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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 25. Februar 1908, Seite 57

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Wort und Lulsers
ollss nun und mmer.

Vimmel, der halte ein ewig
Eaangeihm, n uerkiindigen f
denen, die auf Erden sißen 1
und wohnen, und allen Hei⸗
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Völkern, und
sprach mit groher Slimime:
Lirchter Gott, und gebet
ihm die Ehre; denn die Zeit⸗
seines Gerichts ist kommen,
und betel an den, der gemacht
hat Himmiel, und Erde, und
Mleer, und die Wasser⸗
brunnen. Ossb. Joh. 14, 6.7.
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Herausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.

Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.

64. Jahrgang. Hl. Louis, Wo., den 25. Februar 1908. No. 4.

Der Schönste unter den Menschenkindern.

Durch die Welt bin ich gegangen Und ich traf im Weiterwandern
Und nach dem, was ewig schön, Auf Gefährten jung und alt,
Trägt mein Herz ein heiß Verlangen; Sah bald einen nach dem andern
über Fluren, Täler, Höh'n Schön von Antlitz und Gestalt;
Sah ich Schönheit ausgegossen, Hohe Schönheit sah ich strahlen
Fluß und See im Sonnenlicht, Aus manch liebem Angesicht,
Manche Blume hold ersprossen — Schöner als die Pinsel malen —
Doch das Schönste fand ich nicht. Doch den Schönsten fand ich nicht.
Durch die Säle, durch die Hallen, Und ich trat auf einen Hügel —
Wo die Kunst sich nur enthüllt, Dort im Glanz des Sonnenlichts
Ging ich und mit Wohlgefallen Sah ich ohne Bild und Spiegel
Sah ich manches edle Bild, Aufgedeckten Angesichts,

Und ich tauchte mit Entzücken Sah am Kreuze hängen Einen,
In der Schönheit Fluten hell; Ohne Schönheit und Gestalt,
Doch mit sehnsuchtsvollen Blicken Dennoch fand ich schöner keinen,
Sucht' ich nach der Schönheit Quell. Und es zog mich mit Gewalt.

Ja, ich habe dich gefunden

Und ins Antlitz dir geblickt —

Du, mit Dornen, Blut und Wunden
Unaussprechlich schön geschmückt!

Über alle Erdensöhne,

UÜber Welt und Himmel weit,

Schönster aller Menschensöhne,
Dein bin ich in Ewigteit!

Das Wort vom Kreuze.

Ich hielt mich nicht dafür, daß ich

etwas wüßte unter euch ohn' allein

IEsum Christum, den Gekreu⸗
EE zigten. 1 Kor. 2, 2.

Wir stehen, wenn diese Nummer in die Hände der Leser

kommt, wieder an der Schwelle der heiligen Passionszeit, der

vierzig Tage, die seit den ältesten Zeiten der Kirche dem Ge⸗

deächtnis des Leidens und Sterbens unsers Heilandes geweiht

Ind. Wir schicken uns an, in diesen Tagen den Leidenswegen

.

unsers HErrn im Geiste nachzugehen und unter dem Kreuze
auf Golgatha uns in das Geheimnis seiner Leiden zu ver⸗
senken. Wenn von irgend einer Zeit des Kirchenjahres, so gilt
von dieser, daß es eine heilige Zeit ist. Wenn irgendwelche
Tage, dann triefen diese von geistlichem Segen. „Gekommen
sind nun die Tage der Buße zur Vergebung der Sünden und
zum Heile unserer Seelen!“ So lautet die alte Antiphone, der
kirchliche Zuruf zum Beginn der Passionszeit; und er ist
richtig.

Es sind und sollen sein Tage der Buße. Wenn wir sehen
und hören, wie die Sünden der Menschen über den Heiligen
Gottes zusammenschlagen, so soll es in unsern Herzen wider⸗
klingen:

Ich, ich und meine Sünden,
Die sich wie Körnlein finden
Des Sandes an dem Meer,

Die haben dir erreget

Das Elend, das dich schläget,
Und das betrübte Marterheer.

Und wenn Gott selbst ihn dahingibt und er ruft: „Mein Gott,
mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ so wollen wir

bekennen:
Ich bin's, ich sollte büßen,
An Händen und an Füßen
Gebunden in der Höll'.
Die Schläge und die Banden
Und was du ausgestanden,
Das hat verdienet meine Seel'.

Die Passionszeit sei uns allen eine rechte Bußzeit.
Es sind aber Tage der Buße zur Vergebung der

Sünden und zum Heile unserer Seelen. Durch

das Leiden und Sterben des Heilandes sind wir Gott versöhnt.
Aus seinen teuren Wunden quillt der Trost der Vergebung
unserer Sünden, ergießen sich die Ströme der Gnade und des
Friedens in unsere Seelen. Darum ist das Wort vom Kreuz,
das Wort von Christo, dem Gekreuzigten, der Mittelpunkt des
ganzen Evangeliums. Paulus, der große Heidenapostel und

Prediger des Evangeliums, hielt sich nicht dafür, daß er etwas

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