Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 9 › Seite 158

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 27. April 1915, Seite 158

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synode · Synode 3 · Synode 5 · Synode 6 · Synode 14 · Synodalverſammlung 4 · Synodalverſammlung 6

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15⁸ VTutherance

Konzerte und dergleichen sich während unserer Synodalzeit
nicht in den Vordergrund drängen.

4. Die Synode in Jerusalem sorgte dafür, daß ihre Be—
schlüsse den Gemeinden bekanntgegeben wurden. Ein Bericht
wurde verabfaßt, und die Delegaten wurden beauftragt, den⸗
selben den Gemeinden mitzuteilen. Und die Delegaten ent⸗
ledigten sich ihres Auftrags aufs beste. Als sie nach Antiochien
zurückgekehrt waren, riefen sie die Menge — das ist, die ganze
Gemeinde — zusammen und erzählten ausführlich, was in
Jerusalem beschlossen worden war; und in den andern Ge—
meinden Kleinasiens wiederholte sich dieses. Diese Berichte
wurden gern gehört und machten tiefen Eindruck. Es heißt:
„Da sie den Brief lasen, wurden sie des Trostes froh.“ „Da

wurden die Gemeinden im Glauben befestigt und nahmen zu

an der Zahl täglich.“ Apost. 15, 31; 16, 5. — Nicht nur
unsere Pastoren, sondern auch unsere Deputierten wollen es
sich zur Aufgabe machen, daheim fleißig über die Synode zu
berichten vor versammelter Gemeinde, in den Gemeindever⸗
sammlungen und im Privatverkehr mit den Brüdern. Leider
geschieht es gar oft, daß auf den Synoden glühende Reden ge—
halten und herrliche Beschlüsse gefaßt werden, aber die Aus⸗
führung dahintenbleibt. Die Schuld liegt zum Teil daran,
daß die Synodalen zu Hause nicht fleißig genug erzählen und
für die Arbeit der Synode nicht genügend eintreten.

IEsus Christus, der Bischof der Kirche, schenke allen unsern
Distrikten gesegnete Versammlungen und leite dieselben durch
seinen werten Heiligen Geist! F. Pf.

Vom Anschluß an eine rechtgläubige Synode.

J.

Herrliche Segnungen genießen die Gemeinden, die zu einer
rechtgläubigen Synode gehören. Darum haben sie hohe Ur⸗
sache, sich am Synodalwerk eifrig und mit dankbarem Herzen
zu beteiligen. Das werden sich aber gewiß auch diejenigen
Gemeinden überlegen, die wir herzlich einladen, als regelrechte
Glieder in unsern Synodalverband einzutreten.

Unsere Synode ist eine kirchliche Vereinigung, die nicht
aus einzelnen Personen, sondern aus einzelnen Gemeinden be⸗
steht. Nur die Gemeinden haben Stimmrecht, und sie üben
es bei den Synodalversammlungen aus durch ihren Pastor und
durch einen Deputierten aus der Zuhörerschaft. Wer keine
Gemeinde vertritt, der wird auch in die Synode aufgenommen,
wenn er rechtgläubig und fromm ist und darum nachsucht, aber
er ist dann kein stimmberechtigtes, sondern ein „beratendes“
Glied. Zu diesen gehören zum Beispiel unsere lieben Herren
Lehrer und die Professoren an unsern höheren Anstalten sowie
alle Pastoren, deren Gemeinden noch keine Synodalgemeinden
geworden sind. Die dürfen bei den Sitzungen nicht mitstimmen,
sondern nur mitreden; und von diesem Rechte machen sie auch
Gebrauch.

