf—
zuklären, hat sich unter unsern östlichen Brüdern ein Lutheran
Publicity Bureau gebildet. Dasselbe hat jetzt sein viertes
Bulletin herausgegeben, das wertvolle Winke darüber gibt, wie
man das amerikanische Volk mit der Lehre und Praxis unserer
Kirche besser bekannt machen kann. Das Bulletin wird frei ver—
sandt. Man wende sich an den Sekretär des Bureau, P. Paul
Lindemann, 901 Summit Ave., Jersey City, N. J. G.
Ein neuer Kniff der Farmerloge. Daß die Farmers' Edu-
cational and Cooperative Union of America eine Loge ist, hat
der „Lutheraner“ schon vor mehreren Jahren an der Hand von
Auszügen aus dem Ritual dieser Gesellschaft nachgewiesen. Diese
Loge treibt ihr Unwesen besonders in unsern westlichen Staaten,
wo sie auch unter lutherischen Farmern Glieder werben möchte.
Da ihr dies bisher nicht gelungen ist, hat die Hauptloge ihren
Zweigen in Nebraska jetzt gestattet, das Ritual, in dem sich dieser
Verein am deutlichsten als Loge zu erkennen gibt, fallen zu lassen.
Vor allem auch die Aufnahmezeremonien, in denen der Verein
seine falsche Religion vorträgt, will man den Eintretenden er⸗
lassen. Wie, dürfen unter solchen Umständen Christen einem
Verein wie der Farmers' Union beitreten? Ganz gewiß nicht.
Erstens könnte Gliedschaft in irgendeiner Loge gutgeheißen wer⸗
den, wenn man unter solchen Umständen beitreten dürfte. Auch
Freimaurer erlassen zuweilen Leuten, um deren Aufnahme es
ihnen besonders zu tun ist, die Aufnahmezeremonien; das ist
zum Beispiel bei der Aufnahme Präsident Tafts geschehen. Es
ist doch klar, daß die Loge durch solche Zugeständnisse nur Leute
fangen will, um deren Gliedschaft es ihr eben sehr zu tun ist.
Sodann: welche Garantie gibt die Farmers' Union denn ihren
Gliedern in Nebraska und andern westlichen Staaten, daß sie
nicht später einnal auf Einführung des Rituals in allen Zweigen
dringen wird? Wenn der Logencharakter, wie ein hoher Beamter
der Farmers Union behauptet hat, von „größter Wichtigkeit“
für den Verein ist, wird man in Bälde auch darauf dringen,
daß alle Zweige das Ritual gebrauchen. Auch werden schwerlich
die Lutheraner in solchen Zweigvereinen die Majorität behalten,
es also auch nicht auf die Dauer verhüten können, daß man das
Ritual einführt. Sie sind hierin ganz von dem Willen der
Großloge abhängig. Sodann ist zu bedenken, daß ein solcher
Zweigverein, auch wenn das Ritual nicht eingeführt wird, doch
eben dem ganzen Verein als Glied angehört, und jedes Glied
des Zweigvereins auch Glied des Gesamtvereins ist; und dieser
Gesamtverein ist eine Loge. So gehören unsere Leser zur
Missourisynode, eben weil sie einer Gemeinde angehören, die
Glied in der Missourisynode ist. Jedes Glied eines solchen
Zweigvereins der Farmerloge muß mit den Gliedern der andern
Zweigvereine, in denen die gottlosen Zeremonien beibehalten
worden sind, als mit Brüdern verkehren, wird auch Einladungen
erhalten (so lesen wir inn Ritual), an Begräbnissen in andern
Zweigvereinen, also an Logenbegräbnissen teilzunehmen, und ist
vor allem auch verantwortlich, genau wie die Glieder aller
übrigen Zweigvereine, für alles, was der Gesamtverein und die
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