Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 12 › Seite 227

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 8. Juni 1915, Seite 227

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: e · Weib 8

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der Mutterschaft und der Leiterin des Hauswesens zu übernehmen.
Daß dieses die von Gott gewollte Stellung der Frau ist, lehrt
die Heilige Schrift 1 Mos. 2, 18— 24; 3, 16; Eph. 5, 22—33;
Kol. 3, 19; 1 Tim. 2, 12 und an andern Stellen. Aus dieser
Stellung ist die Frau jedoch schon vielfach herausgetreten, ehe sie
das Stimmrecht in politischen Wahlen anstrebte, wie das Hinein⸗—
drängen der Frauen (auch ohne äußere Nötigung) in allerlei
Berufsarten, die bisher Sache des Mannes waren, zur Genüge
beweist. Daher die Scheu vor übernahme von Mutterpflichten,
die sowohl unter verehelichten wie auch unter ledigen Personen
solch greuliche Versündigungen gegen das fünfte und sechste Gebot
im Gefolge hat. Auf dieser Bahn ist die Forderung politischer
Gleichheit mit dem Manne nun ein weiterer Schritt und nicht an
sich erst das Eintreten in ein widergöttliches, weil der Natur-—
ordnung widerstrebendes, Verhältnis zum Manne. In diesem
unnatürlichen Verhältnis ist die Frau, sobald sie die Pflicht des
weiblichen Gehorsams denr Manne gegenüber, die Pflicht des
Kindergebärens und die andern Pflichten, die ihr als Frau, Gat⸗

tin, Mutter zukommen, vergißt oder freventlich beiseiteschiebt.

Das tut sie jetzt aber vor allem, um in das öffentliche Leben
eintreten zu können. Die moderne Frauenbewegung hat es be—
wußtermaßen und erklärtermaßen darauf abgesehen, die Frau von
dem Verhältnis der Unterwürfigkeit gegen den Mann zu „be—
freien“, zu „emanzipieren“. Wo daher Frauen das Stimmrecht
suchen, und es ihnen zugestanden wird auf solche Gründe hin,
also um die Ansprüche der Frauen auf absolute politische Gleich—
berechtigung zu befriedigen, und unter Beiseitesetzung der For⸗
derungen, die die Familie an das Weib stellt, unter Beiseite-⸗
setzung der natürlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern
und der Bestimmung des Weibes als Gattin und Mutter, unter
Beiseitesetzung auch der Schriftlehre vom Verhältnis der Frau

zum Manne, in frevlem, stolzem Sinne und offenbarer Aufleh-

nung gegen Gottes Wort, kurz, wo das politische Wahlrecht ge—
fordert und zugestanden wird zum Zwecke der Emanzipa⸗
tion der Frau, um sie aus der Autorität des Mannes und der
Unterwürfigkeit unter Gottes Wort loszureißen, da ist solche For⸗
derung des Stimmrechtes und Schenkung desselben an die Frauen
durchaus zu verwerfen. Daß man es aber gerade hierauf abge—
sehen hat, nämlich auf die Emanzipation der Frau, auf ihre
völlige Loslösung von dem Verhältnis, das in der Natur und in
Gottes Wort begründet ist, das ist jedem klar, der sich mit den
Schriften, in denen die Frauenrechtlerinnen ihre Forderungen
begründen, etwas beschäftigt hat. Auch daraus, daß die Vor⸗
kämpfer dieser Bewegung fast ausnahmslos Ungläubige, ja Got⸗
tesleugner sind, kann man erkennen, welches Geistes Kind die mo—
derne Frauenbewegung ist. G.

Die Evolutionslehre in den öffentlichen Schulen. Die
Evolutionslehre ist die Lehre vom Entstehen der Welt, wie sie
jetzt ist, ohne Wirkung eines allmächtigen Schöpfers, lediglich
durch gewisse Kräfte, die in der Natur selber liegen sollen. Nach
der Evolutionslehre ist also die Welt nicht, wie die Bibel lehrt,
durch Gottes Wort aus nichts entstanden, sondern sie ist ewig;
und was auf ihr lebt, ist nach dieser Lehre nicht so, wie uns das
die Bibel im ersten' Buche Mose beschreibt, geschaffen worden,
sondern hat sich im Laufe vieler Millionen von Jahren ent—
wickelt. Wie weit nun diese Lehre in den öffentlichen Schulen
unsers Landes Eingang gefunden hat, wurde letztes Jahr von
einer Kommission der Ohiosynode untersucht, und das Resultat
dieser Untersuchung wurde vor einiger Zeit im Lutheran Standard
bekanntgegeben. Aus diesem Berichte geht hervor, daß vor allem
in den Hochschulen, Normalschulen und Agricultural Colleges
(Ackerbauschulen) viele Textbücher gebraucht werden, die das Gift
dieser gefährlichen Irrlehre enthalten. Aus den Briefen, die der
Kommission von Professoren an diesen Anstalten zugingen, geht

