Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 22 › Seite 353
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 3. November 1908, Seite 353
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Juden 1 · Vater Unſer 3
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Papst. Er hatte 14 uneheliche Kinder. Von der Blutschande sei⸗
nes Nachfolgers Alexander Borgia und den vielen von ihm ver⸗
anstalteten Vergiftungen wollen wir lieber gar nicht reden. Ju⸗
lius II., sein Nachfolger, der „kriegerische“ Papst genannt, ließ
Tausende von Menschen umkommen. Unter ihm kam Luther nach
Rom im Jahre 1511. Der nächste war Leo X., der „heidnische“
Papst genannt. Er war ein Erzverschwender. Er vergeudete
300,000 Goldgulden seines Vorgängers, sein eigenes Vermögen
und das seines Nachfolgers. Bei seinem Leichenbegängnis schmäh⸗
ten ihn die Römer mit den Worten: „Du bist wie ein Fuchs ein⸗
geschlichen, hast wie ein Löwe regiert und bist wie ein Hund dahin⸗
gefahren. Er war nämlich an Gift gestorben, gerade wie sein
Vorgänger. Unter diesem Papst ereignete sich die Reformation.
Wie nötig war sie doch! Wie müssen wir Gott danken, daß er in
einer solchen Zeit Luther sandte! Wie dankbar sollten wir alle⸗
mal das Reformationsfest feiern!
NIIIRNII
Vor Leugnern der Gottheit Christi soll ein hit
sich ernstlich hüten.
Derhalben warne ich euch treulich, daß ihr euch vor solchen
Rottengeistern ja wohl vorsehet. Denn bleibt Christus nicht wah⸗
rer Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und Schöpfer aller
Kreaturen, so sind wir verloren. Denn was wäre mir mit des
Errn Christi Leiden und Sterben geholfen, wenn er ein Mensch
nur wäre wie ich und du? So hätte er den Teufel, Tod und die
Sünde nicht überwinden können. Darum müssen wir einen solchen
Heiland haben, der wahrer Gott und ein HErr über Sünde, Tod,
Teufel und Hölle sei. Lassen wir uns aber den Teufel diesen
Grund umstoßen, daß er nicht wahrer Gott sei, so nützt uns sein
Leiden, Sterben und Auferstehen nichts und haben keine Hoffnung.
das ewige Leben und Seligkeit zu erlangen; in Summa: wir
können uns aller tröstlichen Verheißungen der Schrift ganz und
gar nicht trösten. Soll uns aber geholfen werden von des Teufels
Gewalt und Mordstichen, auch von der Sünde und vom Tode, so
müssen wir ein ewiges Gut haben, dem nichts mangele und kein
Fehl an ihm ist.
Wird nun Christo die Gottheit entzogen, so ist keine Hilfe
noch Rettung da wider Gottes Zorn und Gericht. Denn unsere
Sünde, Not und Jammer ist zu groß; soll dem geraten werden,
so muß eine höhere Bezahlung dafür geschehen denn die, so durch
einen Engel. Erzvater und Propheten kann ausgerichtet werden;
Gottes Sohn much Mensch werden und dafür leiden und sein Blut
vergießen. (Luther.)
Das reichste Schloß.
Der ganze Reichtum der Macht und der Gnade unsers Got⸗
ies ist uns aufgetan im Vaterunser. Das Vaterunser führt uns
in das große Reichsschloß unsers himmlischen Vaters. Mit dem
„Vater unser, der du bist im Himmel“ klopfen wir an. Dann
rreten wir in seine Hofkirche, wo die Seraphim und die Cherubim
istehen und das Heilig, heilig, heilig!“ singen, und bitten: „Dein
Name werde geheiligt! Dann treten wir ein in seinen Thron⸗
saal, wo ihn die überwinder umstehen, und er sein Scepter neigt
über die Welt. und bitten: „Dein Reich komme! Dann in sein
geheimes Kabinett, wo er seine Befehle ausgehen läßt und seine
Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen macht. und
bitten: Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden.“
Die vierte Bitte führt uns in 265— große Hoftüche aus der alle
„Unfer täglich Brot gib uns heute!“ Dann in seine Rentkammer,
wo alle Schuldscheine liegen, und wir bitten: „Vergib uns unsere
Schuld!“ Mit der Bitte: „Führe uns nicht in Versuchung!“
öffnet sich uns seine Waffenkammer, aus der wir uns alle Tage
Stärkung holen. Zuletzt führt er uns in seinen herrlichen Schloß⸗
garten, zu den Palmen und kristallenen Brunnen, mit der Bitte:
„Erlöse uns von dem übel!“ Da bleibt uns dann nichts übrig,
als anbetend zu sprechen: „Abba, wie reich ist dein Schloß; denn
dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit!
