Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 9 › Seite 164
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 27. April 1915, Seite 164
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchengemeinſchaften. 4„99
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abschnitten, verschiedenen philosophischen Reflektionen und Lie⸗
dern, welches alles, wenn es feierlich gesungen oder hergesagt
wird, jemand, der vom Christentum nicht genug versteht, zu der
Meinung bringt, es. wäre dasselbe wie der Leichengottesdienst
der christlichen Kirche. Aber mehr als diese Vortäuscherei fällt
die religiöse Lehre in dieser Zeremonie ins Gewicht. Die
Form ist dieselbe für alle, ganz gleich, ob der Verstorbene am
Säuferwahnsinn oder wie ein Christ etwa gestorben sein sollte.
Dem Gesetz Gottes wird keine Beachtung geschenkt, IEsus Chri⸗
stus nicht genannt, keine Seele, die in Gottferne oder offen⸗—
barer Sünde hinlebt, gewarnt. Im Gegenteil, es wird aus⸗
drücklich und deutlich versichert, daß, wer gestorben ist, in den
Himmel ging oder in die obere Loge, wie sie es nennen, nicht
etwa, weil er Buße tat und an IEsum Christum glaubte, son⸗
dern weil er zu dieser Loge gehörte. Spötter, Unreine, Un⸗
ehrliche, Lügner, unbußfertige Sünder werden mit diesem
Ritus von einem Ende des Landes zum andern begraben.
„Eine andere, in dieser Verbindung auffallende Tatsache
ist, daß die Logen immer irgendeinen Diener des Evangeliums
herbeikriegen, der an dieser frevelhaften Handlung teilnehme,
wann immer es ihnen möglich ist. Freilich, der Geistliche, der,
um ihre Gunst zu erhalten, zu solchen Stücken wie den be⸗
schriebenen sich und sein Amt erniedrigt, gräbt sich und ebenso
seiner Kirche den Boden unter den Füßen weg. Aber sein
großes Verbrechen ist das, daß er so das Evangelium, das
er geschworen hat zu predigen, verleugnet und Hoffnung macht,
nicht etwa denen, die bereuen und an IEsum Christum glauben,
sondern denen, die keins von beiden tun. Er mag dadurch sich
eine kleine Einnahme oder ein paar Freunde verschaffen, aber
er stürzt die Seelen der Menschen ins Verderben und ver—
kündet, daß das Gesetz, das er predigt, eine Lüge ist; wie eine
Vogelscheuche, im Felde des menschlichen Lebens aufgestellt, so
ohnmächtig zu schaden oder zu helfen.
„Die furchtbarste Tatsache betreffs dieser Logenbegräbnisse
ist die, daß Leute, die sich Christen nennen, daran teilnehmen
mit gottlosen Menschen, wobei beide gleicherweise die Hoffnung
ausdrücken, daß sie andere, gottlose Menschen im Himmel wieder⸗
finden werden, wohin ihnen diese vorangegangen seien. Die
Bibel lehrt klar, daß es Selige und Verdammte gibt, Erlöste
und Verlorne, und Gottes Wort will Menschen zur Reue über
ihre Sünden bringen, zum Glauben an IEsum Christum und
zu einem heiligen Leben erwecken. Die Loge stellt sich an die
Stelle der Kirche; der Logenmann fragt in der Regel nichts
nach der Kirche, gehört auch nicht zu ihr. Hingegen sucht die
Loge Prediger und Kirchenglieder für sich zu gewinnen und
alle, Gute und Schlechte, Christen und Ungläubige, um das
Grab eines gottlosen Mannes herum zu versammeln, singend,
betend und schwätzend über das Wiedersehen im Himmel oder
in der Großloge oder im Heerlager oder am Lagerfeuer oder
sonst etwas droben.
„Die einzige Verteidigung, die „christliche“ Logenbrüder
gegen diese Anklage vorzubringen wagen, ist, daß Prediger es
ja zuweilen auch so machten. Das ist wahr. Prediger sind
nicht alle bekehrte Leute, und viele, die von christlichen Ge—
meinden angestellt sind, sind Unitarier, Universalisten oder
selbst Ungläubige. Aber die Tatsache, daß einige Prediger
bei Gelegenheit von Begräbnissen lügen, rechtfertigt das Be⸗
stehen eines Logenordens nicht, der auf der Lüge, die jene be⸗
gehen, sich aufbaut.
