Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 9 › Seite 164
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 25. April 1916, Seite 164
Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner72_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
164
klärlichen Gründen nicht gefallen können, sind sie doch interessant.
Sie lassen uns einen Blick tun ins Menschenherz. Doch sind auch!
andere Briefe darin, Briefe, die zu lesen eine Freude und Genuß J
sind. Wie versteht der Mann einen Bruder in seinem Leide zu 3
endigung des Krieges neue und große Ausgaben haben, die
Mittel dazu darreichen werden. Eine Anzahl Frauenvereine
hin und her in unserer Synode haben mit großer Liebe den
armen indischen Heidenchristen Kleidungsstücke und andere
Gaben zu Weihnachten gesandt. Und eben als wir dieses
schreiben, kommt wieder eine gute Nachricht. Die Ruth Guild“
der englischen Gemeinde P. M. Walkers in Buffalo, N. Y.,
jbernimmt es ganz allein, für den Unterhalt eines eingebornen
Schülers in unserm Institut in Nagercoil zu sorgen, und will
auch, wenn dieser Schüler als Missionsgehilfe ausgebildet ist,
seinen Gehalt bestreiten. Das ist auch eine Weise, der Mission
kräftige Hilfe zu erweisen, die noch besondere Vorteile hat,
über die wir uns ein andermal aussprechen wollen. L. F.
Zur kirchlichen Chronik.
Stand und Wachstum der lutherischen Kirche in Amerika im
Jahre 1915. Dem Lutheran entnehmen wir folgende Statistik
von P. D. E. MeDaniel in Mountsville, W. Va. Es gibt jetzt in
Amerika 9627 lutherische Pastoren, 275 mehr als 1914; 15,958
Kirchen, 264 mehr als im Vorjahre; 3,754,923 getaufte Mit—
glieder, ein Zuwachs von 70,643; 2,414,116 Kommunizierende,
61,731 mehr als im Jahr 1914. Die Einnahmen betrugen
p16,869,262, wovon §513,532,834 für die betreffenden Ortsge—
meinden und 53,326,428 für Wohltätigkeit bestimmt waren.
Hier zeigt sich eine Zunahme von §1,813,144, beziehungsweise
53 11,784. 3793 Studenten (242 mehr als 1914) bereiten sich
auf den 126 Erziehungsanstalten fürs Predigtamt vor. Dazu
kommen noch 9 Colleges für Mädchen mit einer Schülerzahl von
1199. Mit weiteren 16,606 Nichttheologen auf den zuerst er-
wähnten 126 Erziehungsanstalten werden die 135 Anstalten von
17,796 Studenten besucht. Der Wert des Eigentums sämtlicher
Anstalten ist mit 818,911,776 angegeben. Außer 210 Sonntags-
schulpublikationen werden 117 Zeitschriften in 14 Sprachen her⸗
ausgegeben. Für alle betrugen die Einnahmen §2,150,000. Die
Zahl der Waisenhäuser, Altenheinie und anderer christlichen Liebes—
anstalten beläuft sich auf 231, in denen 334,129 Personen im
Jahr 1915 verpflegt wurden. Der Eigentumswert dieser An—
stalten ist auf §11,747,868 geschätzt. Zwölf Behörden für
Heidenmission senden Missionare nach China, Japan, Birma,
Indien, Afrika, Portoriko und untex die Indianer in den Ver—
einigten Staaten und in Alaska. Die Zahl der Heidenmissionare
beträgt 273; dazu komnien 1610 eingeborne Helfer; also zu—
samnien 1883 Arbeiter auf dem Felde der Heidenmission bei einer
Ausgabe von 8508,535. Der Eigentumswert der lutherischen
Kirche in Amerika beträgt 8100,832,765, wobei nur die Gottes—
häuser gerechnet sind; sonst stellt sich diese Zahl auf §133,592,409,
ein Zuwachs von §6,547,544. In den Gemeindeschulen sind
261,100 und in den Sonntagsschulen 1,019,911 Schüler.
