Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 4 › Seite 67
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 25. Februar 1908, Seite 67
Scan: Internet Archive, from the Graduate Theological Union's copy (one item per issue).
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
67
sagen stimmten darin überein, daß er ein gewaltiger Prediger war. Stun⸗
denweit kamen die Zuhörer zu seinen Predigten, machten sich um 2 und
3 Uhr Sonntags früh auf, um den Gottesdienst in Neuendettelsau zu be⸗
suchen. Die meisten Erzähler verehrten in ihm ihren geistlichen Vater.
Löhe war auch ein erfahrener Seelsorger, der besonders Angefochtene und
Schwermütige, die er in seine unmittelbare Umgebung zog, zu behandeln
wußte. Was er an solchen Leidenden getan hat, ist ihm nie vergessen
worden. Er war ferner ein bedeutender Organisator. Davon zeugt alles,
was er für Amerika getan hat, ebenso auch seine späteren Gründungen in
seiner Heimat. Aber den ersten Eindruck. davon habe ich in der alten,
merkwürdigen Kirchenordnung erhalten, die Löhe den Kolonisten mit nach
Amerika gab und die noch heute in dem alten Frankenmuther Kirchenbuch
steht. Daß er auch ein hervorragender Liturgiker war, ist gleichfalls in
den fränkischen Kolonien lange Zeit zu spüren gewesen, und auch dies hat⸗
ten seine Beichtkinder gemerkt, daß er in Wort und Schrift ein Meister der
deutschen Sprache war. Der Literaturhistoriker Vilmar hat gesagt, daß
nach Goethe keiner mehr ein so schönes Deutsch geschrieben habe wie Löhe.
Mit Interesse habe ich darum diese Lebensbeschreibung Löhes zur Hand
genommen. Sie leidet aber an einem großen Mangel. Es fehlt die Kritik
und rechte Beurteilung. Ich hatte nicht erwartet, daß der Verfasser Löhe
so beurteilen würde, wie er in unserer Synode beurteilt wird. Der Ver⸗
fasser ist offenbar ein Anhänger Löhes und vertritt Löhes Standpunkt
gegen uns. Aber Löhes unleugbare romanisierende Richtung in Wort und
Werk mußte deutlicher zur Sprache kommen und als das bezeichnet wer⸗
den, was sie ist. Das ganze Buch ist mehr eine rühmende Gelegenheits⸗
schrift und verlangt Leser, die recht urteilen können. L. F.
JEsus lebt. Osterprogramm, zusammengestellt von P. A. Bie⸗
wend. 8 Seiten 547. Concordia Publishing House,
St. Louis, Mo. Preis: 5 Cts.; Dutzendpreis: 25 Cts.;
Hundertpreis: 92.00.
Wir lenken zu dieser Zeit des Kirchenjahres nochmals die Aufmerk⸗
samkeit auf diese letztes Jahr an dieser Stelle empfohlene Osterliturgie,
die damals etwas spät erschien. L. F.
„In der Feierstunde. Lieder und Gedichte von J. W. Theiß mit
Zeichnungen vom Verfasser und Vorwort von Prof. Aug.
Crull. Zweite Auflage. 164 Seiten in Goldschnitt und
feinem Einband. Zu beziehen vom Concordia Publishing
House, St. Louis, Mo., oder vom Verfasser, 1308 E.
46th St., Los Angeles, Oal. Preis: 81.00.
Wir beziehen uns auf die ausführlichere Besprechung und Empfehlung
dieser Gedichte im „Lutheraner“ vom vorigen Jahre, No. 17, Seite 266,
zurück. Daß das Werk Anklang gefunden hat, zeigt, daß nach 9. turzer
Zeit eine zweite Auflage erscheinen kann. L. F.
Lobgesang von Rink. 1 Seite 8½ 45 ½. Concordia Publish-
ing House, St. Louis, Mo. Preis: 50 Stück 40 Cts.,
100 Stück 75 Cts.
Dies ist ein Abzug des vor kurzem im „Kinder⸗ und Jugendblatt“ er⸗
schienenen dreistimmigen Lobgesangs, der manchem willkommen sein dürfte,
der nach Gesängen für Frauenchor sucht. L. F.
Einführung.
Im Auftrag des betreffenden Distriktspräses wurde eingeführt:
Am 5. Sonnt. n. Epiph.: P. Chr. Däumler in der St. Johan⸗
nesgemeinde bei Blackwell, Okla., unter Assistenz Prof. Stöppelwerths von
P. G. H. Hilmer.
Einweihungen.
Dem Dienste Gottes wurden geweiht:
Die neue Kirche (24 440, Turm 40 Fuß) der Gemeinde zu Wagner,
S. Dak., am 2. Sonnt. n. Epiph. Prediger: PP. Wieting und A. W.
raft (engl.). — Die vergrößerte und renovierte Kirche (30456 Fuß) der
t. Johannesgemeinde bei Monticello, Jowa, am 5. Sonnt. n.
piph. Prediger: PP. Grimm und W. H. L. Schütz (engl.).
Die neue Orgel der Bethlehemsgemeinde zu Baltimore, Md., am
Sonnt. n. Epiph. Das Weihgebet sprach und die hredigt hielt P. J. G.
ilman.
Konferenzanzeigen.