„Gott spricht: „Sie werden in die ewige Pein gehen, die
Gerechten aber in das ewige Leben.“ Nach der Schrift sind
zwei verschiedene Züge von Menschen, gute und böse, bekehrte
und unbekehrte, gläubige und ungläubige, auf dem Wege zu
einem der zwei Orte, Himmel oder Hölle.
ist, dann sind diese Logenbegräbnisse eine verlogene Beleidigung
Gottes und eine Gefahr für die Menschen.
verderben, die unter diesen Versprechungen von Friede und
Sicherheit ruhig sterben, selbst wenn schon die Verdammnis über
sie hereinbricht. Gott gebe, daß kein Bekenner JEsu, der diese
Worte liest, das Blut verlorner Menschen auf seine Seele
bringe, indem er an solchen Logenfeiern teilnimmt!“
Sind das nicht beherzigenswerte Worte?
Und so redet ein Methodist.
enthält dieser Ausspruch auch über gewisse dem Namen nach
noch lutherische Synoden, deren Pastoren nicht nur bei Logen⸗
beerdigungen amtieren, sondern zum Teil selber Logen an⸗
gehören! Ist es doch geschehen, daß bei einer Synodalver—
sammlung in Atchison, Kans., an einem Abend mehr als 7
fünfzig dem Freimaurerorden angehörende Pastoren der sich
lutherisch nennenden Generalsynode Gemeinschaft mit den Frei—
maurern Atchisons pflogen. Was für ein Ärgernis nicht nur
für lutherische Christen, sondern auch für Christen anderer Ge⸗
meinschaften, die noch den Greuel der Logenreligion erkennen.
Gott verleihe, daß die rechte Praxis in der Logenfrage immer—
dar unter uns erhalten bleibe! G.
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Der Russellismus.
6.
Daß Russell ein falscher Prophet ist, der falsche Träume
weissagt und diese predigt und druckt, ist in den bisherigen
Artikeln an seinen bereits zuschanden gewordenen Weissagungen
über die Wiederkunft Christi und den Anbruch des sogenannten
tausendjährigen Reiches im Oktober 1914 zur Genüge dargetan
worden. Wir kommen nun zu seinen eigentlichen falschen
Lehren und grundstürzenden Irrtümern, durch welche er, so—
viel an ihm ist, das Fundament des Glaubens und der ganzen
christlichen Religion umreißt.
Russell leugnet grob und offen die Lehre von der heiligen
Dreieinigkeit. Damit ist Russell ein Heide geworden. Die 4
Russellsekte steht völlig außerhalb der Chri- 1
stenheit. Wer wirklich die von Russell gepredigten Irrlehren
über das Wesen Gottes glaubt, kann nicht selig werden. Lest 4
hierüber das Athanasianische Glaubensbekenntnis, wie ihr es 1
im Anhang unsers Kirchengesangbuches finden könnt.
Schon dadurch, daß Russell die ewige Gottheit Christi 3
leugnet — nicht heimlich und versteckt, wie manche der so⸗
genannten neueren Theologen, sondern ganz offen und unzwei⸗ 4
deutig —, zerstört er für sich und seine Anhänger den Glauben
an die heilige Dreieinigkeit. Dabei bleibt er jedoch nicht stehen,
sondern er leugnet auch die Lehre von der Dreieinigkeit in ganz
direkten und ausdrücklichen Worten. Er nennt sie (Band 5, 4
Seite 62) „dieses Machwerk. . .. womit Satan durch Ver⸗ 4
mittlung des Papsttums das Wort, den Charakter und Plan 1
Gottes verdunkelt, in Nebel gehüllt hat“.
Er geht sogar noch weiter und übergießt diese Kernlehre !
unsers allerheiligsten Glaubens mit Lästerung und grobem!
Wenn das wahr
Sie helfen Seelen ö
Welch ein schweres Urteil ö
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