Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 57, Nummer 10 › Seite 156
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 14. Mai 1901, Seite 156
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Engel · Götzendienſt
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8 er Vutheranegs
Geh heim und nimm deine Bibel und dein Starckebuch und bereite dich
dafür vor, daß wir uns dort wiederfinden!“ Und dann habe ich so
weinen müssen, und der Karl auch. Aber er hat mir gesagt, er wolle
folgen.“ —
Wer hat nun von den beiden am meisten geliebt?
Engelhut.
Das „Wiener Fremdenblatt“, welches durchaus kein frommes
Blatt ist, berichtet aus Weitra im Waldviertel: Dieser Tage spielten
zwei Brüder, von denen der eine acht Jahre, der andere beinahe vier
Jahre alt ist, unweit einer Mühle am Bache. Um die Mittagsstunde
stürzte der jüngere Knabe in den Bach. Der ältere bemerkte die Ge⸗
fahr und stürzte sich in das Wasser, das wohl nicht sehr tief ist, aber
hier ein starkes Gefälle hat. Das Kind schwebt in großer Gefahr;
wird es nicht an derselben Stelle, wo es hineinfiel, herausgezogen, ist
es verloren; denn es wird von dem immer schneller fließenden Wasser
unter das Räderwerk der kaum zwanzig Schritte entfernten, im Gange
befindlichen Mühle getrieben. Es scheint auch dem unausweichlichen
gräßlichen Tode von den Wogen zugetrieben zu werden. Der ältere
Bruder eilt nach, von dem Gefälle des Wassers unterstützt. Schon
hat er den Bruder erreicht — schon umklammert er den halbtodten
Kleinen, zweifellos aber nur, um mit ihm zu sterben. Mit rasender
Eile werden die beiden Kinder dem zermalmenden Räderwerk zugetrie⸗
ben, die reißenden Wellen tragen den schreienden und den betäubten
Knaben in die Arme des Todes. Kein Mensch hört die jammernden
Hülferufe. Noch eine Secunde — und es ist geschehen. Schon droht
eine Felge den Arm des älteren Knaben zu erfassen — da bleibt die
Mühle plötzlich stehen: es läutet zwölf Uhr. Entblößten Hauptes
naht betend ein Müllerbursche, der — da zum Gebet und zur Mittags⸗
ruhe die Mühle außer Gang gebracht wurde — die beiden Kinder aus
ihrer Lage befreit.
Der Götze muß immer das Beste haben.
Ein armes Hinduweib zu Ketscheri in Indien gebar Zwillinge.
Sie hatte die Kleinen lieb, aber ein schwerer Kummer lag auf ihrer
Seele. Einem Missionar eröffnete sie die Ursache ihrer Traurigkeit:
ihr Gott zürne mit ihr, denn das eine ihrer Kinder sei ein Mädchen
und noch dazu blind. Hätte sie den Gott nicht beleidigt, so würde sie
Mutter zweier Knaben geworden sein — und wie glücklich wäre sie dann!
Der theilnehmende Missionar tröstete sie, so gut er konnte, aber
sie erwiderte immer wieder: „Der Gott muß versöhnt werden, es koste,
was es wolle.“
Nach einigen Tagen sprach der Missionar wieder vor; da lag nur
noch das Mädchen bei der Mutter. „Wo ist das Knäblein?“ fragte er.
„Das habe ich in den Fluß Ganges geworfen, um den Gott zu
versöhnen“, lautete die Antwort.
Einen Augenblick war der Missionar zu erschüttert, um etwas zu
sagen, dann fragte er: „Wenn du durchaus meintest, ein Kind opfern
zu müssen, warum hast du nicht das Mädchen geopfert, über dessen
Geburt du klagst und das noch dazu blind ist?“
„Ach“, erwiderte sie, „das ist eben mein großer Schmerz; ich
konnte doch nicht ein Mädchen opfern, wenn ich einen Knaben besaß,
und nicht ein blindes Kind, wenn ich ein fehlerloses hatte, das hätte
den Gott noch mehr erzürnt; denn der Gott muß immer das Beste
haben! Ach, mein armer Knabe, mein lieblicher Knabe, Sonnenschein
meines Herzens, er ist hin fuͤr immer!“ Und die unglückliche Mutter
zerschlug sich die Brust und zerraufte ihr Haar. —
O welch grauenhafte Finsterniß des Heidenthums.!
Einführungen.
Im Auftrag des Ehrw. Präses Becker wurde P. F. Seesko am Sonnt.
Quasimodogeniti in seiner Gemeinde bei Stark, Nebr., eingeführt von Theo.
Möllering.
Im Auftrag des Ehrw. Präses Succop wurde P. D. W. Langelett in
seiner Gemeinde bei Burton, Ill., eingeführt von L. Zahn.
