Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 9 › Seite 161

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 27. April 1915, Seite 161

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Unsere Bronxviller Concordia hat, wie die andern An⸗
stalten unserer Synode, ein großes Hauptziel: die Heranbildung
junger Leute für den Dienst der Kirche. Daher befolgen wir
in allem Wesentlichen denselben Lehrplan wie die übrigen Gym⸗
nasien. Doch freuen wir uns, wenn auch solche zu uns kommen,
die nicht Theologen werden wollen, und suchen sie gewissenhaft
auf ihren künftigen Lebensberuf vorzubereiten. Die Ausgaben
für die Synode werden dadurch nicht größer, denn wir haben
für sechs Klassen sechs Professoren und einen Hilfslehrer, die
aus der Synodalkasse besoldet werden, und die brauchten wir
auch, wenn wir nur künftige Prediger heranbilden wollten.

Unsere Anstalt hat in den vergangenen Jahren eine eigene
Bedeutung gehabt, die nicht gerade im Lehrplan liegt. Sie hat
die Gemeinden und die Glieder der Gemeinden, die einander

Dingen der göttlichen Gnade und des göttlichen Segens.
Darum bitten wir beständig, darum bitten alle Gemeinden im
sonntäglichen Kirchengebet, und wir hoffen, daß viele Mitchristen
uns in ihr tägliches Gebet einschließen. Daneben brauchen wir
auch die herzliche Unterstützung aller Gemeinden. Ohne diese
ist die Arbeit hier eine unnötig schwere und die Frucht in keinem
Verhältnis zur Mühe. Wie alljährlich, so bitten wir die Pa⸗
storen jetzt wieder, unter ihren diesjährigen Konfirmanden Um⸗
schau zu halten und danach zu trachten, daß sie uns im Herbst
wenigstens einen neuen Schüler schicken können. Wir wenden
uns an die Eltern solcher Knaben mit der Bitte, ihre Söhne
dem Dienst des HErrn zu weihen. Wir wenden uns auch an
die ganze Synode mit Bitten um allerlei, was zum Bestehen,
zum Bau und Wachstum der Anstalt nötig erscheint. Wenn

Speisesaal.

anfangs ziemlich fremd waren, weil sie früher verschiedenen
Synoden angehörten, zusammengeführt und enger miteinander
verbunden. Die gemeinsane Arbeit, die gemeinsamen Feste und
die gemeinsamen Opfer haben das Gefühl der Zusammen⸗
gehörigkeit erzeugt und genährt.

Früher als an andere Anstalten der Synode und bedeu—
tend stärker trat an uns die Sprachenfrage heran. Nicht wenige
von denen, die bei uns eintreten, bringen keine Kenntnis des
Deutschen mit; die meisten haben nie eine Gemeindeschule be⸗
sucht. So wurde es unsere Aufgabe, Mittel und Wege zu
finden, solche Schüler so weit zu bringen, daß sie hernach in
beiden Sprachen predigen können. Bis zu einem gewissen
Grad ist es uns gelungen, aber wir suchen noch immer den
besten Weg, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Fast zur Hälfte sind unsere Schüler aus New Nork und
Brooklyn. Die übrigen kommen meistens aus andern Teilen
des Atlantischen Distrikts. Etwa ein Fünftel kommt aus andern
Distrikten.

Jede Anstalt bedarf, wenn sie gedeihen soll, vor allen

Lehrgebäude.
Gesamtansicht unserer Anstalt in Bronxville, N. Y.

Wohngebäude.

man auch noch so bescheiden in seinen Anforderungen sein will,
wenn man ferner zum Beispiel selbst repariert, was man kann,
so bleibt immer noch manches Nötige (wie die Gehälter der
Professoren) und manches Wünschenswerte, was wir nur von
der Synode bekommen können. Wenn nun diese Kasse (die
Synodalkasse) leer ist, dann geht es auch mit den Anstalten
nicht recht vorwärts. Indessen, wie Gott bisher geholfen hat,
so wird er auch in Zukunft helfen. H. F.

Unsere Mission in Südamerika.

2ꝛ.

Der Unterzeichnete ist oft gefragt worden: Wie ist das
Klima in Brasilien? Was wächst dort? Gibt es dort wilde
Tiere? Diese Fragen zeigen, daß sich das Interesse der Mis⸗
sionsfreunde auch auf diese naturgeschichtlichen Dinge erstreckt,
die doch in den Missionsberichten, als nebensächlich, oft nur
oberflächlich gestreift oder ganz übergangen werden.

English translation

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