Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 2 › Seite 23

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. Januar 1908, Seite 23

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Danken 1 · Geben 7 · Vater Unſer. —3. Bitte. 75⁵⁰⁶ · Taufe 47

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8 Der 2.„Tutheranebse

23

erschrak über diese Worte und ging nach Hause. Aber siehe da,
gegen alles menschliche Denken und zur unermeßlichen Freude
seiner Mutter wurde das Kind gesund und wuchs heran.

Ja, es ist gewachsen und groß geworden, jenes Kind, das die
Mutter mit Gewalt nicht wollte sterben lassen; es ist gewachsen
und groß geworden am Leib und — an Bosheit. Der Junge
hat von Jahr zu Jahr der Mutter mehr und ärgeren Verdruß,
Schande und herzbrechenden Kummer gemacht. Und endlich hat
sie es erlebt, daß der Sohn ein todeswürdiges Verbrechen beging
und vom Scharfrichter hingerichtet wurde.

Greif dem Willen Gottes nicht mit Sündenreden und mit
Sündentrotz in die Arme, er könnte sonst deinen Willen geschehen
lassen, was oft ein großes Unglück wäre.

Das ist ein köstlich Ding, dem HErrn danken und lobsingen
deinem Namen, du Höchster! Ps. 92, 2.

Seien wir doch nicht jenen gleich, welche Harfen haben und
Pauken und Pfeifen für alles, aber nicht für das Werk des HErrn
und für das Geschäft seiner Hände. Ist das Herz voll, so gehe
der Mund über. Laßt uns reden von Gottes Führungen! Laßt
uns rühmen seine Wunderwege! Laßt uns singen von seiner
Liebe! Laßt uns predigen von seinen Taten! Laßt uns der Welt
verkündigen in Wort und Schrift, wie weise und wahrhaftig, wie
mächtig und gerecht, wie gut und groß er ist! Und will sich das
gleichgültige Herz dafür nicht erwärmen und der träge Mund
dazu nicht auftun, dann laßt uns die herrlichen Lieder zur Hand
nehmen, zu denen unsere gottseligen Dichter begeistert wurden bei
Betrachtung der großen Taten Gottes im Werk der Schöpfung,
Erhaltung und Regierung und vor allem im Werke der Erlösung
und Seligmachung der verlorenen Sünderwelt. Vor allem aber
laßt uns in die Schrift gehen und uns in sie vertiefen; in ihr wird
der Preis der ewigen Liebe besungen, wie ihn kein menschlicher
Dichter je besungen hat noch je besingen wird, und wir werden an⸗
betend mit⸗ und untereinander singen und reden lernen von den
großen Taten Gottes.

Ein treuer Heushalter.

Der verstorbene Henry Thornton, welcher stets bereit war,
Missionsbeiträge zu zeichnen, schrieb einst einem Sammler 5 Pfund
Sterling (ungefähr 25 Dollars) in seine Liste. Ehe noch die
Tinte getrocknet war, wurde ihm eine Depesche gebracht. Er er⸗
brach den Umschlag, las und wurde bleich; dann sagte er zu
seinem Besucher: „Ich habe schlimme Nachrichten bekommen, denn
ich habe viele Hunderte verloren. Geben Sie mir die Liste zu⸗
rück!“ Der Sammler mußte denken, Thornton wolle die fünf

Pfund streichen; aber dieser änderte die 5 in eine 50 um, indem

er sagte: „Gott lehrt mich jsetzt eben, daß ich möglicherweise nicht
mehr lange Besitzer eines Vermögens bin. Darum muß ich es
gut anwenden, solange ich es noch habe.“ Verlor er dadurch
etwas? Starb er als ein armer Mann? Nein; Gottes reicher
Segen ruhte fernerhin auf seinen Geschäften, er blieb einer der
reichsten Kaufherren seiner Zeit und stellte bis an sein Ende seinen
Reichtum, Einfluß und seine Zeit in des HErrn IEsu Dienst, als
dessen Haushalter er sich stets ansah.

Unsere Taufe.

