Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 22 › Seite 345
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 3. November 1908, Seite 345
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Jüngſtes Gericht 8
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Himmel, der hatte ein tuig
dunan die auf urrkiindigen
denen, die auf Erden sien
und wohnen, und allen Hei-
den, und Geschlechlern, und
Sprachen, und Völkern, und
sprach müt groher Stimme:
Liirchtei Golt, und gebet
ihm die Ehre; denn die Seit ⸗
seines Gerichts il kommen,
und betet an den, der gemacht
har Himmel, und Erde, und
Meer, und die Wasser⸗
brunnen, Ofib. Joh. 14. 6
Herausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Iuynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.
64. Jahrgang.
St. Louis, Mo., den 3. November 1908.
No. 22.
Briefe aus dem Römerbrief.
Fünfter Brief.
Das Gericht.
—— Röm. 2, 6—16.
Geliebte Christen! Die gottlose Welt, die nicht durch den
Glauben vor Gott gerecht ist, die ist wegen ihrer Ungerechtigkeit
schuldig vor Gott und hat nichts, was sie zu ihrer Entschuldi⸗
gung vorwenden kann, ist also dem Gericht Gottes verfallen.
Das haben wir gesehen. Und das Gericht, das große End⸗
gericht, das wollen wir heute bedenken.
Von vornherein steht uns Christen ganz unzweifelhaft fest,
daß Gott nach dem Evangelium, also nach Glauben
oder Unglauben richten wird. Denn „also hat Gott die
Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß
Dalle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das
ewige Leben haben“. Und „wer da glaubet und getauft wird,
der wird selig merden; wer aber nicht glaubet, der wird ver⸗
dammt werden“. So lehrt einhellig die ganze Heilige Schrift.
So lehren die Propheten, so lehrt Christus, so lehren alle
Apostel. Daran halten wir uns mit Zuversicht.
Aber ebenso einhellig lehrt die ganze Heilige Schrift, die
Propheten, Christus und die Apostel, daß Gott nach den
Werken richten wird. Und so schreibt Paulus an die Römer,
daß Gott am Tage des Gerichts „geben wird einem jeglichen
nach seinen Werken“.
Silf, Gott, was ist das? Widerspricht die Schrift, wider⸗
sprechen die Propheten, Christus und die Apostel sich selbst?
Sollen wir armen Sünder an unserer Zuversicht irre werden,
daß wir aus Gnaden selig werden? Das sei ferne! Aber wie
ist denn die Sache? Die Sache ist so: Gott wird am Tage des
Gerichts nach Glauben oder Unglauben richten;
aber er wird aus den Werken öffentlich erwei⸗
sen, wer gläubig und wer ungläubig gewesen
ist. Die Gläubigen nämlich dienen hinfort nicht mehr der
Sünde, sondern dienen Gott in guten Werken; und das tun
*
sie aus Liebe zu dem so gnädigen Gott, in Kraft des Heiligen
Geistes, freilich in großer Unvollkommenheit. Die Ungläu⸗
bigen hingegen dienen fortgesetzt der Sünde und tun nicht ein
einziges wahrhaft gutes Werk — sie tun kein einziges Werk
aus Liebe zu Gott und durch den Heiligen Geist, denn sie hassen
Gott und geben dem Heiligen Geist keinen Raum bei sich.
Das wird Gott am Tage des Gerichts auf beiden Seiten öffent⸗
lich zeigen, wird also, wie gesagt, aus den Werken erweisen,
wer gläubig und wer ungläubig gewesen ist. Und in diesem
Sinne wird Gott nach den Werken richten. Dabei bleibt aber
feststehen: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig
werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.“
Jetzt verstehst du, was Paulus meint, wenn er sagt, daß
Gott „geben wird einem jeglichen nach seinen Werken“.
Da sind zuerst die Gläubigen, die armen Sünder, die
durch den Glauben an IEsum Christum vor Gott gerecht wor⸗
den sind. Diese beharren in gutem Werk, raffen sich immer
wieder auf zu gutem Werk, suchen das ewige Leben. Das ist
eine Anzeige ihres Glaubens. Hiernach wird Gott am Tage
des Gerichts mit ihnen handeln. Er wird ihnen himmlische
Herrlichkeit geben und allerhöchste Ehre und die reinen Güter
des ewigen Lebens in unvergänglichem Wesen. Solches hat
Gott ja dem Glauben versprochen. Und mit solchem wird Gott
sogar die armen Werke der Gläubigen belohnen; aber merke:
aus übergroßer Gnade, nicht nach Verdienst.
Dann sind da die Ungläubigen, die Gottlosen, die nicht
durch den Glauben an IEsum Christum vor Gott gerecht ge⸗
worden sind. Diese sind eigenwillig, eigensinnig, lassen sich
nicht weisen; sie gehorchen nicht der Wahrheit, durch welche
Gott sie vom Bösen zum Rechten leitet, sondern sie gehorchen
und dienen der Sünde und Ungerechtigkeit. Das ist ein Zeichen
und Beweis ihres Unglaubens. Hiernach wird Gott am Tage
des Gerichts mit ihnen handeln. Er wird ihnen Grimm und
Zorn geben, seinen Grimm und Zorn wird er sie schmecken
lassen. Damit wird er ihre bösen Werke nach Verdienst strafen.
Item: Verzweifelte Trübsal und Angst wird Gott senken
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