Die Oregon⸗Konferenz versammelt sich, w. G., am 5. und 6. März
in P. Behrens' Gemeinde zu Portland, Oreg. Arbeiten: Art. I der Kon⸗
kordienformel: P. Stübe. Katechese über die Erbsünde: P. Döring. Para⸗
graph 2 der Pastorale: P. Kolb. Was können wir aus den Einleitungen
zu den apostolischen Briefen lernen? P. Dobberfuhl und P. Behrens. Die
Lehre vom freien Willen nach Art. II der Konkordienformel: P. Rimbach.
Was ist vom Pastor zu beachten, wenn er eine Mischehe kirchlich einsegnet?
P. Ebeling. Predigt: P. Kolb (P. Stübe). Beichtrede: P. Engel (P. Döring).
H. J. Kolb, Sekr.
Die Winnebago⸗Lehrerkonferenz versammelt sich vom 13. (abends)
bis zum 15. April (nachmittags) in Kaukauna, Wis. Arbeiten: Davids
Fall und Buße: Zeige. Finding the Time in Interest: Lemte. — Sonn⸗
tagsschulen: Eickemeyer. Ferner sind alle alten, noch nicht gelieferten Ar⸗
beiten mitzubringen. Man melde sich spätestens bis zum 1. April bei Lehrer
Brenner. M. H. Kasper, Sekr.
Die Süd⸗Indiana-⸗Pastoral⸗ und Lehrerkonferenz versammelt
sich, w. G., vom 21. bis zum 23. April in P. Franks Gemeinde zu Evans⸗
ville, Ind. Anmeldungen werden vom Ortspastor vor dem 28. Märg er⸗
beten. K. Hoffmann, Sekr.
Die zwölfte Delegatensynode
oder sechsundzwanzigste Versammlung der Allgemeinen Synode von Mis⸗
souri, Ohio und andern Staaten wird eröffnet, so Gott will, am Mittwoch,
den 13. Mai, in Fort Wayne, Ind. Die Sitzungen der Synode
werden abgehalten in der geräumigen Aula des Concordia-Gymnastums.
Abgeordnete, die als solche in dem letzten Bericht ihres Synodaldistrikts
verzeichnet sind, bedürfen keiner weiteren Beglaubigung. Jeder Deputierte,
dessen Name. nicht in den gedruckten Listen steht, bringe ein Beglau⸗
bigungsschreiben mit. Dieses muß unterzeichnet sein von dem
Pastor und mindestens zwei Vorstehern der Gemeinde, die im Auftrag
des Wahlkreises den Vertreter zu stellen hat. Ein vom Allgemeinen Prä⸗
sidium ernanntes Komitee nimmt alle Beglaubigungsschreiben entgegen,
und zwar unmittelbar nach dem Eröffnungsgottes⸗
dienst, der am Mittwochvormittag um 10 Uhr in der St. Paulskirche
stattfinden soll.
Etwaige Vorlagen für diese Delegatenversammlung sollte man
recht bald in die Hände des Allgemeinen Präses (Prof. F. Pieper, D. D.,
Coneordia Seminary, St. Louis, Mo.) gelangen lassen. Die obliga⸗
torischen Berichte der verschiedenen Behörden, Kommissionen u. a.
sind ordnungsgemäß mindestens sechs Wochen vor Beginn der Synode
dem Allgemeinen Präsidium zu übermitteln.
Anmeldungen, resp. Gesuche um Quartier find zu richten an P. J. W.
Miller (1126 Barr Street, Fort Wayne, Ind.), und zwar vor dem
22. April. Richard D. Bie dermann, Sekr.
Zu besonderer Beachtung.
1. Alle Anmeldungen müssen bei P. J. W. Miller eingelaufen sein
bis zum 22. April.
2. Man melde sich bei P. Miller auch in dem Fall, daß man in Fort
Wayne ein stehen des Quartier zu haben meint. Daß man ein
solches hat, schreibe man nicht eher, als bis man sich bei der betreffenden
Familie erkundigt hat, ob man auch diesmal dort als Gast aufgenommen
werden kann.
3. Bei der Anmeldung gebe man an, ob man Deputierter, Lehrer oder
Pastor ist, und schreibe seine ganze Adresse recht deutlich.
4. Die Anmeldung geschehe durch Postkarte. Wenn einer auch
eine längere Mitteilung zu machen hat, so benutze er dennoch für seine An⸗
meldung die Postkarte, verweise jedoch auf einen begleitenden Brief.
5. Jede Karte sollte nur eine Anmeldung enthalten, und man
schreibe sie so, daß auf der Karte Raum bleibt für Bemerkungen, die das
Beherbergungskomitee anzubringen gedenkt.
6. Man äußere nur solche Wünsche, die leicht berücksichtigt werden
können. Dahin gehören zum Beispiel: „Ich möchte, wo möglich, bei Herrn
N. N. einquartiert sein“, oder: „Ich möchte, wo möglich, mit meinem
Freund N. N. zusammen in einem Quartier sein.“
7. Manche liebe Hausfrauen wissen gerne vorher, wann ungefähr
sie ihren werten Gast zu erwarten haben.
8. Sehr wichtig ist, daß man, wenn man noch in letzter Stunde
seine Reise zur Synode aufgeben oder auch nur hinausschieben muß, solches
unverzüglich dem freundlichen Gastgeber und dessen Pastor melde.
In rücksichtsvoller Liebe sollten wir alle uns genau richten nach
diesen berechtigten Wünschen der gastfreien Brüder und Schwestern
in Fort Wayne! Richard D. Biedermann, Sekr.
English translation
Not yet translated.