Gedenke, o gläubige Seele, der überschwenglichen großen
Gnade, die dir in der Taufe erwiesen ward, und bringe Gott den
Laut, der ihm gebührt. Je reichlicher uns übrigens durch die

Taufe die Gnade mitgeteilt worden ist, desto fleißiger müssen wir
wachen über die Gaben, die wir empfangen haben. Wir sind ja
mit Christo begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich⸗
wie Christus ist auferwecket von den Toten durch die Herrlichkeit
des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.
— Wir sind gesund geworden, darum sollen wir hinfort nicht mehr
sündigen, auf daß uns nichts Argeres widerfahre. Wir haben
Christi Gerechtigkeit, unser allerköstlichstes Ehrenkleid, angezogen,
darum sollen wir es nicht mit Flecken der Sünde beschmutzen.
Unser alter Mensch ist in der Taufe gekreuzigt und gestorben,
darum soll nun der neue Mensch leben. Wir sind in der Taufe
wiedergeboren und erneuert im Geiste unsers Gemütes, darum
soll das Fleisch nicht herrschen über den Geist. Das Alte ist ver⸗
gangen, siehe, es ist alles neu geworden. (Joh. Gerhard.)

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Todesanzeigen.

In der Nacht vom 20. auf den 21. Januar kam durch einen
Unglücksfall zu Tode P. Johann Friedrich Köstering
langjähriger, treuverdienter Pastor und Seelsorger verschiedener
Gemeinden unserer Synode. über 50 Jahre hat er im Predigt⸗
amt gewirkt und zuerst von 1853 bis 1858 in Adams Township,
Allen Co., Jowa, dann von 1858 bis 1861 in Frankenthal, Spen⸗
cer Co., Jowa, von 1861 bis 1864 in Arcadia, Hamilton Co.,
Ind., von 1864 bis 1887 in Altenburg, Perry Co., Mo., und von
1887 bis 1904 an der St. Paulsgemeinde in St. Louis gestanden.
Bald nachdem er sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum gefeiert hatte,
trat er in den Ruhestand und brachte die letzten Jahre seines
Lebens hier in St. Louis zu. Er hat ein Alter von 77 Jahren
und 11 Monaten erreicht. Sein Gedächtnis bleibe im Segen!

Am 28. Dezember entschlief in IEsu der Tertianer Karl

Alwes im Alter von 16 Jahren, 7 Monaten und 24 Tagen
im Elternhause zu Seymour, Ind. Nach langwierigem Leiden

und wiederholtem freudigen Bekenntnis seines Glaubens ist nun

auch dieser hoffnungsvolle Schüler eingegangen zum Schauen.

Sein Seelsorger, P. Ph. Schmidt, hielt die Leichenrede über Luk.

22, 42. Mitschüler fungierten als Träger. M. Lücke.

I d 1.2½.r. riu m.&E reπHur.t
Neue Drucksachen.

Bierzehnter Synodalbericht des Kansas-⸗Distrikts der Deutschen
Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio und andern Staaten.
St. Louis, Mo., Concordia Publishing House. 1907.
71 Seiten 5½8½. Preis: 15 Cts.

In diesem Berichte sind die Lehrverhandlungen über die Pflicht christ⸗
licher Eltern gegen ihre Kinder (Referent: P. R. Mießler) zum Abschluß
gebracht worden. Es bildet der gegenwärtige Synodalbericht zusammen
mit den zwei vorigen desselben Distrikts nun ein pädagogisches Handbüch⸗
lein für christliche Eltern, und zwar ein sehr faßliches und brauchbares.
In dem eben erschienenen Bericht ist insonderheit erörtert, daß und wie
christliche Eltern ihre Kinder treulich beraten sollen bei der Wahl ihres Be⸗
rufes und eines Ehegemahls. Das sind zwei hochwichtige Kapitel. — Eine
gründliche Arbeit P. Wagners über die guten Werke, welche bei dieser
Tagung des Distrikts begonnen wurde, ist mit Einwilligung des Herrn

Distriktspräses zunächst zurückgestellt worven, Samtit der Bericht — —**
umfangreich werde.

rdination und cinfuhrnngen.

Im Auftrag des betreffenden Distriktspräses wurde ordiniert und
eingeführt:

Am 25. Sonnt. n. Trin.: Kand. L. Rehfeldt in der Gemeinde zu
Sao Miguel dos Dois Irmaos und am folgenden Sonntag in der Ge⸗
meinde im Hintern Teewald, Rio Grande do Sul, Brasilien, von P. R.
Müller.

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