Unsere Synode hat den Gemeinden nichts zu befehlen; sie ist
nicht mit gesetzgebender Gewalt ausgerüstet; weder Gottes Wort
noch die Synodalkonstitution gibt ihr ein Recht, die rein mensch⸗
lichen, in der Schrift nicht ausdrücklich befohlenen Beschlüsse
und Anordnungen bei den Gemeinden mit Zwang durchzusetzen.
Auch die Beamten, die man „Herr Präses“, „Herr Visitator“

„

oder sonstwie nennt, und die man, wie es denn recht und

billig ist, hochachtet und ehrt, haben weder Auftrag noch Macht, ö
Wir
haben in unserer Synode eine höhere Gewalt als die Autorität ö
Diese Gewalt ist der HErr

nach freier Willkür zu schalten und zu kommandieren.

irgendeines Menschen auf Erden.
IEsus mit seinem in der Schrift geoffenbarten Wort. Gottes
Wort, das ganze Gotteswort und nichts als Gottes Wort regiert —
bei uns.
Lehrartikeln und in allen Lebensvorschriften. 1
Unsere Synode ist zwar eine von Menschen gestiftete, kirch⸗

liche Einrichtung; es steht nirgends in der Bibel geschrieben,
daß wir eine Synode oder gar gerade eine solche Synode, wie
sie bei uns besteht, gründen und pflegen sollen; aber das, was
die Synode tut, ihr Werk, ihre Arbeit, ist eine vom HErrn IEsu

ausdrücklich befohlene Sache, und alle in Gottes Wort erfah⸗ *
renen Männer erkennen, daß unsere synodale Einrichtung unter
den jetzigen Verhältnissen die allerbeste Weise ist, den Auftrag, 1
den Christus seiner Kirche auf Erden gegeben hat, möglichst!
gut in der Nähe und in der Ferne auszurichten. Und dieser
Auftrag lautet: „Prediget das Evangelium aller
Kreatur!“
kurz und treffend zusammengefaßt.
gern beteiligen? ö
Das Evangelium predigt unsere Synode, das reine Evan.
gelium und das ganze Evangelium; sie hat — nicht durch unser
Verdienst und durch unsere Klugheit, sondern allein durch Gottes
Gnade — das lautere, unverfälschte Gotteswort, wie es in der A
Schrift geoffenbart ist;
Das ist für alle Gemeinden, die zu ihr gehören, ein unaus⸗ ö
sprechlich großer Vorteil und Segen. Und warum?
Wir leben in einer gefährlichen Zeit. Sekten, Schwärmer!

Wer wollte sich daran nicht

und allerlei falsche Propheten umflattern uns so dicht wie die! x

Motten das Licht in einer warmen Juninacht. Der werkheilige
Zeitgeist, die in unserm Lande herrschende gesetztreiberische Mode &
in kirchlichen Dingen, das überall wuchernde Pharisäertum sind
jeder Festigkeit in der Lehre grimmig feind.
vielen, einander widersprechenden Glaubensbekenntnisse für ver⸗
schiedene gleichberechtigte religiöse Meinungen,

werden ganz zornig, wenn jemand falsche Lehren bekämpft,‚
verwirft und davor warnt; sie sagen, das sei lieblos und recht⸗
haberisch. Das ist sozusagen die religiöse Luft, die uns umgibt.!
Sie ist angefüllt mit den Keimen einer schlimmen geistlichen
Krankheit, und die Krankheit heißt: Gleichgültigkeit gegen das
reine Evangelium, Mangel an entschiedener Festigkeit in der
Wahrheit. Allerdings eine höchst gefährliche Krankheit! Sie
läuft schließlich auf die offenbare Verachtung des göttlichen
Wortes hinaus und führt zum völligen Verlust der reinen Lehre!
Und wie leicht wird der Mensch von dieser Pest ergriffen! Die
Ansteckungsgefahr ist groß.
Jeder einzelne Christ nicht nur, sondern auch jede recht.
gläubige christliche Gemeinde bedarf daher in dieser Zeit der
Stärkung. Gottes Wort allein kann uns das feste Herz, dieses
köstliche Ding, geben, das ist wahr. Aber gerade die Gemein—
schaft mit andern rechtgläubigen Gotteskindern und Genieinden
ist uns beim unerschütterlichen Festhalten an der Wahrheit eine
gewaltige Hilfe. Schon in irdischen Verhältnissen ist es so,
daß wir uns in unserer Überzeugung sicherer fühlen, wem
andere uns zur Seite stehen. Und in geistlichen Dingen erfahren

Aber das wird auch stramm durchgeführt in allen

Darin wird das ganze Werk unserer Synode

sie ist daher eine rechtgläubige Synode.

Sie halten die

bei denen
man nicht entscheiden könne, wer die reine Lehre habe. Sie

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