Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 60, Nummer 4 › Seite 51
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 16. Februar 1904, Seite 51
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirche · Kirche 30 · Leiden Chriſti 3 · Uuion · Union 3
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SSDer VTutheranteSs
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m die neunte Stunde schrie IEsus laut und sprach: Eli, Eli,
ama asabthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast
utmich verlassen?“ Matth. 27, 46.
Der Messias wird in seinem Durst mit Galle und
zzssig getränkt werden. In den Psalmen klagt er: „Meine
räfte sind vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebet
n meinem Gaumen“, Ps. 22, 16. „Und sie geben mir Galle
u essen und Essig zu trinken in meinem großen Durst“,
Pf. 69, 22. — Das ist an Christo erfüllt. Der Evangelist sagt:
„Sie gaben IEsu Essig zu trinken mit Galle vermischt“,
Ratth. 27, 34. „Darnach, als JEsus wußte, daß schon alles
ollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich
uürstet. Da stund ein Gefäß voll Essigs. Sie aber fülleten
inen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und
zielten es ihm dar zum Munde“, Joh. 19, 28. 29.
Der Messias wird sterben, aber freiwillig. Jesaias
erkündigt: „Er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen.“
Er hat sein Leben in den Tod gegeben“, Jes. 53, 8. 12.
— Das ist in Christo erfüllt. Christus spricht: „Niemand nimmt
nein Leben von mir, sondern ich lasse es von mir selber.
ch habe es Macht zu lassen“, Joh. 10, 18. Darum berichtet
eucas: „Und JIEsus rief laut und sprach: Vater, ich befehle
neinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, verschied
11, Luc. 23, 46.
Die Seite des gekreuzigten Messias soll durchstochen
verden. Sacharja weissagt: „Sie werden mich ansehen, welchen
ene zerstochen haben“, Sach. 12, 10. — Das ist an Christo
srfüllt. Johannes betheuert: „Als die Kriegsknechte zu IEsu
amen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm
hie Beine nicht; sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine
Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser
heraus“, Joh. 19, 33. 34.
Der Messias soll ehrenhaft bestattet werden. Der
22. Psalm sagt:„Und du legest mich in des Todes Staub“,
Ps. 22, 16., und Jesaias spricht: „Und er ist begraben wie
die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher“ (das heißt,
die Juden gedachten ihm sein Grab zu geben bei den Gottlosen,
äber im Tode war er bei einem Reichen), Jes. 53, 9. — Das ist
n Christo erfüͤllt. Matthäus erzählt: „Am Abend aber kam ein
x eicher Mann von Arimathia, der hieß Joseph, welcher auch
ein Jünger JEsu war. Der ging zu Pilato und bat um den Leib
IEsu. Da befahl Pilatus, man sollte ihm ihn geben. Und
Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in eine reine Leinwand,
no legte ihn in sein eigen neu Grab“, Matth. 27, 57—60.
Der Messias wird unschuldig gekreuzigt und ge⸗
tödtet werden. Jesaias sagt: „Er hat niemand Unrecht gethan,
—
ist in Christo erfüllt. „Pilatus sprach zu ihnen: Ihr habt diesen
Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und siehe,
ch hab ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen
der Sachen keine, der ihr ihn beschuldiget; Herodes
auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man
hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei. Darum
will ich ihn züchtigen und loslassen“, Luc. 23, 13—16.
Des Messias Leiden soll sein zur Erlösung der Welt.
Jesaias sagt: „Er ist um unserer Missethat willen verwundet und
im unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf
ihm, auf daß wir Friede hätten, und durch seine Wunden
sind wir geheilet“, Jes. 53, 5. — Das ist in Christo erfüllt. Der
Apostel bezeugt: „Christus hat uns erlöset von dem Fluch
des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns (denn es
stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der am Holz hänget)“,
Gal. 3, 13. „Christus hat sich selbst gegeben für alle zur
Erlösung“, 1 Tim. 2, 6. —
Wie wunderbar genau hat also der Heilige Geist die Leiden
des Messias vorhergesagt, und wie wunderbar getreu ist jede
Weissagung in Christo IEsu erfüllt! Gott hat aber absichtlich
auch die kleinsten Nebenumstände aufs deutlichste vorherverkün⸗
digt, weil unter allen Millionen Menschen nur Ein Mittler
zwischen Gott und den Menschen, nur Ein Erlöser sein konnte
und sollte. Gott wollte so untrügliche Merkmale dieses Heilandes
angeben, damit, wenn er nun wirklich ihn senden würde, alle
Welt erkennen müßte: Ja, der ist's, von dem Gott durch die
Propheten geredet hat; der ist der Helfer aus Sünde und Tod!
Nun hat kein Mensch ein Recht, an Christo zu zweifeln, ob er
auch wirklich der zukünftige Erlöser ist, denn siehe doch, in ihm
ist alle Schrift erfüllt.
O Lamm Gottes unschuldig
Am Stamm des Kreuzes geschlachtet,
Allzeit funden geduldig,
Wiewohl du warest verachtet;
All Sünd hast du getragen,
Sonst müßten wir verzagen.
Erbarm dich unser, o JEsu!
Friedr. Brand.
Drei Fragen über die christliche Kirche.
3.
Mit welchen Kirchen sollen wir Gemeinschaft halten und von welchen
sollen wir uns trennen?
b. Eine rechtgläubige Kirche soll sich von falschgläubigen
Kirchen trennen.
Wir haben schon früher gesehen, daß eine falschgläubige
Kirche eine solche Kirche ist, welche ein falsches, verfälschtes
Glaubensbekenntniß hat, welche sich nicht in allen Stücken zu
Gottes reinem Wort und Sacrament hält und nicht in allen
Stücken den rechten und wahren christlichen Glauben bekennt.
Falschgläubig sind hiernach erstlich alle Kirchen, die jedem
rechtgläubigen Christen gegenüber sich selbst frei offemals
falschgläubig darstellen durch ihr, daß ich so sage,
officielles Bekenntniß zu falscher Lehre.
Es ist die Pflicht jedes rechtgläubigen Christen, diese zu
wissen und zu kennen. Denn der Apostel sagt durch den Heili⸗
gen Geist: „Ich ermahne aber euch, lieben Brüder, daß ihr auf⸗
sehet auf die, die da Zertrennung und Aergerniß anrichten,
neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von den⸗
selbigen“, Röm. 16, 17. Und der HErr JEsus sagt: „Sehet
euch vor vor den falschen Propheten“, Matth. 7, 15. Und die
falschgläubigen Kirchen, die selbst das Schild des falschen Be⸗
kenntnisses ganz sichtbar aushängen, die kann man doch leicht
kennen und auf sie aufsehen und sich vor ihnen vorsehen. Welche
Entschuldigung könnte ein rechtgläubiger Christ haben, wenn er
die nicht kennte und von denen betrogen würde?
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