Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 57, Nummer 10 › Seite 150
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 14. Mai 1901, Seite 150
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Miſſion 32
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reichlich Zinsen für die Zeit und einst für die selige Ewigkeit.
Ja, der Gehorsam gegen Gottes Befehl, die Sorge um das
Seelenheil deiner Kinder und die Liebe zu deiner lutherischen
Kirche mache dich bereit, deine christliche Schule zu pflegen, zu
fördern, zu unterstützen und zu unterhalten! Fr. St.
Aus unserer ostindischen Mission.
Heidenpredigt in und um Krischnagiri.
(Fortsetzung.)
Missionar Näther hat im vorigen Artikel gezeigt, wie gar
verschieden sich die Heiden zu der Predigt des Evangeliums stellen:
Die einen wollen sie nicht einmal anhören; die andern hören wohl
zu, aber bleiben ganz gleichgültig; noch andere hören nur aus
irdischem Sinn zu ꝛc. Er schildert nun weiter:
Andere Leute, welche sich wohl persönlich sehr freundlich zu
uns und unserer Predigt stellen, die jedenfalls die Schranken des
Anstandes nicht überschreiten, nicht eigentlich grob gegen uns
werden, unsere Predigt vielmehr gewähren lassen, ihr gelassen
oder gar mit Interesse zuhören, suchen ihre durch unsere Predigt
unmittelbar oder doch mittelbar angegriffene, falsche Religion,
ihren von uns als Sünde verurtheilten Götzendienst ꝛc. zu ver⸗
theidigen. Sie sprechen etwa: „Oho, Ihr Gott soll der
Höchste sein? Ihr Gott ist Ihnen der Höchste, unser Gott ist
uns der Höchste!“ „Andere Länder, andere Götter!“ „Jede Kaste
hat ihren (Schutz⸗) Gott.“ „Ihr Gott hat Sie geschaffen. Unser
Gott hat uns geschaffen“ ꝛc. Nur merkwürdig, entgegnet der
Missionar, daß wir, von der Hautfarbe abgesehen, allesammt je
zwei Beine, zwei Arme, einen Kopf, zwei Augen, zwei Ohren ꝛc.
haben, in gleicher Weise essen, trinken, schlafen ꝛc.! Und ebenso
merkwürdig, daß uns allen nur Eine Sonne leuchtet und der Mond
nicht nur in der Brahminenstraße, sondern auch im Pariaviertel
leuchtet, daß alle dieselbe Luft athmen und von ein und demselben
Regen naß werden! So gibt es nur Einen Gott, den Schöpfer
Himmels und der Erden, unser aller Vater. Dieser Gott ist
Mensch geworden, um uns allesammt zu erlösen von Sünde, Tod
und Teufel durch Leiden und Sterben. Und er ruft nun alle,
auch euch: Kehret wieder, kehret wieder, ihr abtrünnigen Kinder!
Oder sie sagen: „Was ist zu thun? Von Anfang an, von
Alters her haben alle unsere Voreltern die Götter, denen wir an⸗
hangen, verehrt! Nun kommt ihr in der Mitte der Zeit und pre⸗
digt von einem neuen Gott.“ „Mutter (und) Vater (sind unser)
Gott.“ „Mutter (und) Vater (sind unsere) Lehrer.“ „Wie unsere
Väter und Großväter gewandelt haben, so wandeln wir auch.
Wo sie hingegangen sind, da wollen wir auch hin“ ꝛc. Wir ent⸗
gegnen etwa: Eine alte Lüge wird nie zur Wahrheit. Ein Huren⸗
kind darf seine Ehebrecherei nicht mit der seiner Mutter entschul⸗
digen. Wer zwanzig Jahre lang gestohlen hat, dessen Dieberei
wird im einundzwanzigsten Jahre nicht für Ehrlichkeit erklärt.
Alter schützt auch vor Thorheit nicht. Der Götzendienst, aus dem
Abfall vom wahren Gott und aus dem irdischen Sinn geboren,
bleibt trotz seines Alters nichts als Narrheit, Röm. 1, 22., wird
nie eine Sache der Weisheit. Die Eltern sind auch keine Götter,
sondern nur sterbliche, fehlsame Menschen. Sie sind nicht Göt⸗
ter, sondern nur Gottes Stellvertreter, die ihre Kinder nach
Gottes Geboten und nicht nach ihrem Gutdünken leiten sollen.