Amen!“
Eine bemerkenswerte Beobachtung.
Ein Arzt teilte in seinem Testamente eine sehr bemerkens⸗
werte Beobachtung mit. Er sagte: „Nichts hat nach zurückgelegter
Jugend in Glaubenssachen einen tieferen Eindruck auf mich ge⸗
macht als der Akt des Sterbens. Beim Tode eines Ungläubigen
sind Trostlosigkeit und Verzweiflung die vorherrschenden Erschei⸗
nungen, was mir besonders bei manchen sterbenden Juden sehr
auffallend gewesen ist. Ungewöhnlich starke Geister sterben auch
wohl mit kalter Ergebung, mit einer gewissen Freudigkeit aber
nur Christen.“
Alle Menschen müssen sterben.
Der dieses Lied gedichtet hat, hat das, was er vom seligen
Sterben darin sagt, auch im eigenen Tode bewährt. Als Johann
Georg Albinus, Pfarrer in Naumburg, auf seinem Sterbebette ge⸗
fragt wurde, ob er IEsum lieb habe, gab er zur Antwort: „Ja,
allezeit! Dabei bleibt es: meinen IEsum lass' ich nicht.. Sein
Grabstein trägt eine lateinische Inschrift, die übersetzt lautet:
„Als er lebte, starb er, und nun, da er gestorben ist, lebt er, weil
er erkannte, daß das Leben ein Todesweg und der Tod ein Lebens⸗
weg sei.“
NUene Drucksachen.
Auxiliarium. Predigtentwürfe aus der fünfzigjährigen Amts⸗
zeit des seligen P. C. Groß sen. Dargeboten von seinen
Söhnen, C. und E. M. Groß. Erstes Heft. 56 und 40 Sei⸗
ten 649. Zu beziehen von Rev. C. Gross, Kurtzville,
Ont., Can., und Rev. E. M. Gross, Greeley, Colo. Preis:
45 Cts. portofrei.
Das vorliegende Heft, das mit dem Bildnis des Verfassers ausgestattet
ist, hat zwei Teile. In dem ersten werden die Entwürfe zu Predigten über
die altkirchlichen Perikopen und über Freiterxte, nach dem Kirchenjahr ge⸗
ordnet, dargeboten, und zwar vom ersten Adventssonntag bis zum 6. Sonn⸗
tag nach Epiphanias. Der zweite Teil enthält Dispositionen zu Kasual⸗
predigten (Antrittspredigten, Beichtreden, Bußpredigten, Danktagspredig⸗
ten). Der selige P. Groß war ein trefflicher Prediger, und diese von ihm
selbst noch geplante und im Manusfkript vollendete Arbeit kann und wird
manchem Prediger in seiner Amtsarbeit gute Dienste leisten. L. F.
Homiletisches Reallexikon nebst Indexr Rerum. Von C. Eck⸗
hardt, Blair, Nebr. Zweiter Band, Seite 467— 924.
In Leinwand gebunden mit Goldtitel. Preis in vier Hef⸗
ten: 81.80 portofrei; gebunden: 82.20 portofrei.
Wir haben schon wiederholt auf diese sehr fleißige und wertvolle Arbeit
P. E. Eckhardts aufmerksam gemacht, in der alle Zeitschriften und Ver⸗
öffentlichungen unserer Synode im Auszug zusammengetragen und ver⸗
wertet sind. Der vorliegende Band umfaßt die Buchstaben C, D, E, F,
beginnt mit dem Artikel über Chiliasmus und endigt mit dem Artikel über
Fußwaschung. Besonders wertvoll sind die Zusammenstellungen über Chi⸗
liasmus, Christus, Ehe, Ehescheidung, Eheverbote und dergleichen.
L.
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