Einweihungen.
Die St. Johannis⸗Gemeinde zu Ellinwood, Kans., weihte am Sonnt.
Quinquagesimä ihre neue Kirche (32466 Fuß, mit 84 Fuß hohem Thurm)
dem Dienste Gottes. Festprediger: PP. Krenke und Drögemüller und Prof.
Meyer (englisch). L. Brauer.
Am Sonnt. Misericordias Domini weihte die St. Johannes⸗Gemeinde
zu Johnsburg, Pa., ihre neuerbaute Kirche (30445 Fuß, Thurm 58 Fuß
hoch) dem Dienste Gottes. Festprediger: PP. H. Steger sen., G. Eifrig
(englisch) und H. Steger jun.
Am Sonnt. Jubilate wurde die neue Emmaus⸗Kirche und ⸗Schule zu
Fort Wayne, Ind., dem Dienste Gottes geweiht. Festprediger: Dir.
M. J. F. Albrecht und die PP. Fr. Wapibsganß und J. H. Wefel.
4 Ph. Wambsganß jun.
Inbiläum.
Die St. Johannes Gemeinde zu Merrill, Wis., feierte am Sonnt.
Jubilate ihr 25jähriges Jubiläum. Festprediger: PP. Paul Lücke, Martin
Daib und H. Daib.
Conferenz-Anzeigen.
Die La Porte-⸗Specialconferenz versammelt sich in der Pfingstwoche
von Dienstag⸗Mittag bis Donnerstag⸗Mittag, 28. bis 30. Mai, nicht in
Bremen, sondern in P. Thiemes Gemeinde zu South Bend, Ind. Arbeiten:
„Von Ehesachen“: Biedermann. Predigtstudie über das Trinitatis⸗Evan⸗
gelium: Claus. Katechese über die erste Bitte: Hoffmann. Prediger: Mein⸗
zen (Biedermann). Man melde sich beim P. loci.
M. C. Baade, Secr.
Die Nord-⸗ und Mittel⸗Texas-⸗Speeialconferenz versammelt sich,
s. G. w., am 29. und 30. Mai bei P. F. Wunderlich in Perry, Tex. Prediger:
P. Lienhardt (P. Robert). Beichtredner: P. Wurthmann (P. Bewie). Arbei⸗
ten: 1. Art. IV der Augustana: P. Wunderlich. 2. Vortrag der Predigt:
P. Deffner. 3. Katechese über das erste Gebot: P. Höh. An⸗, resp. Ab⸗
meldung bei P. Wunderlich bis zum 18. Mai erbeten. Abholungsort: Perry,
an der H. & T. C. R. R., am 28. Mai um 1 und 7 Uhr Nachmittags. Bei der
Anmeldung gebe man an, mit welchem Zuge man zu kommen gedenkt.
K. Höh, Seer.
Die nordwestliche Lehrerconferenz von Jowa versammelt sich,
s. G. w., vom 29. bis 31. Mai bei College Geisemann zu Ricketts, Jowa.
Rechtzeitige Anmeldung ist erbeten nebst Angabe der Absteigestation, ob
Charter Oak oder Ricketts (N. W. R. R.). M. Hild, corr. Secr.
Die Colorado-⸗Pastoralconferenz versammelt sich, w. G., vom 29. Mai
bis 4. Juni in der Gemeinde des Unterzeichneten. Arbeiten: 1. Exegese über
1 Mos. 1: P. Bützow (P. Lüssenhop). 2. Christian Science: P. Fechtenburg.
3. Katechese über Fragen 4 und 5 des Synodalkatechismus: Lehrer Keul.
4. Regel und Richtschnur des Glaubens: Unterzeichneter. Pastoralpredigt:
P. Her (P. Meyer). Beichtrede: P. Bangerter. Predigt am Sonntag⸗Vor⸗
mittag: P. Lange; am Abend: P. Lüssenhop (englisch). Anmeldung wird
gewünscht. H. Wind.
Die West⸗Kansas-Districtsconferenz versammelt sich, D. v., in der
Pfingstwoche, vom 30. Mai bis 3. Juni, in P. H. Obermowes Gemeinde bei
Ellsworth, Kans. Pastoralpredigt: P. Mencke. Predigt: P. Jürgensen
(P. Eschbach). Beichtredner: P. Storm (P. Brauer). Da alle, welche per
Eisenbahn reisen, von Ellsworth mit Wagen abgeholt werden müssen, so wird
dringend gebeten, die genaue Ankunft in Ellsworth in der Anmeldung mit
anzugeben. Die mit eigenem Fuhrwerk kommen, mögen dies ebenfalls mit⸗
theilen. Alle Anmeldungen müssen spätestens bis Pfingsten beim Ortspastor
gemacht werden. H. F. Gronemeyer, Seer.
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