Lehren die Eltern ihre Kinder Lügen, gebieten sie ihnen Sünden,
wie z. B. das Lügen, das Stehlen, den Götzendienst, so sollen
die Kinder Gott mehr gehorchen als ihren Eltern, diesen sün⸗
digen Menschen. Zu eurer Großväter Zeiten gab's übrigens
z. B. auch noch keine Eisenbahnen. Warum sehnt ihr euch denn
da so nach einer Eisenbahn? Ist die Eisenbahn der Weißen trotz
ihrer Neuheit so gut, warum verwerft ihr denn von vornherein
unsere Religion? Kommt und seht: sie ist die Bahn zum wahren
Gott, zum Himmelreich. Christus ist der Weg, die Wahrheit
und das Leben.
Wiederum sprechen sie: „Gott ist nur Einer.
sich nur um Namensunterschiede.
wir „Wischnu“‘ oder „Siwen“ ꝛc. Alles ist eins. Alle Religio⸗
nen führen gen Himmel.“ Wir entgegnen: Gott ist gewiß nur
Einer. Nur kennt ihr ihn nicht. Eine falsche Rupie wird nie
eine gute; ein falscher Götze wird nie zum wahren Gott. Blech
und Silber, Dreck und Gold, Ziegelstein und Diamant sind nicht
Ein Ding, auch nicht gleichen Werthes. Zwischen meinem Gott
und euren Götzen ist der Unterschied größer als zwischen Tag
und Nacht. Der wahre Gott ist heilig. Eure Götzen sind
Sünder. Birma hat gelogen und besitzt deshalb keine Tempel;
Wischnu und Siwen sind, auch nach euren eigenen Schriften,
Ehebrecher ꝛc.; Mariammen ist nach derselben Quelle nichts als
ein Teufel, ebenso wie Jellammen, Püdahri, Eijenar und andere,
welche sämmtlich der blutdürstigen, ja, nach Menschenblut lech⸗
zenden Kahli, der Gattin Siwens, unterthan sein sollen. Ei,
seht doch eure Götzen an; sie sind nichts als todte Steine, haben
Mäuler und reden nicht, haben Ohren und hören nicht, haben
Augen und sehen nicht ꝛc. Der wahre Gott ist der lebendige
HErr Himmels und der Erde, der Schöpfer aller Dinge, der
nicht wohnet in Tempeln von Menschenhänden gemacht, der auch
niemandes Pflege bedarf. Dieser Gott ist heilig und gerecht.
Sein Feind und Widersacher ist der Teufel; der ist voller Sün⸗
den und Schanden, der Mörder von Anfang, der Vater aller
Lüge. Der Teufel hat die Menschen von Gott abtrünnig gemacht
und äfft sie nun mit den Götzen, die, wie er selbst, lügen, mor⸗
den, stehlen, huren ꝛc. und euch in all diesen Sünden bestärken.
Was ihr den Götzen opfert, das opfert ihr den Teufeln. Es ist
kein Friede zwischen Gott und dem Teufel, euren Teufeln. Gott
hat uns aus des Teufels Sklaverei erlöst: Christus hat des
Teufels Kopf zertreten. Wer den Teufel anbetet, fährt zum
Teufel in die Hölle. Wer Christum annimmt, hat das Himmel⸗
reich. Uebrigens sagt eure Religion auch sonst das gerade Gegen⸗
theil von dem, was die unsere sagt; sie werden darum nie eins.
Die eure schmeichelt euch als tugendhaften Menschen; die unsrige
erklärt uns sammt und sonders für ganz erbärmliche Sünder.
Die eure spricht: „Kirijej“ (Werk), die unsrige: „Kirubej“
(Gnade). Die eure sagt: Thut ihr gute Werke, so kommt ihr
in den Himmel; die unsrige spricht: All euer Thun ist umsonst;
vertraut auf das, was Christus für euch gewirkt und gethan
hat, so werdet ihr selig.
Die Heiden sagen auch: „Gott ist doch überall, allgegen⸗
wärtig. So wohnt er auch in diesem Stein. So sollen wir
auch diesen Stein anbeten!“ „Alles ist Gott! die Erde ist Gott,
die Sonne ist Gott“ ꝛc. „Auch im Teufel ist Gott. So wird
uns auch der Teufel beistehen, wenn wir uns an ihn wenden.“
Die Missionare entgegnen: Weil Gott allgegenwärtig ist, darum
Es handelt
Sie nennen Gott „Christus“,
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