Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 9 › Seite 160
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 27. April 1915, Seite 160
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S Ver 2„Tutheransess
in den Räumen der St. Matthäus⸗ und der St. Lukasgemeinde
und zogen am 4. Januar 1910 in Bronxville ein.
Bronxville ist ein Dorf an der Harlem River Railway,
fünfzehn Meilen vom Grand Central-Bahnhof in New Nork
gelegen, aber nur drei bis vier Meilen von der Nordgrenze der
.....
Eigentum unsers College in Hawthorne, N. Y.
(Vor Verlegung der Anstalt nach Bronxville.)
Stadt New York. Zwischen beiden liegt Mount Vernon.
Bronxville ist weit und breit berühmt wegen seiner vielen schönen
und eigenartigen Wohnungen und des Hotels „Grammatan“.
Künstler aller Art haben sich hier zusammengefunden und haben
sich hier Häuser nach ihrem Geschmack gebaut, Häuser, die „ge⸗
schmackvoll“ sein sollen; und außerhalb der Stadt New Nork
gibt es wohl kein Hotel, das von so vielen berühmten und reichen
Leuten besucht wird wie das Hotel „Grammatan“. In der
Nordostecke dieses Städtchens, am höchsten Ort in der ganzen
Nachbarschaft, liegt die Anstalt.
Es sind 14 Acker, die für 8552,000 gekauft und der Synode
geschenkt wurden. Drei Gebäude wurden anfangs darauf er—
richtet: ein Wohn⸗, Lehr⸗ und Wirtschaftsgebäude. Später
baute man noch sechs Professorenwohnungen; Bäume, Sträucher
und Hecken wurden gepflanzt, Seitenwege gelegt usw. Der
ganze Wert dieses Eigentums beträgt nahezu §250,000.
Das Wohngebäude ist dreistöckig. Im Erdgeschoß sind
toilets, dreißig Waschbecken, fünf Badewannen, sechs shower
baths auf der einen Seite, und auf der andern Seite ist ein
großer Saal für die Koffer der Schüler. Diesen Saal ge—
brauchen die Schüler auch an regnerischen und kalten Tagen,
um darin allerhand Leibesübungen auszuführen. Viel kann
man da freilich nicht tun, und die Luft ist auch nicht die aller⸗
beste, und ein Ersatz für eine Turnhalle ist es nicht, aber es ist
doch besser als gar nichts. Wenn die Synode besser bei Kasse
wäre, hätten wir vielleicht den Mut, um eine Turnhalle zu
bitten. Nun, wir hoffen, daß es besser wird. Im ersten Stock
finden wir acht Wohnzimmer mit je einem Schlafzimmer da⸗
neben, jedes für vier Schüler berechnet. Ebenso ist es im
zweiten und dritten Stock, so daß wir Raum haben für 96
Schüler. Da wir aber in den letzten Jahren immer mehr als
120 Schüler hatten, mußten wenigstens fünf Schüler je ein
Zimmer bewohnen. Nach den Berechnungen des Staates New
York war das zu viel, und wir erwarteten noch mehr Schüler. 7 3
Daher baten wir die letzte Delegatensynode um §2800, damit
die Zimmer im oberen Stock des Lehrgebäudes ausgebaut
werden könnten. Die so gewonnenen Räume wollten wir als
Schlafzimmer benutzen und so mehr Wohnraum gewinnen.
Die Bitte wurde gewährt, aber bis jetzt ist die Synodalkasse
nicht imstande gewesen, das Geld zu dem Bau darzureichen. 1*
Das Lehrgebäude ist auch dreistöckig und auf Zuwachs be⸗
rechnet. Deswegen wurde anfangs der obere Teil nicht aus⸗
gebaut. In den andern beiden Stockwerken haben wir sechs 1
Lehrsäle, eine Bibliothek, ein Empfangszimmer und eine Aula.
Im Erdgeschoß befindet sich unsere Vorratskammer für Eß⸗ !
waren, eine Vorratskammer für Tische, Stühle, Matratzen,
Pulte und dergleichen, ein chemisches Laboratorium und ein!
Zimmer für biologische Experimente. Dieses beherbergt auch
unsere Schätze an Mineralien, ausgestopften Vögeln usw.
Das Wirtschaftsgebäude steht hinter dem Lehrgebäude.
es ist in der Mitte einstöckig und an den Seiten zweistöckig. In
der Mitte ist der Eßsaal, das schönste und größte Zimmer, das
wir haben. Dieser Saal wird deswegen auch gebraucht für
Unterhaltungen, Vorträge (besonders mit Lichtbildern) und
Abschiedsfeiern — überhaupt jedesmal, wenn wir eine größere
Zuhörerschaft erwarten; denn unsere Aula hat Sitzplätze für
nur 140 bis 150 Personen. Südlich vom Eßsaal steht die
Wohnung des Hausverwalters, während der nördliche Teil
des Gebäudes im oberen Stock Zimmer hat für die Dienstboten.
Im unteren Stock ist unser Hospital, durch eine solide Wand
von dem Eßsaal getrennt. Nur von außen kann man hinein,
und es ist uns erlaubt worden, auch solche Patienten, die
mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind, dort zu behalten.
Vom Eßsaal geht man östlich in die Küche. Daneben ist die
Waschküche, wo wöchentlich für mehr als 130 Personen ge⸗
waschen wird. Im Erdgeschoß befinden sich die Dampfkessel,
welche die für alle Gebäude nötige Heizung erzeugen, und die
Unsere Anstalt in Bronxville, N. Y. Frontansicht.
Maschinen zur Erzeugung der Elektrizität. Daneben ist ein
Kohlenschuppen, der etwa 300 Tonnen hält.
Die Gebäude sind aus harten Backsteinen solid gebaut in
der Absicht, die Kosten für Reparaturen so niedrig als möglich 1
zu halten. Die Hallen und Treppen sind sämtlich feuerfest.
Auf äußeren Schniuck ist nicht viel Geld verwandt worden; 1
dennoch ziehen die Gebäude, wohl gerade wegen ihrer Einfach⸗
heit und Solidität, die Blicke vieler auf sich.
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