Den neulich erschienenen zweiten Band der Briefe Walthers
zeigt die „Wachende Kirche“, das Blatt der Buffalosynode, an
und bemerkt: „Diesen Band Briefe rein objektiv zu besprechen, ist
für einen Buffaloer nicht leicht und für den Redakteur der ‚W. K.“
doppelt schwer angesichts des Urteils, das Walther über unser
Blatt gefällt hat. Doch wir wollen's versuchen. Die Briefe von
1866 zeigen uns, wie er mit den Verrätern der Buffalosynode
korrespondierte und sie in ihrem Vorhaben, die ganze Synode zu
einem Teil Missouris zu machen, berät. Darin zeigt sich gewiß
keine Größe. Sein liebloses, durch die Folgezeit als völlig falsch
erwiesenes Urteil über die ‚Wachende Kirche‘ werden wir ein
andermal beleuchten. Trotzdem uns diese Briefe aus leicht er—
—*
trösten! Es sind Briefe voll seelsorgerlicher Weisheit und pasto⸗4
ralen Rates. Geht's beim Lesen dieses Bandes auch nicht ohne 3
einen kleinen Arger ab, so sollte derselbe wegen seines historischen 3
Wertes doch gekauft werden. Die Ausstattung ist vorzüglich.“ —
Daß die Briefe, die sich auf den damals brennenden Kampf mit
der Buffalosynode beziehen, und die in denselben ausgesprochenen 1
Urteile über die damaligen Führer der Buffalosynode den Glie- 3
dern jener Synode und besonders den Nachkommen genannter
Männer keine willkommene Lektüre sind, das können wir uns
denken. Wenn diese aber trotzdem zum Kaufen und Lesen der
Briefe ermuntern, so müssen diese Briefe doch einen großen Wert 13
haben, lehrreich und erbaulich sein. Walthers Urteile über ein
zelne Personen sind selbstverständlich eben Walthers persönliche ;
Urteile, für die niemand verantwortlich ist als er selbst. Wir 3
beurteilen Kirchen und Synoden nach ihrer Lehre und Praxis; 1
nur so wollen wir selbst ja auch von andern beurteilt werden.
übrigens glauben wir nicht, daß die gegenwärtige Buffalosynode
selbst in allen Stücken die frühere Lehre und Praxis führt, be—
sonders nicht die Praxis, gegen welche Walthers berechtigter .
Kampf sich richtete. Ein „nötiger Schulbau“ wird da wohl ähn⸗
lich zustande konunen wie bei uns auch und nicht so, daß der Pastor
ihn kraft seines Amtes fordert, und die Gemeinde ihn aus Ge—
horsam leistet. Auch was die „Wachende Kirche“ in ihren letzten
Nummern mit Recht über die Wichtigkeit und die richtigen Per—
sonen behufs Gemeindevertretung auf Synoden sagte, klang nicht
danach. E. P.
„Eine nenue Mission.“ Unter dieser überschrift meldet der
Chicagoer „Stadtmissionar“: „Es ist eine betrübende Erscheinung,
daß in einer Großstadt wie Chicago manche Familien, die von
Haus aus lutherisch sind, aus verschiedenen Gründen zu keiner
lutherischen Kirche gehören und auch selten oder gar nicht den
Gottesdienst in einer lutherischen Kirche besuchen. Viele solcher
Familien sind im Laufe der Zeit ihrer Kirche so entfremdet wor—
den, daß sie zu den Abgefallenen gezählt werden müssen, bei denen
alles Einladen, Gottes Wort zu hören und sich dadurch selig machen
zu lassen, soweit Menschen urteilen können, ganz und gar ver—
geblich ist. Es gibt aber auch solche Familien, die nur durch 4
Gleichgültigkeit dahin gekommen sind, daß sie Gottes Wort nicht 1
brauchen. Bei manchen von diesen bedarf es nur einer freund—
lichen Einladung, um sie dahin zu bringen, daß sie die Gottes—
dienste wieder besuchen. Gott Lob, gibt es in Chicago eine ganze
Reihe rechtgläubiger lutherischer Kirchen, und deren Pastoren pre⸗
digen nicht bloß an Sonn- und Festtagen, sondern sie suchen in
ihrem Gemeindebezirk auch alle für den HErrn zu gewinnen, die
zu gewinnen sind. Wo sie Gelegenheit dazu haben, laden sie auch
solche zur Kirche ein, die gleichgültig geworden sind. Jeder, der
da weiß, wie groß die Arbeitslast ist, die einem treuen Pastor in
einer Stadt wie Chicago aufliegt, wird aber erkennen, daß ihm
die Zeit mangelt, diesen gleichgültig Gewordenen nachzugehen,
wie er nur zu gern möchte. Um auch in diesem Stücke nichts un—
getan zu lassen, Menschen von dem ewigen Verderben zu erretten,
hat nun unsere liebe Synode in der Person des Herrn P. Bur—
henn einen Mann angestellt, dessen Aufgabe es ist, sich nach Luthe—
ranern umzusehen, die nicht mit einer Gemeinde in Verbindung
srehen, und diese, wo möglich, wieder in die Kirche zu bringen.
Zu dem Zweck geht er in einzelnen Stadtteilen nun von Haus zu
Haus und erkundigt sich, ob die Bewohner zur Kirche gehen,
und wo. Es ist dies eine neue Mission, die grundverschieden ist
von der von den lieben Gemeinden in Cook Co. nun seit einer
Reihe von Jahren betriebenen Stadtmission, in welcher Herr
English translation
Not yet translated.