Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 9 › Seite 157
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 27. April 1915, Seite 157
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synode
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Und ich sahe einen Engel
liegen mitten durch den
Himmel, der hatte ein ewig
Evangelium, zu verkündigen
denen, die auf Erden siden „
und wohnen, und allen Hei-
den, und Oeschlechtern, und
Sprachen, und ölkern, und
sprach mit groher Stimme:
Lürchter Holt, und gebei
unn die Eint; denn die Ztit
seines Gerichts il kommen,
und hetel an den, der gemacht
hat Himmet, und Erde, und
Mleer, und die Wasser-
brunnen. Ossb. Joh. 14, 6.7.
*
Herausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ghio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Lonis.
71. Jahrgang.
St. Louis, Mo., den 27. Kpril 1915.
Unsere Synodalsitzungen.
Unsere Synode ist gegenwärtig in 22 Distrikte eingeteilt.
Jeder derselben hält dieses Jahr eine Sitzung ab. Der Bra⸗
silianische Distrikt hat bereits im Januar getagt. Die andern
Synodalsitzungen beginnen in nächster Zeit und dauern bis in
den Monat Oktober. Aus allen Teilen der Vereinigten Staaten
und Canada kommen die Vertreter zusammen und vereinigen
sich acht Tage zu gemeinsamer Arbeit. Lehren der Heiligen
Schrift werden gemeinsam besprochen, die Werke des Distrikts
und der Gesamtsynode werden beraten, über die Ausbreitung
der Mission in der Nähe und Ferne sowie über das innere
und äußere Wachstum unserer Gemeinden und ihre Bedürf—
nisse werden Berichte abgelegt, und einmütig wird erwogen,
wie in Zukunft das Werk des SErrn betrieben werden soll.
Außerdem versammeln sich die Synodalen des öfteren zu Got⸗
tesdiensten und vereinigen sich zu gemeinsamem Lobe und Preise
ihres Gottes.
Zu diesen Synodalversammlungen werden jetzt schon in den
einzelnen Distrikten Vorkehrungen getroffen. Die gastlichen Ge—
meinden, in deren Mitte die Synode tagt, rüsten sich, um die
Synodalzeit möglichst festlich zu gestalten. Die Vorlagen für
die Verhandlungen werden ausgearbeitet, und von den Ge—
meinden werden die Delegaten erwählt.
Zur Ehre Gottes darf es gesagt werden, daß gerade unsere
Synodalsitzungen viel dazu beigetragen haben, daß unsere Kirche
in diesem Lande sich so herrlich ausgebreitet hat. Auf denselben
haben Pastoren, Lehrer und Deputierte sich kennen gelernt und⸗
einander die Hände gereicht zu gemeinsamer Arbeit. Ohne
unsere Synoden wären unsere Lehranstalten nicht so empor—
geblüht, noch das Evangelium in die weiten Gebiete unsers Erd—
teils getragen worden. Alle die beschwerlichen Reisen und die
mit dem Besuche der Synoden verbundenen Auslagen sind daher
gerechtfertigt im Hinblick auf den reichen Segen, den die Kirche
durch die Synoden empfangen hat.
Allein, es läßt sich nicht leugnen, daß der Gewinn für
unsere Gemeinden noch viel größer sein könnte und sollte. Es
ist zu beklagen, daß manche Gemeinde so gar wenig von der
Aufgabe unserer Synode erfährt. Die Folge ist dann, daß es
am rechten Verständnis für die Werke der Synode fehlt, und
von einer Begeisterung für dieselben gar nicht die Rede sein
kann. Daher ist es gewiß am Platze, für unsere nun bald
tagenden Synoden einige Winke zu geben, und zwar wie die—
selben sich ergeben aus dem Berichte über die erste Synode zu
Jerusalem, den wir Apost. 15 aufgezeichnet finden.
1. Die Gemeinde zu Antiochien nahm lebhaftes Interesse
an der bevorstehenden Synode. Sie beriet die Gegenstände,
die auf derselben zur Sprache kommen sollten, und instruierte
ihre Delegaten. — So sollten auch unsere Gemeinden sich um
die Gegenstände, die der Synode vorliegen, bekümmern und
sie besprechen. Es ist ersprießlich, wenn vom Pastor kurz vor
der Synodalsitzung einmal eine Predigt über unsere Synode
und ihre Einrichtungen gehalten, und die ganze Gemeinde auf—⸗
gefordert wird, der Synode in ihrem Gebete zu gedenken.
2. Die Gemeinde zu Antiochien wählte ihre Delegaten mit
großer Vorsicht. Sie nahm dazu Männer, die das nötige Ver—
ständnis zeigten. — So sollten auch unsere Gemeinden zu
ihren Vertretern auf den Synoden nicht Leute erwählen, die
gerade abkommen können oder gern einmal eine Reise machen,
sondern Männer, die zu diesem wichtigen Amte wirklich taugen.
Auf der andern Seite sollte man aber auch nicht die Praxis
befolgen, daß man immer wieder dieselben Männer zu Dele—
gaten erwählt. Abwechslung ist das Richtige. Je mehr Glieder
einer Gemeinde die Synoden besuchen, desto besser für die Ge—
meinde und die ganze Kirche.
3. Auf der Synode zu Jerusalem wurde fleißig gearbeitet.
Lehrbesprechungen wurden abgehalten, Missionsberichte ent⸗
gegengenommen, und in schwierigen Gemeindeverhältnissen
wurde Rat erteilt. — So sollen auch wir auf unsern Synoden
zur Arbeit uns vereinigen, die Sitzungen treulich besuchen, an
den Beratungen lebhaftes Interesse nehmen und die Zeit aus⸗
kaufen. Wir müssen uns hüten, daß gesellige Unterhaltungen,
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