*

ferner hervor, daß die unterrichtenden Personen an unsern höhe—
ren staatlichen Anstalten sehr allgemein der Entwicklungslehre
huldigen und sie als echte Wissenschaft ihren Schülern vortragen.
Das kann auch nicht anders sein; denn auf den Universitäten,
in denen diese Lehrer ausgebildet werden, ist die Evolutionslehre
längst zur Herrschaft gelangt. Wie groß die Gefahr ist, daß die
Jugend unsers Landes, soweit sie noch unter dem Einfluß des
Christentums herangewachsen ist, durch das Wort und Vorbild
solcher Lehrer zu Zweifelssucht und Unglauben verführt wird,
kann nicht zu oft betont werden. Besonders der Unterricht, der
in den Universitäten erteilt wird, ist danach angetan, jungen
Leuten, die im Christentum nicht fest gegründet sind, Glauben
und Gottesfurcht zu rauben. Gegen sein Gottvertrauen und
seinen Bibelglauben hat dort schon mancher — so groß ist die
Macht der Lüge — die Torheiten der Wissenschaftler und jene
„falschberühmte Kunst“ der Evolution eingetauscht und Schaden
genommen an seiner Seele. G.

Maßlose Verschwendung. Ein Wechselblatt berichtete kürz⸗
lich, daß in New York einer sich für sieben Millionen Dollars
einen Palast mit hundertundzwanzig Zimmern gebaut habe und
diesen Palast mit seiner kleinen Familie bewohne, während man
in demselben New York sieben Familien in einem Zimmer zu⸗
sammengepfercht fand. In besagtem Palast soll eine Pfeifen-⸗
orgel sein, die 5300,000 gekostet hat, Teppiche im Wert von
einer halben Million und Bilder im Wert von zwei Millionen.
Ebenfalls wird berichtet, daß bei einem Diner in New York jede
Zigarre in eine Hundertdollar-Banknote eingewickelt war, wäh⸗
rend in derselben Stadt Tausende armer Leute am Hungertuche
nagen und kaum wissen, womit sie sich kleiden sollen. . Einem
Hunde zu Ehren wurde ein Bankett veranstaltet, und der Eigen—
tümer schmückte ihn mit einem Halsband ini Werte von fünfzehn—
tausend Dollars. Solche sündige, schreckliche Verschwendung ist
angesichts der vielen Not in der Welt teuflisch. Solchen herzlosen
Reichen gilt das Wort des Jakobus: „Wohlan nun, ihr Reichen,
weinet und heulet über euer Elend, das über euch kommen wird!“
Sie werden das Los jenes reichen Mannes teilen, von dem JEsus
sagt, daß er bei seinem Tode seine Augen aufhob in der Hölle
und in der Qual und nach Linderung seiner höllischen Schmerzen
sich sehnte. (Sendbote.)

Stapellauf eines Missionsschiffes in New HYork. Die
„Mission Vacht Association“ trifft große Vorbereitungen für
den Stapellauf der im Bau befindlichen Jacht Nessenger III,
der in den nächsten Tagen im Eriebassin stattfinden soll. Das
Schiff soll von der Gesellschaft verwendet werden, um von ihm
aus religiöse Traktate, Bibeln, sonstige Bücher und Agitations⸗
material unter den Matrosen und Seeleuten der im Hafen liegen—
den Schiffe zu verteilen. Diese Arbeit wurde bisher von der
Jacht Messenger II besorgt, von der aus im letzten Jahre nicht
weniger als 1000 Ballen Traktate und 20,000 Weihnachts⸗
geschenke unter Seeleuten von 10,200 Schiffen im New Yorker
Hafen weitergegeben wurden. Das Arbeitsfeld hat sich aber in
den letzten Monaten sehr vergrößert, und eine Jacht allein ist
der Arbeit nicht mehr gewachsen. (Wbl.)

——

„Ich bin ein Ungläubiger.“

Nach Schluß einer Versammlung für junge Männer, der ich
beigewohnt hatte, folgte mir ein junger Mann in ein Nebenzim—
mer und bat mich um eine Unterredung. „Ich möchte ein wenig
mit Ihnen reden“, sagte er, „wenn es Ihnen angenehm ist. Ich
bin ein Ungläubiger. Ich glaube gar nichts.“

„Es gibt heutzutage viele Ungläubige wie Sie, und es ist

— I

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